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Montag, 15.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

FCA vs. Paderborn 3:0

Der FC Augsburg setzte gestern seine kleine Spezialserie „schlecht-spielen-und-gewinnen“ im Heimspiel gegen den SC Paderborn fort. Durch den 3:0 Sieg in der mit 27.825 Zuschauern gefüllten impuls arena bleibt der FCA das beste Rückrundenteam in der Zweiten Bundesliga und belegt nun mit vier Punkten Rückstand zum 1. FC Kaiserlautern den zweiten Rang, der zum direkten Aufstieg ins Fußballoberhaus berechtigt.

Von Siegfried Zagler



Seit neun Runden in der Liga ungeschlagen, bei nur einem Unentschieden, bedeuten 25 von 27 möglichen Punkten und in der Tabelle den gesicherten zweiten Rang, mit bereits 4 Punkten Vorsprung vor dem Drittplatzierten St. Pauli, da die Hamburger in München patzten. FCA-Trainer Jos Luhukay hat aktuell weder Verletzungssorgen noch „Disziplinprobleme“ zu verzeichnen, und so stand wie schon in den letzten Spielen die nur marginal veränderte Stammformation der Seriensieger auf dem Platz. Sinkala durfte nach seiner Gelbsperre gegen Koblenz wieder in der Anfangsformation starten (für Buck), Brinkmann musste für Reinhardt weichen.

Der FCA startet wie gewohnt zu Hause blitzartig und schien von Beginn an zeigen zu wollen, wo die Musik spielt, doch Rafaels Distanzschuss in der 2. Minute war zu ungenau. Die Paderborner zeigten sich jedoch wenig beeindruckt und hielten dagegen. In der 4. Minute tauchte Alushi plötzlich allein vor Jentzsch auf und schoss Simon Jentzsch an. Der Augsburger Keeper avancierte im Laufe des Spiel zur spielentscheidenden Figur, da – nach dem Lattenkopfball von Rafael aus einer ruhenden Situation heraus – kaum noch gefährliche FCA-Angriffe zu sehen waren. Die Paderborner kombinierten direkter und auch potenziell gefährlicher, während die Vorträge von Traore, Thurk, Rafael und CO. keine zwingenden Strafraumszenen evozierten. Die Paderborner Distanzschüsse waren zu ungenau oder fanden in Jentzsch ihren Meister.

„Nach vorne entwickelte sich keine dynamische Kreativität“

War das Spiel in der ersten Halbzeit noch halbwegs ausgeglichen, was bei dem temporeichen Spiel den beiden konzentriert agierenden Abwehrreihen geschuldet war, schien der FCA in den ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit den Faden zu verlieren. In dieser Phase kombinierten die Paderborner wie im Training und erspielten sich vier Tormöglichkeiten, zwei davon waren hochwertig. Nur Jentzsch zeigte in dieser Phase seine Klasse und hielt die Augsburger mit gutem Stellungsspiel im Match. Die Augsburger standen zu weit vom Mann, und nach vorne entwickelte sich keine dynamische Kreativität. Der Aufstiegsexpress schien in Not geraten, die lange gesuchte und gefundene Spielstruktur schien sich in Auflösung zu befinden und der Führungstreffer der Paderborner schien so angesagt in der Luft zu hängen, wie der Sonnenuntergang dieses himmelblauen Wintertages, so der Tenor der Fußballversteher auf der Haupttribüne.

Die alte Phrase, dass sich aus spielerischer Überlegenheit heraus vergebene Torchancen „rächen“, belegte die 62. Minute. Thurk spielte Traore mit dem Außenrist schön frei, Traores Flanke brachte Ndjeng mit einem fulminanten Kopfball aufs Tor, Rafael verwertete den Abstauber. „Das Tor zählt doch, oder?“, konterte Nando Rafael schnippisch den Hinweis des sky-Reporters, dass er kurz vor seinem Torschuss im Abseits stand. Im Stadion war das in der Spielsituation von niemanden bemerkt worden. Die Paderborner fügten sich offensichtlich in ihr Schicksal für die vergebenen Chancen bestraft zu werden. Wie auf Knopfdruck beendete das spielstarke Gästeteam seine Angriffskanonaden und die bis dahin stabile Paderborner Abwehr verlor zusehends an Sicherheit, was allerdings nicht dazu führte, dass der FCA weniger statisch nach vorne spielte.

„So sicher wie eine schwere Maikäferplage“

Das 2:0 in der 70. Minute entstand nach einem unübersichtliches Gestochere im Fünfmeterraum aus einer ruhenden Spielsituation heraus. Nando Rafael verstand es schließlich, nachdem de Roeck noch mit vereinten Kräften geblockt werden konnte, zum zweiten Mal aus kurzer Distanz einzunetzen. Danach zeigten die Augsburger ihre in dieser Saison oft gezeigten Tugenden, entwickelten Ballsicherheit und hielten lauffreudig mit sicheren Kurzpass-Staffagen die Paderborner vom eigenen Kasten fern. Da Costa gelang in der 84. Minute noch ein Traumtor aus der Distanz.

Der FCA hat nun seit drei Spieltagen im Angriff einen Formhänger und gewinnt. Die Konkurrenz ist nicht besser und lässt Federn. Am kommenden Wochenende muss sich der Tabellenzweite in Karlsruhe behaupten, dann spielt man eine Woche später zu Hause vor wohl ausverkauftem Haus gegen Ahlen (eine Prognose, die so sicher ist wie die Aussicht, dass zu diesem Zeitpunkt die Krokusse blühen) und schließlich steht am darauf folgenden Dienstag in Bremen der Einzug ins DFB-Pokalfinale auf dem Programm. Das ist allerdings keine Prognose, sondern eine verwegene Hoffnung, deren Wahrscheinlichkeitsgehalt in etwa der Ankündigung entspricht, dass dieses Jahr eine schwere Maikäferplage auf uns zukommt.

FCA: Jentzsch – Reinhardt, Möhrle, de Roeck, El Achkaoui, Hegeler, Sinkala (82. Buck), Ndjeng, Traore, Rafael (87. Hain), Thurk (70. da Costa).

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