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AEV gewinnt gegen Straubing

Die Augsburger gewinnen gegen ihren Angstgegner Straubing verdient mit 4:2 und lassen im Kampf um die Play-Off-Plätze die Kölner Hai hinter sich.

Olivier Roy 31 (Augsburger Panther) war auch gegen Straubing Augsburgs Matchwinner Copyright by: Siegfried Kerpf

Mit 4:2 (1:1, 3:0, 0:1) gewinnen die Augsburger Panther gegen die Straubing Tigers vor 6179 Zuschauern im erneut ausverkauften CFS. Mit den beiden Heimsiegen gegen die DEG und die Niederbayern zeigten die Panther an diesem Wochenende mächtig Biss im Endspurt um die Play-off-Plätze. Panther-Goalie Olivier Roy war erneut der herausragende Spieler bei den Augsburgern, die mit einer großartigen Leistung im zweiten Drittel die Weichen auf Sieg stellten. Simon Sezemsky erzielte vor den Augen von Bundestrainer Söderholm zwei Treffer (12./22.) und zeigte eine starke Leistung. T.J. Trevelyan schoss wenige Sekunden nach dem Scheibeneinwurf im 2. Drittel das 2:1. In weniger als einer Minute Spielzeit im zweiten Drittel stand es somit 3:1. Adam Payerl gelang in der 38. Minute in Überzahl das 4:1.

Im letzten Drittel gingen die Straubinger aggressiver zu Werke, doch mehr als das 4:2 (55.) durch Travis Mulock sollte nicht fallen. Ein ausführlicher Spielbericht folgt.



KOMMENTAR

Kommentar zum FCA: Falsche Einstellung und kein Bundesligatorwart

Der FC Augsburg hat in Berlin verloren, weil die Berliner besser waren und im Gegensatz zum FCA einen Torwart in ihren Reihen haben, der Bundesligaformat hat – und somit auch einmal ein Spiel gewinnen kann.

Kommentar von Siegfried Zagler

In der Neuen Szene sagt Augsburgs Torhüter Tomas Koubek in einem ausführlichen Interview sinngemäß, dass er auch nach Augsburg gekommen sei, weil sein früherer Verein nach einem neuen Torhüter gesucht habe. Das ist bemerkenswert, denn schließlich hat der FCA für Koubek sieben Millionen Euro Ablöse bezahlt. Vermutlich handelt es sich um einen Übersetzungsfehler, oder um ein anderes Missverständnis. 

“Ein großes Missverständnis”, so sollte man den “Fall Koubek” bezeichnen, wenn er abgeschlossen ist, doch bis dahin wird noch viel Wasser den Lech hinunter fließen.

Tomas Koubek wurde nach Augsburg geholt, weil in der Vorsaison weder der erste noch der zweite Torhüter des FCA Bundesligaformat nachweisen konnte. Nun sind es deren drei.

Beim FCA-Trainer Martin Schmidt sollte man nicht so schwarz sehen. Ein Trainer ist schneller freigestellt und schneller vergessen als der DFB die Regeln für den Videobeweis ändert. Martin Schmidt wurde nach Augsburg geholt, weil sein Vorgänger die Mannschaft wohl zu oft überforderte. Bei Schmidt scheint es umgekehrt.

Gegen Union Berlin setzte Schmidt auf “Rustikal-Fußball”, indem er André Hahn als Empfänger für lange Bälle in die Sturmspitze stellte. Florian Niederlechner wurde auf diese Weise aus dem Spiel genommen. Vargas und Richter konnten weder ihre Dribbelstärke noch ihre Geschwindigkeit zur Entfaltung bringen, da sie kaum von hinten heraus angespielt wurden und nicht in freie Räume geschickt wurden. Nach vorne funktionierte beim FCA nichts. Erst in der Schlussphase, als bei den Berlinern die Kräfte nachließen und sie tief verteidigten, kam der FCA zu einem Spielaufbau und zu Torchancen aus dem Spiel heraus. 

Sich dem schlichten Spielsystem eines eher schwächeren Gegners anzupassen, indem man ebenfalls rustikal mit langen Bällen sein Glück versucht, ist ein Zeichen von Schwäche. Der FCA hätte aber in Berlin auf seine Stärken bestehen sollen, nämlich mit spielerischen Mitteln die gegnerischen Linien zu überwinden. Mit zwei starken Passspielern (Gouweleeuw und Uduokhai) in der Viererkette, einem ballsicheren Spieler (Baier) vor der Abwehr, mit den Technikern Niederlechner, Vargas und Richter im Sturm wäre das gegen die hüftsteifen Berliner die bessere Rezeptur gewesen.

Der FC Augsburg hat nicht nur ein Torhüterproblem.



FCA verliert gegen Union Berlin

Der FC Augsburg verliert beim 1. FC Union Berlin mit 0:2. Zwei grobe Abwehrfehler der Brechtstädter ermöglichten den verdienten Sieg der Köpenicker.

