DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Sonntag, 18.10.2020 - Jahrgang 12 - www.daz-augsburg.de

Festival

Festival der Kulturen: Festival-Feeling auf der Freilichtbühne

Tim Allhoff und Karolina Cicha machen Musik gegen die Trägheit der Pandemie

Von Halrun Reinholz

 Karolina Cicha & Streicherensemble der Augsburger Philharmoniker – Foto: © Bayram Er

Die Freilichtbühne erweist sich in diesen restriktiven Zeiten als echter Segen für das auf Sparflamme köchelnde Augsburger Kulturleben. Das Festival der Kulturen fiel offiziell zwar aus, doch im Rahmen des Friedensfestes und des mit heißer Nadel gestrickten „Augsburger Stadtsommers“ konnte Girisha Fernando dem Augsburger Publikum doch ein bisschen Festival-Feeling vermitteln. Der laue Sommerabend tat sein übriges, die Stimmung in der übersichtlich und abstandsgerecht besetzten Freilichtbühne in gesittetem Rahmen anzuheizen.

Der in Augsburg wohlbekannte mehrfache Echo-Preisträger Tim Allhoff ließ seiner Rührung freien Lauf und wurde nicht müde, seine Freude über das Zustandekommen des Konzerts Ausdruck zu verleihen. In solchen Zeiten ist nichts selbstverständlich, weshalb er auch auf die streng begrenzte Zeit hinwies, die ihm für die vier eigenen Piano-Stücke zur Verfügung standen und die er dem begeisterten Publikum mit der gewohnten routinierten Hingabe präsentierte. Im Sinne der Multikulturalität des Konzepts begleitete er im Anschluss noch die Sängerin Aylin Yildirim, die mit warmem Timbre zwei kurdisch-alevitische Lieder aus Anatolien sang.

Im zweiten Teil des Konzerts war die als Multi-Instrumentalistin angekündigte (und den Augsburgern bereits vom letzten Jahr bekannte) Karolina Cicha mit ihrer Band zu Gast. Ihre Kompositionen verarbeiten die Musik ihrer multiethnischen Heimat in Ostpolen, einst Galizien, wo Polnisches mit  Jiddischem, Ukrainischem, Weißrussischem und vielem anderen zusammenkommt. Von Multi-Instrumentalismus war bei charismatischen der Band-Leaderin zwar nicht viel zu sehen – das dekorativ aufgestellte Akkordeon wurde nur gelegentlich mit der linken Hand genutzt, während die rechte das Keyboard bearbeitete – doch das machten die zwei weiteren (weiblichen!) Band-Mitglieder mehr als wett, die am E-Cello und am Schlagzeug den Gesang intensiv begleiteten.

Zum explosiven Klangerlebnis trug auch das Streicherensemble der Augsburger Philharmoniker bei, das von Tom Jahn präzise und schwungvoll geleitet wurde. Der „Riesenapplaus“, den die Moderatorin mehrfach einforderte, kam auch unaufgefordert von Herzen, auch wenn er nicht durch eine Zugabe belohnt werden konnte. Wieder mal ein bisschen Normalität im Kulturgenuss. Oder wenigstens ein Schritt in die Richtung.

gesamten Beitrag lesen »



Eine ganz persönliche Brechtfestival-Bilanz

Es ist vorbei! Und als es vorbei war, dachte ich, es ist gut, dass es vorbei ist. Ich dachte nicht: endlich! oder Gottseidank! Auch nicht: schade! Ich dachte nur: gut, dass es vorbei ist. Von Knut Schaflinger Denn: • der Kopf rauschte – das kam vom Hören, vom Schauen, vom Wegsehen, vom Staunen, vom Reden […]

gesamten Beitrag lesen »



Brechtfestival: Tom Kühnel und Jürgen Kuttner dürfen weitermachen

Die Entscheidung, ob das Duo Tom Kühnel und Jürgen Kuttner als künstlerische Leiter des Augsburger Brechtfestivals weitermachen dürfen oder nicht, ist gefallen. Die Augsburger CSU ist nach Informationen der DAZ nun doch auf die Linie des Augsburger Kulturreferenten Thomas Weitzel eingeschwenkt und wird am kommenden Montag im Kulturausschuss geschlossen einem Antrag zustimmen, der Kuttner und […]

gesamten Beitrag lesen »



