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Freitag, 03.07.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Last-Minute-Remis gegen die Schweiz hält die DFB-Elf auf Erfolgskurs

Mit der Präzision eines Schweizer Uhrwerks erzielte Super-Joker Füllkrug in der Nachspielzeit den 1:1 Ausgleich für die Nagelsmänner, die damit als Gruppenerster im EM-Achtelfinale stehen.

Von Udo Legner

Die DFB-Elf, die zum dritten Mal mit derselben Startelf auflief, dominierte das Spielgeschehen vom Anpfiff an und kam schon nach zwei Minuten zur ersten Doppelchance. Der Musterpass von Jamal Musiala setzte Kapitän Gündogan in Szene, der nur mit Mühe von Fabian Schar ausgebremst werden konnte. Die anschließende von Toni Kroos getretene Ecke schloss Kai Havertz mit einem Kopfball ab, der vom Schweizer Schlussmann Yann Sommer allerdings ohne Mühe pariert wurde. Die erste Viertelstunde gehörte den Nagelsmännern, die sich trotz siebzig Prozent Ballbesitz schwertaten, Torchancen herauszuspielen. Doch in der 17. Minute war es so weit – Musiala erkämpfte sich auf Höhe des Fünfmeterraums den Ball, der bei Robert Andrich landete, dessen Distanzschuss aus 20 Meter am zu spät reagierenden Keeper Sommer vorbei neben dem linken Pfosten zur 1:0 Führung für die deutsche Elf ins Tor ging.

Doch der Jubel währte nur kurz, denn der Unparteiische Daniele Orsato annullierte den Treffer nach Ansicht der Videobilder, da Musiala beim Klärungsversuch von Michel Aebischer zu hart eingestiegen war. Auch nach dieser umstrittenen Entscheidung – „Ich finde nicht, dass er das abpfeifen muss“, so Bundestrainer Julian Nagelsmann im ARD-Interview nach dem Spiel – dominierte die deutsche Elf das Spielgeschehen – bis es urplötzlich 1:0 für die Schweiz hieß.

Herber Rückschlag für die Nagelsmänner

Mit ihrem ersten nennenswerten Angriff, bei dem die deutsche Defensive insgesamt schlecht aussah, gingen die Eidgenossen in Führung. Vor allem Leverkusens Tah wirkte dabei keineswegs wie ein Meisterverteidiger, verlor er doch das Laufduell gegen Gegenspieler Ndoye, der Manuel Neuer aus wenigen Metern keine Chance ließ (28.). Als ginge es ihm darum, Tah nicht allein im Regen stehen zu lassen, hatte wenig später auch Antonio Rüdiger das Nachsehen im Laufduell gegen den Schweizer Torschützen, dessen Schuss aus halblinker Position nur denkbar knapp das Tor verfehlte.

Zusätzlich zum Rückstand gab es für die DFB-Elf einen weiteren Dämpfer vor Ende der ersten Halbzeit: Wegen gefährlichen Spiels erhielt Tah die zweite gelbe Karte und fehlt der Mannschaft damit im Achtelfinale.

Fazit zur Halbzeit: Neben dem rutschigen Rasen im Frankfurter Stadion machte den Nagelsmännern die aggressive Spielweise der Schweizer zu schaffen. Gegen die konzentrierte und gut gestaffelte Defensive der Eidgenossen taten sie sich auch deshalb schwer, weil es ihrem Kombinationsspiel im Vergleich zu den vorhergehenden Partien an Passgenauigkeit und Kreativität fehlte.

Hoffnung auf Nagelsmanns Rütlischwur

Die Hoffnung war groß, dass Nagelsmann in der Kabine die richtigen Worte finden würde und durch diesen Rütlischwur ein Ruck durch die Mannschaft gehen würde. Doch abgesehen von zwei Halbchancen durch Kapitän Gündogan (50.) und Havertz (67.) dauerte es bis zur 70. Minute, bis die deutsche Elf richtig torgefährlich wurde. Erst blockte Akanji stark gegen Joshua Kimmich, der von Wirtz schön freigespielt worden war, und dann versagte das italienische Schiri-Gespann nach VAR-Prüfung der DFB-Elf einen Elfmeter, als Widmer den eingewechselten Maximilian Baier klammerte und so am Torschuss hinderte.

Dramatik pur in der Schlussphase

Mit der Einwechslung von Leroy Sané und Niclas Füllkrug (76. für Musiala und Wirtz) sollte endlich neuer Schwung in die deutsche Offensive kommen, doch auch weiterhin blieb das Spiel der Nagelsmänner erst einmal ideenlos. In der 84. Minute fast der Knock-Out durch den eingewechselten Noch-FCA-Spieler Ruben Vargas, der mit seinem Distanzschuss die vermeintliche 2:0 Führung für die Schweiz erzielte, die wegen Abseitsstellung jedoch nicht zählte. Einen weiteren Aufreger vor dem deutschen Tor gab es nur wenige Minuten später (88.), als Manuel Neuer Xhakas Distanzschuss spektakulär parierte.

Eine Kombination der beiden Jokermen, David Raum (61. für Mittelstädt) und Niclas Füllkrug, bescherte den Nagelsmännern in der Nachspielzeit (90.+2) doch noch den ersehnten Ausgleich. Die Flanke von Raum verwandelte Füllkrug mit einem prächtigen Kopfball zum 1:1 ins linke obere Eck.

Durch dieses Remis in letzter Minute gegen die Schweiz ist die DFB-Elf Sieger der Gruppe A und trifft am kommenden Samstag in Dortmund (21 Uhr) im Achtelfinale auf den Gruppenzweiten der Gruppe C (England, Dänemark, Slowenien und Serbien).

Die deutsche Startelf: Neuer – Kimmich, Tah, Rüdiger, Mittelstädt – Kroos, Andrich – Musiala, Gündogan (C), Wirtz – Havertz

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