Wendejahre
Maximilian I.
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FCA: Baum muss gehen!

Die gezeigten Leistungen des FCA lassen keinen anderen Schluss zu: Der FCA braucht für den Endspurt einen kräftigen Schub. Dass dieser ausgerechnet noch von dem Trainerstab kommen könnte, der die Augsburger Fußballer zutiefst verunsichert hat, ist ziemlich unwahrscheinlich.

Kommentar von Siegfried Zagler

Man muss keine große Analyse anstellen, wenn es darum geht, die Situation beim FCA zu verstehen. Es reicht völlig aus, die letzten 270 FCA-Minuten gesehen zu haben. Viereinhalb Stunden, die zu den grausamsten Fußballstunden gehören, die die Bundesliga je von einer Mannschaft gesehen hat. Der FCA hat in dieser Verfassung in der höchsten deutschen Spielklasse nichts verloren. Der Worte sind genug gewechselt, nun muss von den verantwortlichen Entscheidern jeder Stein umgedreht werden, um es zu ermöglichen, die Augsburger Fußballspieler aus ihrer tiefen Verstörung wieder herauszuführen.

Die Frage, wie sich eine bis ins Mark verunsicherte und desolat verteidigende Mannschaft mit Hochgeschwindigkeit wieder in eine erträgliche Spur bringen lässt, ist nicht einfach zu beantworten. Sicher richtig ist aber die Feststellung, dass diejenigen, die die Augsburger Mannschaft in diese tiefe Krise geführt haben, dafür am wenigsten geeignet sind. Die letzte Chance des FCA, den Abstieg zu vermeiden, besteht in einem Trainerwechsel. Ein reinigendes Gewitter, einen frischer Wind, einen kräftigen Schub kann man von Baum und Co. nicht mehr erwarten. Deshalb muss schnell gehandelt werden. Mit André Schubert wäre zum Beispiel ein Trainer auf dem Markt, der bereits in Gladbach bewiesen hat, dass er eine Mannschaft blitzartig aus einer tiefen Krise herausführen kann.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Nicht die Punktzahl, nicht der Tabellenstand sind die Menetekel des FCA, sondern die gezeigten Leistungen. Als befände sich der FCA in einer Vorbereitungsphase weit vor Saisonbeginn, so in etwa lässt sich die erste Halbzeit in Berlin beschreiben. Die Darbietungen der letzten 270 Minuten hat der Trainerstab zu verantworten. Einen Mittelstürmer von der „Klasse“ eines Alfred Finnbogason und weitere bundesligauntaugliche Stammspieler inklusive aller Neuzugänge (Ausnahme: Hinteregger) haben Reuter und Schwarz zu verantworten. Letztere zu feuern, wäre nicht verkehrt, brächte aber auf die Schnelle keine Besserung. Also bleibt nur die Hoffnung, dass Präsident Hofmann neben der Einsicht auch den Mut hat, seine Fehlentscheidung vom Dezember zu revidieren.



Der FCA auf Abschiedstour: 0:2 in Berlin

Wer gedacht hatte, dass es nach der desolaten Schlappe gegen Ingolstadt nur noch besser werden könne, hatte die Rechnung ohne Hertha gemacht. Mit 2:0 düpierte sie die in allen Belangen unterlegenen Augsburger. Am 28. Spieltag der Fußballbundesliga zeigten die Augsburger vor 43.451 Zuschauern im Berliner Olympiastadion die dritte bodenlose Partie in Folge und befinden sich nach der englischen Woche im freien Fall. Die Tore der Berliner erzielten John Anthony Brooks (12.) und Valentin Stocker (37.).

Von Udo Legner

Gegen Hertha BSC Berlin startet der FCA in den Iden des August in seine 5. Bundesligasaison

Einmal mehr ließ FCA Coach Manuel Baum den FCA mit einer auf fünf Positionen geänderten Startelf auflaufen. Gegenüber der Dreier-Reihe mit Kacar und dem gelb gesperrten Martin Hinteregger (im Derby gegen Ingolstadt) bildete Philipp Max zusammen mit Kevin Danso, Christoph Janker und Paul Verhaegh diesmal die Abwehr-Viererkette des FCA. Zudem rückten Dominik Kohr und Georg Teigl für Jan Moravek und Raul Bobadilla (Muskelzerrung beim Aufwärmen) in die Startelf.

