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DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Freitag, 18.01.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Traditionslinien im Sinfoniekonzert

Die Augsburger Philharmoniker sind zu einem virtuosen Klangkörper zusammengewachsen

Von Halrun Reinholz

Das dritte Sinfoniekonzert der Augsburger Philharmoniker lockte mit einem Klassik-Hit: Beethovens Violinkonzert sollte das Meisterstück sein, mit dem die noch recht neue (nach langer Suche gefundene) Konzertmeisterin Jung-Eun Shin sich dem Augsburger Publikum als Solistin vorstellen wollte. Doch sie war erkrankt. Für einen würdigen Ersatz musste man nicht in die Ferne schweifen: Linus Roth, Professor am LMZ, sprang ein und bewies mit klarer Tonalität und hohem technischen Können, dass er nicht von ungefähr der künstlerische Leiter des Leopold-Mozart-Violinwettbewerbs ist. Dem anhaltenden Applaus setzte er als Zugabe noch die technisch höchst anspruchvolle 3. Sonate von Ysaye drauf. 

„Traditionslinien“ war der Titel des Konzertprogramms. Dem Konzert von Beethoven folgte nach der Pause ein sinfonisches Fragment von Rodion Shchedrin, das dem Heiligenstädter Testament Beethovens gewidmet ist. In diesem Dokument erklärte sich der immer tauber werdende Komponist, indem er dieses Handicap und seine Tragik für die Berufsausübung (und die Lebensqualität) der Nachwelt mitteilt. Der als feindselig und misanthropisch bekannte Bewohner des Wiener Vororts Heiligenstadt ist sich des Eindrucks wohl bewusst, den er auf seine Mitmenschen macht: „wie unrecht tut ihr mir, ihr wisst nicht die geheime Ursache von dem, was euch so scheinet“.  Seinem Leben ein Ende zu setzen „fehlte wenig“, doch „die Kunst, sie hielt mich zurück“. Diese Zerrissenheit kompositorisch zu erfassen, gelingt Shchedrin eindrucksvoll. Das Auftragswerk für das Sinfonieorchester des Bayerischen Rundfunks entstand im Jahr 2008.

Eine Traditionslinie führt auch von Shchedrin zum nächsten Komponisten, Dimitri Schostakowitsch. Dieser war ein Vorgänger Shchedrins als Vorsitzender des Komponistenverbandes der Russischen Föderation. Die Sinfonie Nr. 1 f-Moll schrieb Schostakowitsch noch als Student. Ihre Uraufführung im Jahr 1926 machte den jungen Russen schlagartig international bekannt. Das Schicksal dieses Komponisten steht exemplarisch für die Unsicherheit des Künstlers im totalitären System, der jederzeit gefördert,  aber  auch ohne Vorwarnung kalt gestellt werden kann. In diesem Erstlingswerk Schostakowitschs  ist von der Zerrissenheit und der Last noch wenig zu spüren. Es herrscht Aufbruchsstimmung, Leichtigkeit, Raffinesse. Auch Anklänge der neuen Töne aus Amerika – Jazz, Filmmusik – meint man zu hören. Nicht zufällig, offenbar hat Schostakowitsch sein Studium zu der Zeit damit finanziert, die Klavierbegleitung für Stummfilme zu spielen.

Die Augsburger Philharmoniker haben unter der unaufgeregten, präzisen Leitung von Lancelot Fuhry bewiesen, dass sie zu einem virtuosen Klangkörper zusammengewachsen sind, der Traditionslinien pflegt und dennoch auch ungewöhnliche Wege geht.

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