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Lokalpolitik

„Ich selbst will Neues in meinem Leben zulassen“

Fast genau ein Jahr vor der nächsten Kommunalwahl im März 2020 gab Augsburgs amtierender Oberbürgermeister heute bekannt, dass er nach zwei Amtsperioden nicht mehr für das OB-Amt kandidieren werde. Ort der Bekanntgabe: Nicht das Rathaus, sondern die Räumlichkeiten der CSU-Fraktion. Dementsprechend dünnlippig fiel die Begründung aus.

Gribl begründete diesen Schritt damit, dass es auch möglich sein müsse, politische Verantwortung selbstbestimmt wieder aus der Hand geben zu können. Politik müsse durchlässiger und offener werden. „Für junge Leute. Für Frauen. Für neue Ideen und andere Kompetenzen.“
Durchlässigkeit bedeute, so Gribl dass man genauso aus der Politik wieder ausscheiden könne, wie man sich dort einbringen könne. Gribl sprach davon, einer neuen Entwicklung neuen Raum zu geben: „Ich will ein Politiker sein, der gehen kann. Der loslassen kann, auch und gerade wenn gute Erfolge erzielt wurden. Der selbstbestimmt ist und selbstbestimmt agiert“, so Kurt Gribl, der gerade mal 55 Jahre alt ist.
Augsburgs Oberbürgermeister Gribl verwies auf „strukturelle und dynamische Entwicklungen in allen damals festgefahrenen Bereichen“ und vertrat die Auffassung, dass sich in den zurückliegenden 11 Jahren fast alles grundlegend zum Besseren verändert habe, da es nun „eine funktionierende und moderne Infrastruktur für Mobilität, Gesundheitsversorgung auf medizinischem Spitzenniveau, Bildung und Kultur, Erneuerung der Innenstadt und Impulse für die Stadtteile“ geben würde. Darüber hinaus habe man nun in Augsburg „eine moderne, den Bürgern zugewandte, effiziente Verwaltung. Schlagkräftige und krisenbeständige städtische Unternehmen. Die Ausrichtung auf neue Technologien und damit verbundene hochwertige Arbeitsplätze. Arbeitsplätze, die die Bürgerinnen und Bürger schützen vor Krisen, Arbeitsplätze die sicher sind, weil sie Zukunft haben.“

Darüber hinaus, so Gribl, habe Augsburg eine lebenswerte Innenstadt, die pulsiere und lebe. „Ein breites Bildungs-, Freizeit- und Kulturangebot. Neue und spannende Arbeitsplätze. Angebote für die Unternehmen von Morgen. Lebensgefühl in ausgewogener Balance zwischen “neuer Arbeit”, Freizeit, Einklang mit Umwelt und Natur, kulturellem Aufbruch.“

Doch nun, nachdem der Rahmen in den vergangenen 10 Jahren gesteckt worden sei und „Augsburg dynamisch wurde“, so Gribl wörtlich, müsse man weiterdenken – und für diese Aufgabe wolle er sich nicht mehr selbst empfehlen. Für diese Aufgabe sei nun die aktuelle Wirtschafts- und Finanzreferentin Eva Weber als neue OB-Kandidatin der CSU bestimmt.

Am plausibelsten wirkte Gribls Ausstiegserklärung in dem Moment, in dem er über seine Zukunft sprach: „Ich selbst will Neues in meinem Leben zulassen, Neues lernen und kennenlernen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür.Wenn ich mein Amt als Oberbürgermeister beende, dann werde ich knapp 56 Jahre alt sein. Sechs Jahre später – dann mit 62 Jahren – wäre das Risiko groß, nicht mehr loslassen zu wollen, um neue Wege zu gehen. (…) Ich werde also Neues wagen. Um es gleich vorneweg zu sagen: Was es sein wird, weiß ich noch nicht. Ich befinde mich nicht auf der Suche, ich werde mich auch nicht festlegen. Mein Amt habe ich bis zum Beginn der neuen Stadtratsperiode im Mai 2020 inne und ich werde es mit meiner ganzen Kraft und Konzentration erfüllen.“



Kommunalwahl 2020: Kurt Gribl kandidiert nicht mehr 

OB Kurt Gribl © DAZ

Seit heute Mittag steht es fest: Augsburgs Oberbürgermeister verzichtet auf eine erneute OB-Kandidatur und gibt den Kandidatenstab der CSU an Eva Weber weiter. Das ist die Überraschung des Tages. Die Granden der CSU haben für diesen Wechsel bereits grünes Licht gegeben. Ein Bericht folgt.



„Globale Zusammenhänge und wir“: Am 20. März 2019 beginnen die Asientage

In der Mode sind die Trends von heute der Müll von Morgen. Die Asientage der Werkstatt Solidarische Welt greifen unter anderem dieses Thema auf und zeigen Alternativen. Los geht es am 20. März 2019.

