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Dienstag, 11.06.2024 - Jahrgang 16 - www.daz-augsburg.de

FCA in Leverkusen – Spiegelbild der Saison

Die 2:1 Niederlage des FCA beim neuen deutschen Meister Bayer Leverkusen spiegelt den Saisonverlauf der Thorup-Truppe wider. Trat der FCA in der ersten Halbzeit wie ein Absteiger auf, gab es nach dem Seitenwechsel Anzeichen, dass er sich keineswegs mit dem 11. Tabellenplatz hätte bescheiden müssen.

Von Udo Legner

Für Mbabu (Gelbsperre), Jakic und Vargas (beide verletzt) standen Kömür (Bundes­ligadebüt), Maier und Pedersen in der Startelf. Mit einer Viererkette wollte der FCA das Unmögliche möglich machen, der Talfahrt der letzten vier Partien ein Ende setzen und sich gegen die Unbe­siegbaren doch noch den Traum von der Teilnahme an der Conference League erfüllen.

Bilderbuch-Fehlstart des FCA

Doch schon die Eröffnungsphase liess ahnen, dass dies wohl Wunschdenken bleiben würde. Das Team von Leverkusen-Coach Xaver Alonso dominierte mit grandiosem Kombinationsspiel und noch grandioserer Zweikampfstärke das Spielgeschehen. In der 10. Minute tat auch noch FCA-Keeper Tomas Koubek das Seine dazu, um den FCA-Fehlstart beim Saisonfinale perfekt zu machen. Amine Adli ging nach einem FCA-Rückpass ins Pressing, stibitzte dem in dieser Situation lethargisch wirkenden Koubek den Ball vom Fuß und passte auf Boniface, der wiederum keine Mühe hatte, diesen Torwart-Patzer mit der Höchststrafe, dem Führungstreffer (10.) für die Werkself, zu ahnden.

Konsterniert von diesem kapitalem Bock ihres Keepers tat sich der FCA gegen die gut gestaffelte Leverkusener Defensive weiterhin schwer ins Konterspiel zu kommen. Leverkusen hingegen – beflügelt von der Euphorie im Stadion – spielte wie im Rausch: Nach einem Eckball von der linken Seite kommt der Ball zu Innenverteidiger Tah, dessen Schuss abgefälscht wird und irgendwie zu Robert Andrich gelangt, der Udokhai mit der rechten Hake meisterlich tunnelt und das 2:0 erzielt (27.). Bis zur Halbzeitpause versuchte der FCA seinem Ruf als bester Comebacker der Liga gerecht zu werden, doch der Distanzschuss des weiterhin glücklosen FCA-Goalgetters Demirović (42.) strich deutlich über das Tor.

Fazit zur Halbzeit: Gegen die harm- und einfallslosen Augsburger taten sich die Leverkusener nicht schwer, ihre frühe Führung zu behaupten und ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden.

Die zweite Hälfte zeigte, dass es der Werkself vornehmlich um Ergebnissicherung ging. Durch ruhiges Passspiel wollte man insbesondere keine Verletzungen vor dem Europa-League-Finale am Mittwoch riskieren und zudem einige Körner für das Europa-League-Finale sparen.

FCA erinnert an bessere Zeiten

Wird es im Augsburger Altstadtcafé auch in der nächsten Saison bei diesen FCA-Schaustücken bleiben? – Foto: Udo Legner

Keine Frage, dass diese Strategie und Einstellung die unver­kenn­bare Steigerung des FCA in der zweiten Halbzeit begünstigten. Durch energisches Pressing gelang es derThorup-Elf endlich, das Spiel­ge­schehen häufiger in die Lever­kusener Hälfte zu verlagern. Dass es dem FCA-Benjamin, dem 18jährigen Kömür, vorbehalten war, mit seinem ersten Bundes­ligator (62.) den FCA für seine Leistungs­stei­gerung zu belohnen, gab dem Ganzen noch eine besondere Note. Nach feinem Zuspiel von Arne Maier und beherztem Dribbling bis zur Straf­raum­grenze erzielte der Jungspunt mit einem fulmi­nanten Schuss aus 16 Metern nämlich den Anschlusstreffer und avancierte zum jüngsten Torschützen in der Augsburger Bundes­liga­geschichte.

Neben Kömür zeigte sich sogar Keeper Koubek in der Schlussphase mehrmals von seiner Schokoladenseite – unter anderem als er Florian Wirtz den Ball vom Fuß spitzelte (78.) – und mit spektakulären Paraden einen höheren Rückstand verhinderte. Auf der Gegenseite parierte der Leverkusener Keeper Hradecky noch einmal stark gegen den eingewechselten Pep Biel (8o.). So blieb es beim hochverdienten 2:1 Heimerfolg der Leverkusener, die damit auch das 51. Pflichtspiel dieser Saison ohne Niederlage überstanden.

Trotz alledem und alledem – eine beachtliche Saison für den FCA

Auch wenn für den FCA nach dem kurzen Frühlings­erwachen – in fünf Spielen in Folge wurden 13 Punkte erzielt – mehr drin gewesen wäre, kann der vorzeitige Klassen­erhalt und damit die 14. Bundes­liga­saison in Folge – trotz des enttäu­schenden Saison­abschlusses mit fünf Niederlagen in Serie – als Erfolg gewertet werden. Bei entsprechenden Neuver­pflichtungen und konstan­teren Leistungen darf man als FCA-Fan durchaus optimistisch der neuen Saison entgegensehen.

Startelf FCA: Koubek – Pedersen, Gouweleeuw, Uduokhai, Iago – Breithaupt, Dorsch – Maier, Kömür – Demirović, Tietz