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Dienstag, 12.11.2019 - Jahrgang 11 - www.daz-augsburg.de

Umwelt

Zirka 6000 Teilnehmer bei der Augsburger FFF-Demonstration

Die Rechnung des Augsburger Organisationsteams der lokalen Fridays-for-Future-Klimabewegung ist aufgegangen. Mit 3000 Teilnehmern hatten die Klima-Aktivisten in Augsburg gerechnet. Mehr als doppelt so viele waren ihrem Aufruf gefolgt. 

Von Udo Legner

Foto: © Frida Seel

Unter den gut 6000 Demonstranten bei der Kundgebung auf dem Augsburger Rathausplatz und dem anschließenden Demonstrationszug waren die Jugendlichen gegenüber der Eltern- und Großelterngeneration erstmals in der Minderheit. Mit Flyern – „gedruckt mit Bio-Farben und Öko-Strom auf 100 Prozent Recyclingspapier“ – hatten die Fridays-for-Future-Aktivisten für die Teilnahme an dem „Streik für deine Zukunft“ und den täglichen Veranstaltungen in der Week for Climate (20.- 27. September) geworben. Zirka 50 Organisationen beteiligten sich bei dem Aufruf zur Augsburger Demonstration. Die Organisationen Pax Christi und Greenpeace waren mit ihren Bannern präsent, während sich die Augsburger Grünen – verstärkt durch ihre Landtagsfraktion, die ihre Klausurtagung in Adelsried unterbrach, an ihren Sonnenblumen zu erkennen waren. 

Forderungen der Friday-for-Future Aktivisten

Das Potpourri an Plakaten und Parolen verwies auf die vielfältigen Strömungen und unterschiedlichen Beweggründe der Akteure. „Klimaschutz statt Klima-Show“ stand auf dem Banner der „Scientists for Future“ – wohl schon ein Vorgeschmack auf die Reaktion und den Protest gegen die noch am selben Tag zu erwarteten Beschlüssen der Bundesregierung. Das formulierte Mindestziel der nationalen Bewegung: Deutschland soll seine Klimaschutz-Ziele bis 2030 verbindlich erreichen. „Autos raus aus der Innenstadt!“ „Hopp, hopp, hopp – Kohle Stop“ waren Forderungen an Stadt- und Bundesregierung, die die Frist für den Kohleausstieg nach Auffassung der FFF-Aktivisten mit dem Jahr 2038 viel zu spät gesetzt hat. „Mit Wind und Sonne für ein enkeltaugliche Zukunft“ und „Massentierhaltung – Wir haben es satt“ waren die eindringlichsten Slogans, die für Energie- und Agrarwende warben. Im Gewimmel der Kundgebungsteilnehmer und deren Geräuschpegel gingen die einzelnen Redebeiträge der FFF-Aktivisten auf dem überfüllten Rathausplatz fast unter.

„The Climate is Changin‘. Why Aren’t We?“

Gemeinsamer Tenor der Kundgebungsredner: Ohne den Abschied von Gewohnheiten und ohne massive Gesetzesänderungen werden die Klimaziele nicht zu erreichen sein. Der Blick der FFF-Aktivisten richtete sich dabei bereits auf das Milliardenpaket der Bundesregierung zum Klimaschutz und den UN-Klimagipfel, der kommende Woche in New York stattfindet. Trotz der globalen Dimension dieser Streikwoche – Protestveranstaltungen sind in 2300 Städten in 137 Staaten geplant – wurden beim Augsburger Klimastreik auch hiesigen Missstände angeprangert: Nach dem altbekannten Motto „Global denken, lokal handeln“ kritisierte eine mannsgroße Puppe die Einwegbecher, mit denen ein Cafe am Rathausplatz immer noch wirtschaften darf. 

Wünsche des Schulreferenten

Schulreferent Hermann Köhler, der sich mit Vertretern der Stadtschülervertretung in Sachen FFF-Engagement bereits ausgetauscht hat, äußerte auf Nachfrage großen Respekt vor dem Engagement der jungen Leute. Er wünsche sich jetzt jedoch konkrete Ergebnisse: Maßnahmen, die die Schüler zusammen mit der Schulgemeinschaft initiieren könnten, um Klima  und Ressourcen zu schonen. Als Beispiele führte er die Gestaltung des Schulweges, dem Umgang mit Papier, Lebensmitteln, Wasser und Energie im Schulgebäude im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten an.

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