Mohammed Hanif liest am 20. März 2019 um 19.30 Uhr im Taschenbuchladen im Färbergässchen 1

Den Auftakt macht die Literatur: Der pakistanische Autor Mohammed Hanif, BBC-Korrespondent, ehemaliger Kampfpilot und gefeierter Bestseller­autor, kommt mit seinem neuen Buch „Rote Vögel“ für eine Lesung nach Augsburg. „Rote Vögel“ ein hellsichtiger Roman unserer Zeit. Die Militär-Politik der USA sind darin ebenso Thema wie Flüchtlinge und Entwicklungs­hilfe. (Mittwoch, 20. März 2019, 19.30 Uhr, Taschen­buchladen). Neben Autor Mohammed Hanif konnten die Organi­satoren der Asientage weitere spannende Gäste einladen, darunter der Biologe Frank Nierula, die Expertin buddhistischer Philosophie Alexandra Pfohlmann und die koreanisch-deutsche Regisseurin Sung-Hyung Cho.

Zum Schwerpunkt Textilien gehört die Poster-Ausstellung „Ich mache deine Kleidung! Die starken Frauen aus Süd Ost Asien“, die in den Räumen der Werkstatt Solidarische Welt gezeigt wird. Portraits engagierter Frauen aus der Textilindustrie ergänzen sich mit Hintergrund­informationen zu Kleidung, Arbeits­bedingungen und Menschenrechten. Vernissage ist am Samstag, 30. März – in Kombination mit einem Aktionstag zu Kleidung aus Hanf im Weltladen Augsburg. Die Bus-Shuttle-Tour „Nachhaltige Textilien“ führt dann am 3. April zu Beispielen und Alternativen – unter anderem zur Firma Schöffel nach Schwabmünchen, die Mitglied der Fair Wear Foundation ist (3.4. ab 14.30 Uhr, Anmeldung erforderlich).

Ein Länderschwerpunkt der Reihe ist Nepal, dem am 5. April ein ganzer Tag in der Stadtbücherei gewidmet ist. Den Abschluss der Asientage bildet ein fast vergessenes Flüchtlingsdrama im Grenzgebiet von Bangladesh: Hier leben Rohingya im größten Flüchtlingscamp der Welt ohne Perspektive auf eine Zukunft. Stefan Teplan von Caritas International hat das Flüchtlingslager besucht und berichtet am 28. April von seinen Eindrücken (28.4., 11 Uhr, Café Tür an Tür).

Für die Asientage haben eine Vielzahl an Akteuren zusammengearbeitet. Koopera­tionspartner der Reihe sind neben der Werkstatt Solidarische Welt e.V. und dem Weltladen Augsburg auch die Vereine Mulheres pela Paz, Koreanischer Verein Augsburg, Oikocredit Förderkreis Bayern, Tür an Tür, die Nepal Intiative, Hands with Hands sowie die Stadtbücherei, der Taschenbuchladen und das Kino Liliom. Gefördert wird die Reihe durch Engagement Global aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie durch das Kulturamt der Stadt Augsburg.

Das ausführliche Programm mit allen Terminen gibt es online unter www.werkstatt-solidarische-welt.de.



Vortrag zu Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung

Die KJF rät: Rechtzeitig Vorsorge treffen und seine Angelegenheiten regeln (Symbolbild: KJF/Carolin Jacklin)

Zu den Themen „Vorsorgevollmacht und Betreuungsverfügung“ findet am 19. März von 19 bis 21 Uhr ein Vortragsabend im Rahmen der Betreuungsstelle des Landratsamtes Augsburg in Zusammenarbeit mit dem Betreuungsverein der Katholischen Jugendfürsorge Augsburg e. V. (KJF) statt. Die Veranstaltung ist kostenfrei und findet in den Räumen des CAB Altenheim St. Hedwig, Blumenallee 29 in 86343 Königsbrunn statt. Um telefonische Anmeldung unter (0821) 3100-217 wird gebeten.

Die KJF Augsburg ist einer der größten Anbieter für Gesundheits-, Sozial- und Bildungsdienstleistungen in Bayern. Seit 1911 bietet das Sozialunternehmen vor allem Kindern, Jugendlichen und Familien mit rund 80 Einrichtungen und Diensten Lösungen für die verschiedensten individuellen Bedürfnisse an.



Hannah Arendt und die Menschenrechte

Die neue Redereihe „DenkRaum“ rückt aktuelle gesellschaftspolitische Fragestellungen in den Fokus und bringt die Öffentlichkeit mit Expertinnen und Experten ins Gespräch.

In der Auftaktveranstaltung am 18. März geht es um Hannah Arendt und ihre Positionen zum Thema Menschenrechte: Was bedeutet es, diese auf die Gegenwart zu übertragen? Was bedeutet: „Alle Menschen sind frei und gleich“? Den Impulsvortrag hält Prof. Dr. Marcus Llanque (Lehrstuhl für Politische Theorie der Universität Augsburg), Dr. Barbara Staudinger (Jüdisches Museum Augsburg Schwaben) moderiert. Die Veranstaltung wird musikalisch umrahmt von Eva Gold.

