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Dienstag, 07.06.2022 - Jahrgang 14 - www.daz-augsburg.de

Baukultur

Dominikanerkirche: Kommt mit der neuen Bodenplatte das alte Römermuseum zurück?

Die kostspielige Theatersanierung in Augsburg scheint im kulturellen Bereich die Stadt über Jahrzehnte hinweg zu lähmen. So fehlen nicht nur für die Sanierung des Perlachturms die Mittel, auch ein längst fälliger Neubau für ein dringend notwendiges Römermuseum scheint auf unabsehbare Zeit aufgeschoben. Alle Parteien und die Stadtspitze würden gerne bauen, aber es fehlt am Geld.

Von Siegfried Zagler

Seit zehn Jahren ist die Dominikanerkirche wegen Baufälligkeit geschlossen. Davor war in der imposanten Kirche mit einer stadtgeschichtlich hochinteressanten Prägung von 1966 bis 2012 das Augsburger Römermuseum beheimatet. Drei Jahre nach der Schließung richtete die Stadt eine Interimslösung im Zeughaus ein, die nicht nur von Experten als unzureichend bewertet wurde und wird, da dort nur ein Bruchteil der historischen Funde gezeigt werden können. Da die Mittel für einen Museumsneubau fehlen, brachte bereits im Februar Augsburgs Oberbürgermeisterin Eva Weber, als verbesserte Zwischenlösung den ehemaligen Standort ins Spiel: „Das kurzfristige Ziel ist, dass die Dominikanerkirche fertigstellt und ertüchtigt wird, sodass sie als Ausstellungsraum und mögliches Veranstaltungsforum genutzt werden kann und somit auch als weiterer temporärer Ort für die bedeutenden Römersammlungen unserer Stadt zur Verfügung steht.“ So wird Weber von der Augsburger Allgemeinen zitiert.

Im Stadtrat vom 31. März wurden nun mit dem Haushaltsbeschluss die Voraussetzungen für die Sanierung der Dominikanerkirche geschaffen. Die für die statische Sicherheit notwendige Bodenplatte wird eingesetzt und die Dominikanerkirche könnte wieder für eine museale Nutzung verwendet werden. Dies schlägt nun auch konkret die Grüne Stadtratsfraktion vor. Den Grünen geht es darum, „dass eine kulturelle Nutzung angestrebt und die Dominikanerkirche als Ausstellungsfläche, z.B. auch aber nicht nur für das Augsburger Römererbe, genutzt werden soll.“

Unabhängig davon sei es langfristig das Ziel, „das Römermuseum zusammen mit der Schule am Predigerberg zu situieren“, wie es die Grüne Fraktion in ihrer gestrigen Pressemitteilung zum Ausdruck bringt.

„Umgang mit dem römischen Erbe in Augsburg kurz-, mittel- und langfristig denken“

„Wir wollen aber keine unehrliche Politik mit leeren Versprechungen machen. Allen dürfte bekannt sein, dass die aktuelle Haushaltslage schwierig ist. Deshalb wird es kurzfristig keine Realisierung eines Museums geben. Umso wichtiger ist es, dass wir den Grundstein dafür legen, den Umgang mit dem römischen Erbe in Augsburg kurz-, mittel- und langfristig denken und dieses schon vorher sicht- und erlebbar machen. Deshalb können wir uns die Dominikanerkirche gut als das im Kulturentwicklungskonzept genannte Forum vorstellen, das für verschiedene Arten von Ausstellungen zur Verfügung steht. Als erstes könnte dort eine Ausstellung zu den neuen Römerfunden stattfinden. Eine digitale Darstellung der Römerfunde in den Stadtteilen, nicht nur kurzfristig, ist für uns essentiell und Teil eines innovativen Museumskonzepts. Auch der Römerpark am Pfannenstiel als Freilichtmuseumsfläche sollte weiterhin geprüft werden.“ So die Grüne Stadträtin Verena von Mutius-Bartholy, kulturpolitische Sprecherin und Fraktionsvorsitzende der Grünen.

„Die Landesregierung muss handeln und die Stadt Augsburg bei der Realisierung guter Lösungen unterstützen“

Foto: Städtische Kunstsammlungen

Der Landtagsabgeordnete der Augsburger Grünen Cemal Bozoglu nimmt angesichts der Augsburger Haushaltslage den Freistaat in die Pflicht: „Die neuesten historisch einmaligen Funde im Stadtteil Oberhausen zeigen einerseits, dass Augsburg von Beginn an ein Ort der Zuwanderung und der Migrationsgeschichte war. Zudem unterstreichen sie die herausragende Bedeutung des Augsburger Römererbes für ganz Bayern. Bis heute hat die bayerische Staatsregierung dem allerdings nicht ausreichend Rechnung getragen. Das muss sich nun ändern! Schon seit Jahren ist klar, dass ein pädagogisch passendes Konzept nicht in der Dominikanerkirche realisiert werden kann. Es braucht einen Neubau, der diesem Erbe gerecht wird und der mit seiner Architektur die Schule und das Museum verbindet. Die Landesregierung muss handeln und die Stadt Augsburg bei der Realisierung guter Lösungen unterstützen“, so Bozoglus Statement Richtung Freistaat.

Als Baudenkmal ist die Dominikanerkirche in die Bayerische Denkmalliste eingetragen. Sie war von 1806 bis 1837 in Besitz des Königreichs Bayern. Die damaligen Besatzer, plünderten und verkauften, was entfernbar war, nur wenige der wertvollen Kunstwerke befinden sich noch in Augsburg.

„Bis 1836 war die Kirche als Salpeter- und Schwefelmagazin zweckentfremdet. 1837 kaufte die Stadt den großen Bau für 6000 Gulden zum Abbruch. Doch so weit kam es nicht: Die Dominikanerkirche besaß in Augsburg einflussreiche Beschützer, die zu ihrem Erhalt eine wirtschaftliche Nutzung in die Wege leiteten. Die Kirche war in der Folgezeit Weinlager, Magazin für Marktbuden oder Stroh- und Holzlager“, so Fritz Häußler in der Augsburger Allgemeinen.

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