Der Hauptmann von Köpenick: FCA-Trainer Martin Schmidt © S. Kerpf

Nach schwer verständlichen Defensivfehlern im Heimspiel gegen Borussia Dortmund stellte zum einen ein Fachmann, nämlich ein Arzt, die Augsburger Mannschaft auf (Frederik Jensen laborierte an einem Magen-Darm-Infekt) und zum anderen FCA-Trainer Martin Schmidt, der Stephan Lichtsteiner in seiner Funktion als Rechtsverteidiger durch Tin Jedvaj ersetzte. Für Jedvaj, der bei Schmidt normalerweise als Innenverteidiger gesetzt ist, spielte Felix Uduokhai in der Innenverteidigung.

Union lief die Augsburger hoch an und zwang den FCA immer und immer wieder zu langen Bällen. Dem Berliner Christopher Lenz gelang nach fünf Minuten der erste Abschluss der Partie: ein haltbarer Weitschuss, den Augsburgs Keeper Koubek hielt (5.). Viel mehr gibt es von Halbzeit eins nicht zu berichten, wenn man davon absieht, dass der FCA durch zwei Standardsituationen zu Torschüssen kam. Die Formel der ersten Halbzeit: langer Ball, zweiter Ball, Foul, Freistoß. Ein grausamer Kick in der ausverkauften Alten Försterei, darunter auch 2.400 Augsburger Fans.

Kurz nach der Pause sorgte eine weitere Kuriosität aus dem Koubek-Kabinett für Spott und die Führung der Berliner. Eine Ecke, die scharf und knapp vor das Augsburger Tor geschlagen wurde, wurde von André Hahn unfreiwillig mit dem Kopf verlängert, sodass Neven Subotic am zweiten Pfosten leichtes Spiel hatte und das Leder in den offenen Kasten eindrückte, ohne dass der indisponierte Koubek einen Wackler machen konnte. Zuvor kam Koubek nämlich nicht an den Ball, weil er in Jedvaj hineinlief, der wiederum Berlins Ujah elfmeterreif am Hals umklammerte. Hätte Subotic nicht verwandelt, hätte es Strafstoß gegeben. Nach dem Treffer reklamierte Tomas Koubek bei Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus Behinderung (47.). Peinlicher gehts kaum.

Der FCA spielte nach dem Rückstand etwas zielstrebiger nach vorne, ohne dabei nennenswerte Torchancen zu kreieren, dafür klingelte es in der 61. Minute ein zweites Mal bei Koubek, der gegen den fein gezirkelten Ball von Marcus Ingvartsen machtlos war. Nachdem Gouweleeuw eine Flanke innerhalb des Strafraums zu einem Berliner “abwehrte”, dieser das Leder annehmen und zu Ingvartsen passen konnte, dieser wiederum den Ball seelenruhig annehmen konnte, schauen und unbehindert schießen konnte, stand es 2:0 für die Eisernen. Der Endstand! Augsburg zeigte in der Schlussphase zwar noch Kampfgeist und Zug zum Tor, und die Brechtstädter vergaben dabei zwei Topchancen kläglich (Niederlechner und Finnbagoson). Das Fazit des Spiels: Augsburg hinten schwach und vorne harmlos, eine Absteigervorstellung.

Am Samstag, 1. Februar, (15.30 Uhr) empfängt der FCA den SV Werder Bremen. Sollten die Augsburger dieses Heimspiel verlieren, steht wieder Abstiegskampf auf dem Programm.

FCA: Tomáš Koubek; – Jeffrey Gouweleeuw; Tin Jedvaj; Felix Uduokhai; Philipp Max; – Florian Niederlechner; Rani Khedira; Daniel Baier; Ruben Vargas; Marco Richter; – André Hahn;

Ausgewechselt: Rani Khedira (70.); Ruben Vargas (77.); –

Auswechselbank: Andreas Luthe (TW); Stephan Lichtsteiner; Mads Pedersen; Marek Suchý; Jan Morávek; Carlos Gruezo; Noah Sarenren Bazee;

Tore:

0:1 Neven Subotic (47.)

0:2 Marcus Ingvartsen (61.)

Zuschauer: 22012

#MannschaftMannschaftSp.SUNToreDiff.Pkt.
1RB LeipzigRB Leipzig19124351:232840
2Bayern MünchenFC Bayern19123455:223339
3Bor. MönchengladbachM'gladbach19122536:211538
4Borussia DortmundDortmund19106351:282336
5FC Schalke 04Schalke 041996431:26533
6Bayer LeverkusenLeverkusen1894527:22531
7SC FreiburgSC Freiburg1985629:26329
81899 HoffenheimHoffenheim1883726:30-427
9Eintracht FrankfurtFrankfurt1973931:30124
10VfL WolfsburgWolfsburg1966720:23-324
111. FC Union BerlinUnion Berlin19721023:27-423
12FC AugsburgAugsburg1965831:38-723
13Hertha BSCHertha BSC1964924:34-1022
141. FC Köln1.FC Köln19621123:38-1520
151. FSV Mainz 05Mainz 0519601327:44-1718
16Werder BremenSV Werder1845924:41-1717
17SC Paderborn 07Paderborn19431223:40-1715
18Fortuna DüsseldorfDüsseldorf18431118:37-1915