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Dienstag, 14.07.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Literatur

Geliebtes Biest – Der zweite Gedichtband der Augsburger Kunstpreisträgerin Alke Stachler

„Liebevoll gewebte Sprachbilder“ sind die Texte von Alke Stachler, die 2006 zum Studium der Literaturwissenschaft und Kunstgeschichte nach Augsburg kam.

Von Halrun Reinholz

Nach Literaturveröffentlichungen in Literaturmagazinen und Anthologien wurde sie 2014 Preisträgerin der Literaturstiftung Bayern, 2015 nahm sie am „Irseer Pegasus“ teil. 2016 erschien ihr erster Lyrikband „Dünner Ort“ im Mosaikverlag Salzburg, der nun auch den zweiten Band herausgab.  

Im Jahr 2017 wurde ihr lyrisches Werk mit dem Augsburger Kunstförderpreis ausgezeichnet. Im aktuellen Band „Geliebtes Biest“ bestimmen, wie der Titel bereits suggeriert, Märchen und Traumlandschaften die Texte – Hexen, Wölfe, Schakale, Bäume,  erzeugen mythische Assoziationen, die sich flüssig lesen. 

etwas tun, das nur im märchen schön ist / einen menschen im tierkörper lieben / einen menschen im menschenkörper / jemandem etwas geben, das er nicht anfassen kann / an orte gehen wie an einen fluss, einen rand (…)

Unvermittelt und ohne Überschrift stehen die Texte nebeneinander und erzeugen bei aller Unterschiedlichkeit dennoch einen Fluss der Zusammengehörigkeit. Wie Seifenblasen steigen die Sprachbilder auf und entführen in Traumwelten, in Seelenlandschaften, in die Innenwelt der Dichterin: 

ich dachte, irgendwo landet erinnerung, die anderswo gelöscht wurde, gedanken, die niemand gedacht haben will, das weiß zwischen blick und blick.(…)

Eine „genetische“ Verwandtschaft mit der Nobelpreisträgerin Herta Müller, mit der sie die Herkunftslandschaft Banat teilt, soll hier nicht konstruiert werden – und dennoch besticht die Leichtigkeit des Umgangs mit Sprache, die sich in kein Schema pressen lässt,  auf faszinierend ähnliche Weise:

stell dir deine seele als rabenschwarzes tier vor, aber kein rabe, aber mit flügeln, die übers eis schleifen. diese szene funktioniert nur im winter. sag, ich kann nicht. Sonst nur das geräusch eines einzelnen lebenden körpers.  

Im Literaturkanal Augsburg las Alke Stachler am 17.4.2020 aus ihrem Buch. Abrufbar unter https://www.facebook.com/alkestachler

 

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“Die Apotheke im Krakauer Ghetto” von Tadeusz Pankiewicz ist ein Buch von einer ungeheuerlichen Dimension. 57 Jahre nach der polnischen Erstveröffentlichung ist durch das Engagement von Jupp Schluttenhofer eine Neuauflage erschienen. Pankiewicz übernahm als junger Pharmazeut die seit 1909 bestehende väterliche Apotheke, die er durchgängig bis 1951 führte. Er konnte den Betrieb der Apotheke “Pod Orlem” (zum […]

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Stadtteilbücherei Lechhausen vergrößert sich

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