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Montag, 20.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Grüne: Kein neues Wasserkraftwerk am Lech

32 Staustufen hat der Lech, der damit der am dichtesten verbaute Fluss Bayerns ist. Ein weiteres Kraftwerk ist im Süden Augsburgs in Planung und ausgerechnet die Bayerischen Grünen laufen dagegen Sturm.

Staustufe und Kraftwerk auf der Höhe von Lechhausen © DAZ

Staustufe und Kraftwerk auf der Höhe von Lechhausen © DAZ

Der Lech, so die Ironie der Umweltschützer, werde nicht etwa vom Regen, Zuflüssen oder anderen natürlichen Faktoren geleitet, sondern von der Strombörse. Zu erkennen ist das am Wochenende nach Börsenschluss, dann werde weniger Wasser den Fluss hinunter zur Donau geschleust, weil die Strompreise am Wochenende niedriger seien. Der Lech ist die längste Strecke von der Quelle in den Alpen bis zu seinem Ende nicht viel mehr als ein kanalisierter Fluss, und wird nicht selten als „Flussruine“ bezeichnet.

Der Energiekonzern Uniper kann den Lauf des Lechs mit Hilfe des Kraftwehres am Forggensee auf Knopfdruck steuern. Uniper besitzt die meisten Wassernutzungsrechte für den Lech und hat nun vor, ein weiteres Wasserkraftwerk zu bauen, und zwar genau dort, wo das seit Jahren laufende Renaturierungsverfahren licca liber in der Mache ist. Als das Projekt 2013 startete, verzichtete Uniper auf die Weiterplanung des dort vorgesehenen Kraftwerk, doch nun sind die Pläne des Konzerns in modifizierter Form wieder zur Umsetzung vorgesehen.

Südlich von Augsburg unternimmt das Wasserwirtschaftsamt Donauwörth das größte Renaturierungsprojekt Bayerns. Der Lech soll auf zirka neun Kilometer Länge wieder in einem natürlichen Flussbett fließen. Mehr als 60 Millionen Euro sind dafür avisiert, weshalb es kaum überrascht, dass die beiden Augsburger Grünen Landtagsabgeordneten Stephanie Schuhknecht und Cemal Bozoglu politischen Widerstand gegen ein neues Uniper-Wasserkraftwerk im Süden Augsburgs angekündigt haben.

„Natürlich brauchen wir jede Kilowattstunde erneuerbare Energie und deutlich mehr Tempo beim Ausbau, im Naturschutz- und FFH-Gebiet und vor allem aufgrund der seit Jahren laufenden Renaturierung des Lechs im Rahmen von licca liber, überwiegen hier für uns Grüne aber eindeutig die Nachteile, denn der Lech ist bereits massiv verbaut. Wir lehnen ein neues Wasserkraftwerk am Lech ab, weil sehr gewichtige naturschutzfachliche Gründe dagegensprechen und Uniper das Geld lieber in vergleichsweise deutlich günstigere Windräder stecken sollte.“ So das Statement von Stephanie Schuhknecht.

Cemal Bozoglu spricht gar von Sabotage: „Die Uferbereiche, die durch das neue Wasserkraftwerk zerstört würden, gehören zu den artenreichsten Bereichen eines der wertvollsten Naturschutzgebiete in Schwaben. Mit licca liber soll der Lech wieder mehr Raum bekommen und seltene Fischarten wie der Huchen und der Donaulachs sollen wieder Lebens- und Fortpflanzungsräume finden. Studien haben gezeigt, dass in den Turbinenpassagen eines Wasserkraftwerks bis zu 44 Prozent mancher Fischarten verenden. Es wäre daher nicht nur eine völlig widersinnige Rückabwicklung der Naturschutzbemühungen der letzten Jahre, sondern auch der größte denkbare Naturfrevel dieses Wasserkraftwerk zu realisieren. Dies würde auch bedeuten, dass die Umsetzung der Maßnahmen im Rahmen von Licca Liber sabotiert wird! Windräder wären die deutlich bessere Alternative, um erneuerbare Energie zu gewinnen – für Windräder wären Standorte im Naturschutzgebiet im Übrigen verboten.“

„Es wird politischen Widerstand gegen das Kraftwerk geben“, so knapp wie wirkungsvoll lässt sich die Grüne Stadträtin Christl Kamm von der Augsburger Allgemeinen zitieren. Damit liegt Kamm mit den mächtigen Naturschutzverbänden auf einer Linie. Die Naturschützer setzen sich sogar dafür ein, die Kraftwerke wieder zurück in staatliche Hand zu holen. Dies würde die von ihnen kritisierte Profit-um-jeden-Preis-Situation am Fluss ausschließen – und die nötigen Renaturierungsmaßnahmen erleichtern.

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