Die Anfangsphase der Partie gestaltete der FCA noch ausgeglichen. Mit frühem Pressing wurde das Aufbauspiel der Herthaner unterbunden und die Augsburger Sturmspitzen liefen ein ums andere Mal den Berliner Torhüter Rune Jarstein an und zwangen ihn so wiederholt zu unkontrollierten Abschlägen.

Doch bereits in der 12. Minute war es mit dem Augsburger Lüftchen vorbei. Entgegen allen Besserungsparolen der FCA-Führungsriege kassierten die Augsburger einmal mehr nach einer Standardsituation (zum 11. Mal in dieser Saison) einen Treffer. Nach einer Plattenhardt-Ecke wurde erst Kalous Kopfball geblockt, doch dann zog Stocker aus der zweiten Reihe ab – und der Amerikaner John Anthony Brooks lenkte die Kugel aus sieben Metern mit dem Kopf ins FCA-Tor. Nach diesem unglücklichen Rückstand hatte der FCA wenige Minuten später das Glück auf seiner Seite. Nach feinem Doppelpass zwischen Kalou und Ibisevic konnte Marwin Hitz sein Team mit toller Parade (19. Min.) vor Schlimmerem bewahren.

Die Angst ist ein zweiter Schatten

Der FCA zeigte sich in dieser Phase des Spiels völlig verunsichert. Ohne Selbstvertrauen blieb vieles Stückwerk und selbst einfachste Zuspiele misslangen. Bezeichnend hierfür die 20. Minute, als Christoph Janker unbedrängt einem Herthaner in die Füße spielte und so einen Eckball heraufbeschwor. Eine Zahl, die Bände spricht: nur 36 Prozent der Zweikämpfe konnte der FCA bis zu diesem Zeitpunkt für sich entscheiden!

Die zuletzt schwächelnde Hertha war ganz klar Herr im Haus und der FCA bis dahin ohne den Hauch einer Torchance. Wie aufgescheuchte Kaninchen präsentierten sich die FCA-Abwehrspieler beim zweiten Treffer der Herthaner. Statt resolut dazwischenzugehen, versuchte Daniel Baier gegen den technisch beschlagenen Ibisevic akrobatisch zu klären. Dominik Kohr stocherte ebenfalls vergeblich nach dem Ball, der so über Kalou zu Valentin Stocker gelangte, der auf 2:0 für die Berliner erhöhte (37. Min.). – 9:0 Torschüsse verzeichnete die Spielstatistik zu diesem Zeitpunkt und es dauerte noch bis zur 43. Minute bis den Augsburgern das erste Torschüsschen gelang.

Fazit zur Halbzeit: Hertha war dem FCA in allen Belangen überlegen. Bodenlos die FCA-Defensive, einfallslos das FCA-Mittelfeld, harmlos die FCA-Offensive.

In der zweiten Hälfte beschränkte sich die Hertha auf Ergebnissicherung. Trotzdem war das Team von Trainer Pal Dardai einem weiteren Treffer näher als der auch weiterhin desolate und resigniert wirkende FCA. Eine einzige Torchance hatte der FCA zu verbuchen, aber die Art, wie diese von Finnbogason vergeben wurde, passte in das Gesamtbild, das der FCA an diesem Spieltag abgab. Auch die von Manuel Baum vorgenommenen Einwechslungen (Altintop für Kohr; Usami für Finnbogason) änderten nichts mehr daran. Immerhin: 5 Torschüsse brachte der FCA in der 2. Halbzeit zustande – dass sie allesamt weit das Tor verfehlten, muss nicht vertieft werden.

Mit der dritten Niederlage in Folge verspielte der FCA seinen großen Vorsprung auf den direkten Abstiegsplatz bis auf einen Punkt, da Ingolstadt am Abendspiel gegen Darmstadt gewinnen konnte. Am nächsten Samstag (Anstoß 15.30 Uhr) geht es in der heimischen WWK-Arena darum, gegen den 1. FC Köln endlich wieder zu punkten und die Talfahrt Richtung zweite Liga zu stoppen!

FCA: Marwin Hitz – Philipp Max, Kevin Danso, Christoph Janker, Paul Verhaegh – Daniel Baier – Dong-Won Ji, Ja-Cheol Koo, Dominik Kohr, Georg Teigl – Alfred Finnbogason.

Einwechslungen:

69. Min. Halil Altintop (für Alfred Finnbogason),

80. Min. Takashi Usami (für Dominik Kohr),

85. Min. Georg Teigl (für Jonathan Schmid).



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