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Samstag, 12.11.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Der Kommentar

FCA heute gegen Bochum: Das wichtigste Spiel der Vorrunde

Wenn man über den FC Augsburg vor dem 15. Spieltag sagt, er habe in der Bundesliga noch viel Luft nach oben, dann darf man das aktuell als Kompliment auffassen. Immerhin steht Augsburg in der Tabelle auf Platz 14 und zwischen dem FCA und dem ersten direkten Abstiegsplatz liegen fünf Punkte.

Von Siegfried Zagler

Auf der obligatorischen Pressekonferenz vor dem Spiel sagte FCA-Trainer Enrico Maaßen sinngemäß, dass er vor dem Bochumspiel keine Bilanz zur verkürzten Hinrunde ziehen möchte, da eine Niederlage im letzten Spiel vor der WM bedeuten würde, dass man wieder in den Abstiegskampf hinein gezogen sei. Würde man aber Bochum schlagen, dann hätte man ein sehr ordentliche Bilanz vorzuweisen – vor dem 16. Spieltag, der bekanntermaßen erst am 20. Januar 2023 beginnt.

Konkreter formuliert sähe es so aus, würde der FCA Bochum schlagen: Mit 18 Punkten wäre man acht Punkte von einem direkten Abstiegsplatz entfernt (Würde Schalke gegen Bayern gewinnen, dann wären es nur sechs Punkte.). Mit 18 Punkten aus 15 Spielen könnte Maaßen nach dem verpatzten Saisonstart, der auch auf seine Kappe geht, eine klassische FCA-Reflexion in Sachen Bundesliga präsentieren. Zumal das „gesicherte Mittelfeld“, das es zu diesem Zeitpunkt der Saison noch nicht wirklich gibt, gefühlt bei 21 Punkten beginnt. Man darf also die Phrase von einem „Fingerzeig“ gebrauchen. Und dennoch ist einzuwenden: Verliert der FCA gegen Bochum, war nicht alles schlecht, gewinnt er, war nicht alles gut in den 14 Spielen davor.

Nach der WM, zu der der FCA lediglich drei Spieler abstellt (Vargas, Gruezo und Gumny), sind Uduokhai, Oxford und wohl auch Dorsch wieder für die Startelf fit. Damit sollte sich dann auch ein Sachverhalt verflüchtigen, der Maaßen sicher nicht entgangen ist: Zu wenig Konstanz in der Defensive zeigten die Augsburger Kicker über 90 Minuten. Viel zu oft fing sich die FCA-Abwehr sehr schlecht verteidigte Gegentore ein, einfache Tore über Standards oder auch aus dem Spiel heraus, wie zum Beispiel die Führung der Köpenicker am vergangenen Mittwoch. (Einem richtig guten Bundesliga-Torhüter unterlaufen Fehler dieser Art nicht.).

Bei den Sechsern wie in der Innenverteidigung fehlt es an Sicherheit und Ruhe am Ball und zuweilen an der Antizipation, also an Fähigkeiten, die sich nicht über Nacht erwerben und stabilisieren lassen. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, als im Angriff aus Qualitätsmangel Flaute herrschte, ist der FCA mit Berisha, Demirovic und einem wieder in Form kommenden Niederlechner dort gut aufgestellt. Auch Iago, Vargas und der inzwischen leider verletzte Hahn sorgten immer wieder für Torgefährlichkeit und Durchschlagskraft.

Lässt beim FCA in Halbzeit zwei die Kraft fürs Pressing und das schnelle Umschaltspiel nach, so wird öfters im Mittelfeld inkonsequent verteidigt, weshalb spielstarke Gegner Mitte der zweiten Halbzeit Oberwasser bekamen und in der Schlussphase „leichtes Spiel“ hatten, da der zu Beginn erkennbare absolute Verteidigungswille beim FCA nachließ. Mit der Rückkehr der Mentalitätsmonster Dorsch, Uduokhai und Oxford könnten diese Schwächen in Stärken verwandelt werden. Dies zum Thema „Viel-Luft-nach oben“.

Zum Spiel: Der VfL Bochum ist eine heimstarke Mannschaft, die durch den Trainerwechsel Aufwind erhielt und die letzten drei Heimspiele gegen starke Gegner auf sehr überzeugende Art gewinnen konnte. Auswärts schwächeln die Bochumer weiterhin.

Doch trifft der VfL auf einen FCA, der bisher nicht unbedingt durch Heimstärke aufgefallen ist. Beide Mannschaften spiegeln sich bezüglich der Spielsysteme. Auch Bochum läuft intensiv und früh an, spielt viele lange Bälle und geht geschickt auf den zweiten Ball. Beiden Mannschaften fehlt es an Konstanz und beide Mannschaften leben von der Kraft des Willens und des Wollens. Kurzum: Die Mannschaft, die heute auf dem Lechfeld durchgehend mehr Willen zeigt, das Spiel zu gewinnen, gewinnt es auch.

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