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Sonntag, 15.12.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

BUNDESLIGA

Der FCA ist erfolgreich – und mit einem Torhüter geschlagen, wie es ihn noch nie gab

Warums Augsburgs Torhüter Koubek schwer auszuhalten ist – Anmerkungen zum FCA

Von Siegfried Zagler

Tomas Koubek (#21) nach seinem besten Spiel in Paderborn © DAZ

Die Fußballbundesliga gehört zusammen mit der Deutschen Eishockeyliga zu den beiden Profiligen, in denen jeweils ein Augsburger Klub vertreten ist. Nur die Bewohner der Großstädte wie Berlin, Köln, München, Düsseldorf und der VW-Stadt Wolfsburg teilen dieses Privileg mit den Sportfans der Stadt Augsburg. – Weltkulturerbe-Städte, Römerstädte, oder auch Städte mit einem Puppentheater gibt es dutzendfach. Universitätsstädte sind es gar 60 in Deutschland, während man in Augsburg mit dem sportlichen Dreiklang auf dem Wasser (gemeint sind die Kanuten), auf dem Eis und auf dem Rasen im Spitzensport ein Alleinstellungsmerkmal besitzt.

Mit Tomas Koubek, dem Torhüter des Bundesligisten FC Augsburg, kommt seit dieser Bundesligasaison ein spezielles Augsburger-Unikum hinzu: Ein Torwart, der sich mit dem Rücken voraus in ballführende Stürmer wirft, der bei einem Freistoß auf der Linie verharrt, weil er wohl annimmt, dass der Ball ohnehin über die Latte geht – oder, was nicht besser wäre, auf dem falschen Fuß steht. Ein Torwart, der abenteuerliche Ausflüge unternimmt und Eckbälle unberührt von Spielern durch den Fünfer segeln lässt. Die beschriebenen Vorgänge schienen ausgestorben seit Mladen Pralija in der Saison 87/88 das HSV-Tor für einige Partien hütete. Pralija Verpflichtung kostete dem damaligen HSV-Trainer Josip Skoblar den Job. 

Aktuell sieht ganz es so aus, als hätte die Bundesliga eine neue Spezial-Attraktion, einen neuen Mladen Pralija, oder gar einen schrägen Publikumsclown, einen Helden des Nichtkönnens, wie ihn die Winterolympiade 1988 in Calgary mit Eddie the Eagle hatte: Ein Skispringer, der mit Mut und Nichtkönnen die Massen begeisterte.

Der FCA hat trotz Koubek eine zufriedenstellende Performance nach 15 Spielen vorzuweisen; viel mehr sollte man zu Augsburgs Keeper nicht sagen. Oder vielleicht doch: Gegen Hoffenheim ist der FC Augsburg für Koubeks Kapriolen nicht bestraft worden, weil sich die Hoffenheimer ungeschickt anstellten. Der FCA könnte, sollte er gegen Düsseldorf und Leipzig seine Serie fortsetzen, an die Vorrunde der Saison 2014/15 anknüpfen, als man mit 27 Punkten in die Winterpause ging und nach dem 34. Spieltag den 5. Platz belegte. Dafür wäre allerdings ein guter Torhüter nötig.

Von allen Bundesligisten hat der FCA mit Abstand den schwächsten Keeper. Es ist nicht vorstellbar, dass aus einem tapsigen Koubek noch ein souveräner Keeper, ein sicherer Rückhalt wird. 

Die Veranstalter der Tour der France achten darauf, dass alle Fahrer die sportlichen Voraussetzungen für die Frankreich-Rundfahrt mitbringen. Bleibt ein Fahrer zu weit hinter dem Feld zurück, muss er, sobald klar ist, dass er das vorgeschriebene Zeitlimit der Etappe überschreitet, seine Startnummer beim Fahrer des Besenwagen abgeben und aus der Tour ausscheiden. Hätte die Bundesliga messbare Merkmale für sportliche Qualifikation, wäre Tomas Koubek ein Kandidat für den Besenwagen.

Laut transfermarkt.de hat der FCA für Koubek 7,5 Millionen Euro Ablöse bezahlt. Es ist denkbar, dass er deshalb bei den dafür Verantwortlichen (Reuter, Hofmann) mehr Nachsicht erhält, als zum Beispiel Giefer und Luthe, die wie Koubek ebenfalls ihre Bundesligatauglichkeit schuldig blieben. Ein guter Torhüter ist eine Bank. Es ist rätselhaft, warum der FCA, der mit Jentzsch, Manninger und Hitz hervorragende Torhüter hatte, in dieser Hinsicht nicht fündig wird.

