VCD Augsburg lehnt Bürgerbegehren zum Tramring ab
Der VCD Kreisverband Augsburg spricht sich gegen das geplante Bürgerbegehren für einen Straßenbahn-Ring um die Altstadt aus. Die vorgeschlagene Ringlösung sei aus verkehrsfachlicher Sicht schädlich für das bestehende Straßenbahnnetz, erklärt der Verband.
Von Bruno Stubenrauch
Tram oder nicht Tram, das ist hier die Frage –Leonhardsberg mit noch 4 MIV-Spuren (Foto: DAZ)
Besonders kritisch sieht der VCD die mögliche Schwächung der zentralen Straßenbahnachse durch die Maximilianstraße. Diese sei für kurze, direkte und betrieblich stabile Verbindungen unverzichtbar und könne nicht durch längere Umwegführungen ersetzt werden. Auch für Fahrgäste sowie für Handel und Gastronomie in der Innenstadt hätte eine Verlagerung von Linien Nachteile. Die Straßenbahn sei ein wichtiger Frequenzbringer und lebe von ihrer zentrumsnahen Führung.
Teuer, unzuverlässig, unattraktiv
Zwar hält der VCD zusätzliche Ost-West-Verbindungen für sinnvoll, jedoch nur als Ergänzung und nicht als Ersatz der direkten Innenstadtanbindung. Ein Tramring, etwa um die Jakobervorstadt, wäre nach Einschätzung des Verbands teuer, unzuverlässig und für viele Fahrgäste unattraktiv. Zudem sei eine solche Strecke ohne eigenen Bahnkörper kaum förderfähig.
Der VCD Augsburg ist der Kreisverband des ökologischen Verkehrsclubs Deutschland. Der Verein setzt sich für eine nachhaltige, umwelt- und stadtverträgliche Mobilität ein und engagiert sich unter anderem für die Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, des Rad- und Fußverkehrs sowie für eine Verkehrspolitik mit Schwerpunkt Klimaschutz und Lebensqualität.
Das will das Bürgerbegehren

Grafik:
Tram-Ring natürlich – Herz-OP für die Tram, Unterseite „Hintergrund“ , Ausschnitt aus der Planungsskizze „Ost-West-Achse Innenstadt“ (PDF, 10 MB)
Durch die 1,3 km lange Trasse A1 „Rotes Tor – Vogeltor – Jakobertor“ auf der Ostseite der Altstadt wird das Netz zu einem Ring geschlossen. Damit wird der sternförmig angelegte Kö entlastet. Die City Galerie ist durch den schienengebundenen ÖPNV erreichbar. Die Spange erübrigt zudem die Betriebsanlagen in der Maximilianstraße.
Durch die 0,6 km lange Trasse A2 wird eine direkte Verbindung „Theater – Karlstraße – Jakobertor“ ermöglicht. Über diese Gleise ist ein alternativer Betrieb bei Veranstaltungen auf dem Abschnitt Fußgängerzone bis Rathausplatz möglich. Ein teurer und unkomfortabler Ersatzverkehr durch Busse kann entfallen.