Die Redereihe „DenkRaum“ ist ein neues Kooperations-Format des Friedensbüros der Stadt, der Volkshochschule Augsburg und des Evangelischen Forums Annahof.

Tag: Montag, 18. März 2019
Zeit: 19:00 Uhr
Ort: Jazz-Club Augsburg, Philippine-Welser-Str. 11



Playoffs: AEV gewinnt Spiel eins gegen DEG

Perfekter Start in die Playoffs 2019 für die Augsburger Panther. Der Tabellendritte der Hauptrunde gewann Spiel eins der Viertelfinalserie (Best of seven))gegen die Düsseldorfer EG nach einer überragenden Vorstellung auch in dieser Höhe hochverdient mit 7:1. Im fünften Saisonduell gegen die DEG war es der erste Sieg für Augsburg.

Play Off, Spiel eins: Augsburger Panther – Düsseldorfer EG 7:1 Matt White mit dem roten Topscorer-Helm bejubelt mit David Stieler die AEV-Führung © Siegfried Kerpf

Die Tore für den AEV im ausverkauften Curt-Frenzel-Stadion erzielten Matt White (11./ 45.), Patrick McNeill (26.), Daniel Schmölz (33.), Simon Sezemsky (50., 56.) und Scott Valentine (53.). Für die Rheinländer war Alexander Barta (54.) erfolgreich.

White trifft zur Führung

Zu Spielbeginn dominierten dabei noch die Abwehrreihen das Geschehen. Die Panther taten zwar etwas mehr fürs Spiel, aber die DEG stand gut und so blieben Chancen auf beiden Seiten Mangelware. Dies änderte sich schlagartig in der elften Spielminute, als Düsseldorfs Carl Ridderwall nach einem Abwehrfehler der Panther freistehend an Olivier Roy scheiterte. Im direkten Gegenzug ging der AEV in Führung: White ließ bei dem folgenden Konter einen Gegenspieler aussteigen und bezwang auch Mathias Niederberger (11.). Und die Panther blieben dran und hatten wenig später im Powerplay als auch bei fünf gegen fünf noch einige gute Chancen. Hervorzuheben ist eine Doppelchance durch Daniel Schmölz und Thomas Holzmann (16.), die das Duo aber nicht nutzen konnte. So blieb es nach 20 gespielten Minuten beim 1:0. Zu Beginn des Mitteldrittels bot sich den Augsburgern die große Chance auf den zweiten Treffer, als man 107 Sekunden mit zwei Mann mehr agieren durfte, doch die DEG überstand diese Situation.

McNeill und Schmölz erhöhen

Doch im nächsten Powerplay klappte es doch noch. McNeill zog aus der Distanz ab und stellte auf 2:0 (26.). Trotz des Spielstands ruhten sich die Panther nicht auf der Führung aus und spielten weiter begeisterndes Eishockey und brachten das CFS mit ihrem intensiven Angriffsspiel zum Glühen. Folgerichtig gelang Schmölz der dritte Treffer, als er aus spitzem Winkel direkt aus der Drehung abzog und Niederberger die Scheibe passieren lassen musste (33.). Der Spielstand war hochverdient, denn seit der Führung spieltevnur noch der AEV.

White, Sezemsky und Valentine stellen auf 6:0

Und auch im Schlussdrittel änderte sich daran wenig. Zwar bestimmten die Gäste die ersten Minuten des Durchgangs, doch jubeln konnten wieder die Panther. Bei einem schnellen Angriff bediente Tölzer White, der trocken abzog und seinen zweiten Treffer des Abends markierte (45.). Doch damit nicht genug, denn wenig später stellte Simon Sezemsky mit einem Hammer von der blauen Linie  auf 5:0 und brachte das Curt-Frenzel-Stadion endgültig zum überlaufen (50.). Der AEV hatte aber immer noch nicht genug und legte in Person von Valentine sogar noch einen sechsten Treffer nach (53.). Als die DEG nach einer Massen-Keilerei in Überzahl agieren durften, verkürzte Barta mit einem strammen Schuss auf 6:1 (54.).

Sezemsky trifft erneut

Danach flogen erneut die Fäuste, so dass beide Strafbänke prall gefüllt und insgesamt für beiden Mannschaften insgesamt 150 Strafminuten zu verbuchen waren. Als wieder Eishockey gespielt wurde, machten die Panther dort weiter, wo sie vor den Fights aufgehört hatten: Sezemsky schnürte nach feinem Zuspiel von Drew LeBlanc auch einen Doppelpack und stellte den Sechs-Tore-Vorsprung wieder her (56.).

Beim 7:1 blieb es letztlich auch nach 60 Minuten. Spiel zwei steht am Freitag in Düsseldorf an, ehe die Serie am Sonntag um 14:00 Uhr wieder ins Curt-Frenzel-Stadion zurückkehrt.



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