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Dienstag, 13.11.2018 - Nr. 317 - Jahrgang 6 - www.daz-augsburg.de
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Musik

Ballettpremiere: Facetten der vier Jahreszeiten

Ricardo Fernandos Ballettensemble bietet als erste Premiere der Saison eine getanzte Kombination der „Vier Jahreszeiten“ von Philip Glass und Antonio Vivaldi als Uraufführung 

Vier Jahreszeiten © Jan-Pieter Fuhr

Kaum eine Musik ist so bekannt wie Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, eigentlich vier Violinkonzerte, deren melodische Zuordnung zu Frühling, Sommer, Herbst und Winter längst auch Menschen geläufig ist, die nicht zu den klassischen Konzertbesuchern zählen. Dass sich diese Musik für eine getanzte Darstellung förmlich anbietet, liegt auf der Hand. Ballettdirektor Ricardo Fernando, der das Augsburger Publikum in der letzten Spielzeit bereits mit seiner originellen Choreografie des „Schwanensee“ begeisterte, nahm die Herausforderung der Vier Jahreszeiten an, beschränkte sich aber nicht auf den Vivaldi-Klassiker. Als Kontrast wählte er das zweite Violinkonzert von Philip Glass, das den Beinamen „The American Four Seasons“ trägt. Der 1937 geborene amerikanische Komponist ist ein Vertreter der „minimal music“, aber vor allem auch Komponist von Film- und Theatermusik. Das Augsburger Ballettpublikum kennt bereits seine Musik zu „Romeo und Julia“. Seine „four seasons“ sind, anders als bei Vivaldi, nicht so programmatisch der Stimmung der Jahreszeiten zugeordnet. Das gibt Fernando die Freiheit, auch die übertragene Bedeutung des Werdens und Vergehens über den Jahreslauf hinaus zu thematisieren.

Dem Thema entsprechend ist der Ballettabend symmetrisch vierteilig aufgebaut. Den Anfang machen jeweils zwei Teile des Werks von Philip Glass, danach folgt die jeweilige Vivaldi-Musik. Ivan Demidov dirigiert die Augsburger Philharmoniker und greift bei Vivaldi selbst in die Tasten des Cembalos. Auch durch die Solisten werden die Welten von Glass und Vivaldi getrennt: Die Solopartien von Philip Glass spielt Jérome BenHaim, der schon öfter in Augsburg zu Gast war. Vivaldis Geigen-Solopart spielt die zweite Konzertmeisterin Agnes Malich. In diesem speziellen Fall erweist sich der „sichtbare“ Orchestergraben als optische Bereicherung für die Zuschauer.

Für die Choreografie greift Fernando auf sein komplettes Ensemble zurück, in jedem Teil treten jedoch Einzelne (Paare oder Dreiergruppen) solistisch hervor. Dadurch entsteht Dynamik, aber auch die Erkenntnis vom hohen Niveau der Ensemblemitglieder. Das erste Bild zeigt die Darsteller in durchsichtigen Plexiglaswürfeln „eingepfercht“ wie die Wurzeln in der Erde, die sich den Weg in die Sonne bahnen. Viel mehr Accessoires hat Fernando nicht vorgesehen, die Plexiwürfel kommen immer wieder in unterschiedlicher Weise zum Einsatz. 

Bühnenbildnerin Helena de Medeiros taucht die Bühne durch farbiges Licht jeweils in die jahreszeitlich passende Stimmung: Der Frühling beginnt zartgrün, der Sommer entfaltet sich in gelbem Licht, der Herbst bringt außer Rostrot auch einen Blätterteppich auf die Bühne und der Winter zeigt sich kalt-violett. 

Unauffällig auch die Kostüme – in der Regel hautfarbene Trikots, die vereinzelt mit einem passenden Dekor (Reifrock etc.) Akzente setzen. Alles ausreichend, um die passenden Stimmungen entstehen zu lassen – von Hoffnung zu Üppigkeit im Frühling und Sommer hin zu Ausgelassenheit im Herbst und wahrhaftig gezeigtem Zittern im Winter. Immer wieder blitzt Fernandos Freude am Komischen durch, zum sich steigernden Vergnügen des Publikums, das zwischendurch und erst recht am Ende ausdauernd und begeistert applaudiert. Ein viel versprechender Start in die Ballett-Saison. ——- Halrun Reinholz

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