Koubek wäre allerdings nicht der einzige Augsburger Kandidat für den Besenwagen: Stephan Lichtsteiner ist ein feiner Fußballer, einer der weiß, was mit dem Ball nach vorne zu tun ist. Doch für die Bundesliga ist er zu langsam. Lichtsteiner weiß das selbst am besten, weshalb er zum Sprintvermeidungskünstler wurde. Muss er aber in den Sprint, schmerzt es die FCA-Fans ansehen zu müssen, wie ihm jeder Gegenspieler drei Meter auf zehn abnimmt. Gegen Hoffenheim sah Lichtsteiner diesbezüglich nur einmal schlecht aus, weshalb die Note 5, die er von den Kollegen der Augsburger Allgemeinen bekam, als Affront gegen die Schweizer Gemütlichkeit zu verstehen ist. Was man Lichtsteiner allerdings ernsthaft vorwerfen muss, ist der traurige Sachverhalt, dass er gegen Hoffenheim auf der rechten Seite nach vorne zusammen mit Marco Richter wenig zustande brachte.

Der FCA hat gegen Mainz und Hoffenheim gewonnen, weil er, wenn Finnbogason nicht spielt, mit Niederlechner einen erstklassigen Stürmer hat, der auch dann mit dem Ball etwas anfangen kann, wenn das Spiel vor ihm ist. Niederlechner war am Freitagabend der Mann, der überall zu finden war, einer, der meist anspielbar war, in die Schnittstellen ging und sie schuf und auch als Passgeber das passende Timing hatte. Er gab einen spielenden Zentrumsstürmer, wie er im Buche steht, da er dafür Platz hatte, weil Alfred “Flaschenhals” Finnbogason nicht im Weg stand.

Der FCA hat gegen Hoffenheim gewonnen, weil er mit Frederik Jensen einen offensiven Mittelfeldspieler in seinen Reihen hatte, der klug verteidigte und für richtig viel Betrieb nach vorne sorgte. Und der FCA hat gewonnen, weil er mit Iago und Max auf der linken Seite unermüdliche Antreiber hatte, die zusammen auch bei der Abwehrarbeit überzeugten. Niederlechner hat sich die glatte Note 1 verdient, Iago, Jensen und Max liegen bei 1,5. Lichtsteiner und der Rest liegen zwischen 2,5 und 3,5. Und da ein Torhüter an seinen Fehlern gemessen wird, bekommt Koubek eine gute 5, weil seine Fehler nicht zu Gegentoren führten -und er bei den beiden Hoffenheimern Treffern keine Chance hatte.

Die Bundesliga ist heuer spannend wie noch nie. Von Platz 1 (33 Punkte) bis Platz 18 (9) geht es durchgehend in einem Zweier- oder Dreierschritt runter. Die vielzitierte Phrase, dass jeder jeden schlagen kann, ist näher an der Wirklichkeit dran als je zuvor. 46 bis 50 Punkte könnten für einen Europa League-Platz reichen. Dass der FCA so eine Saison spielen kann hat er  bereits zweimal bewiesen.

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1RB LeipzigRB Leipzig15103242:162633
2Bor. MönchengladbachM'gladbach15101431:181331
3Borussia DortmundDortmund1585237:191829
4FC Schalke 04Schalke 041584326:18828
5Bayern MünchenFC Bayern1583441:212027
6SC FreiburgSC Freiburg1574424:18625
7Bayer LeverkusenLeverkusen1574422:20225
8VfL WolfsburgWolfsburg1565417:15223
91899 HoffenheimHoffenheim1563621:27-621
101. FC Union BerlinUnion Berlin1562719:20-120
11FC AugsburgAugsburg1555524:28-420
12Eintracht FrankfurtFrankfurt1553724:23118
13Hertha BSCHertha BSC1543821:29-815
141. FSV Mainz 05Mainz 0515501020:38-1815
15Werder BremenSV Werder1535723:35-1214
16Fortuna DüsseldorfDüsseldorf1533916:32-1612
171. FC Köln1.FC Köln15321014:30-1611
18SC Paderborn 07Paderborn15231018:33-159

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Totschlag am Königsplatz: Alle Verdächtigen in Haft

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Stadtteilgespräch Innenstadt schließt Bürgerversammlung mit ein

Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl die Referenten laden am kommenden Mittwoch in den Goldenen Saal des Rathauses ein. Das 13. und damit letzten Stadtteilgespräch ist der Innenstadt samt Jakobervorstadt gewidmet. Dazu kommen Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und das Team der Referenten in den Goldenen Saal des Rathauses. Diese Veranstaltung wird mit der jährlichen Bürgerversammlung zusammengelegt. Da zentrale innerstädtische […]

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Totschlag am Königsplatz: Polizei verhaftet mutmaßliche Täter

In der Nacht vom Freitag auf Samstag kam es gegen 22.40 Uhr am Augsburger Königsplatz zu einer folgenschweren Gewalttat, bei der ein 49-jähriger Mann aus dem Landkreis Augsburg ums Leben kam. Nach intensiven Ermittlungsmaßnahmen einer 20-köpfigen Ermittlungsgruppe der KPI-Augsburg sei es gelungen, die Identität der gesuchten siebenköpfigen Personengruppe weitestgehend festzustellen, wie es von Polizeiseite heißt. […]

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