Brechtfestival: Schwejk im Nebel der Verfremdung

Große Erwartungshaltung bei der Schauspielpremiere zum Brechtfestival: Armin Petras verwob den braven Soldaten Schwejk von Jaroslav Hasek mit der Arbeit an Brechts „Schwejk im Zweiten Weltkrieg“. In Zusammenarbeit mit den Städtischen Bühnen Prag entstand auch noch eine (zweisprachige) „Spurensuche“ nach Hasek und Schwejk im Tschechien der Gegenwart. Aus den vielversprechenden Ideen entwickelte sich einiges, aber […]

gesamten Beitrag lesen »



Brechtfestival der Warteschlangen: “Augsburger haben das Konzept nicht verstanden”

Charly Hübner, Milan Preschel, Lars Eidinger – das Brechtfestival lockte am zweiten  “Spektakel”-Wochenende mit prominenten Gästen viele Besucher an, konnte sie jedoch nicht unterbringen. Unmut und Warteschlangen im Martinipark. Von  Halrun Reinholz Bereits am Nachmittag ging der zweite Teil des „Spektakels“ zum Brechtfestival am Samstag los. Im Riesenrad lasen verschiedene Leute aus Brecht-Gedichten. Eine nette […]

gesamten Beitrag lesen »



Mit kleinen Schritten zur besseren Welt: Die Verleihung des Brechtpreises 2020 an Sibylle Berg

Es gibt ihn jetzt schon seit 25 Jahren, den Augsburger Brechtpreis. 1995 wurde er unter großem Medienrummel an das Enfant terrible Franz Xaver Kroetz verliehen – auch heuer fand die die Jury mit Sibylle Berg eine würdige Preisträgerin. Von Halrun Reinholz Die Preisverleihung war damals ein gesamtgesellschaftliches Ereignis, zumal Kroetz auch noch in der prominenten […]

gesamten Beitrag lesen »



Erstes Literaturfestival Nordschwaben

In wenigen Wochen öffnet das 1. Literaturfestival Nordschwaben seine Tore und lädt zu einem breiten Lesungsprogramm mit hochkarätigen Autoren ein. Ausführliche Informationen darüber, wer mit welchem Buch an welchem Ort in den beiden Landkreisen Dillingen a.d.D. und Donau-Ries zu Gast sein wird, gibt jetzt auch das Programmheft zum Festival. Interessierte finden das Heft ab sofort […]

gesamten Beitrag lesen »



Brechtfestival: „Er ist vernünftig, jeder versteht ihn“

Es ist wieder Festivalzeit in Augsburg – Brecht kam leider im ungemütlichen Februar zur Welt und wie jedes Jahr feiert die Stadt Augsburg ihren berühmtesten Sohn an seinem Geburtstag. In diesem Jahr mal wieder mit neuer Festival-Leitung, dem Duo Tom Kühnel und Jürgen Kuttner. Schon das Programmheft ist anders: Das Cover erinnert an ein Filmplakat, […]

gesamten Beitrag lesen »



Rückblick auf das 42. Ballmertshofer Filmfest

Im Mittelpunkt der 42. Neuauflage eines einzigartigen Filmfests auf dem Härtsfeld stand die Auseinandersetzung mit den Vor- und Nachteilen des Landlebens. Besucher aus Nah und Fern bekamen diese nicht nur unter den erfrischenden Filmfestduschen auf den idyllischen Filmfestwiesen und bei dem ein oder anderen Gewitter hautnah zu spüren. Die Stadtmaus und die Landmaus Offensichtlich war […]

gesamten Beitrag lesen »



Kenny Barrons Trio – Stocks letzter Triumph

Noch einmal Extraklasse beim Jazzsommer – und der Kurator geht  Von Frank Heindl  27 Jahre lang hat Christian Stock den Augsburger Jazzsommer geleitet, nun hört er auf und war deshalb beim letzten von ihm organisierten Konzert ein Co-Star des Abends. Die Ära Stock endete mit einem letzten Triumph für den Kurator, weil Kenny Barron nicht […]

gesamten Beitrag lesen »