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Montag, 06.12.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Stoppt die Bitumen-Stopfen-Technologie!

Kommentar zur erfreulichen Wettbewerbsauslobung zur Neugestaltung der Fußgängerzone

Von Dr. W. Lorbeer

Im Amtsblatt der Stadt Augsburg, Nummer 7/8, 26.2.2010 unternimmt die Stadtplanung Augsburg endlich den von allen Augsburger Freunden der Innenstadt heiß ersehnten Schritt zur Neugestaltung der Fußgängerzone.

„Mit dem Wettbewerb sollen bestehende Mängel behoben werden, damit sich die Innenstadt mit ihrer stadträumlichen Qualität und ihrem einzigartigen Flair als zukunftsfähiger und lebendiger Ort gegenüber Stadtbereichen in der Peripherie mit ihren Angeboten wie Einkaufszentren oder Shopping-Malls etablieren kann.“

Das kann nur begrüßt und energisch vorangetrieben werden.



Es wird höchste Zeit, dass sich etwas bewegt. Der Belag der Annastraße ist mehr als schäbig. Die ständig durchgeführte Korrektur mit „Teerstopfen“ führte zu einem verheerenden Bild. Die Annastraße ist das Herzstück der Fußgängerzone. Welches Bild bietet sich derzeit dem Besucher, wenn er über das Parkhaus am Ernst-Reuter-Platz und der neuen Bibliothek in die Stadt geht? Es ist erbärmlich. Wieso angesichts dieses Desasters parallel schon wieder eine Nachbesserung der Philippine-Welser-Straße diskutiert wird, erschließt sich dem Passanten nicht.

Genauso wenig Verständnis kann die Ausbreitung der „Teerstopfen-Technologie“ finden, die sich ausgehend vom Belagsacker der Annastraße überall in der Innenstadt ausbreitet: Man sieht die Teerstopfen auf dem Rathausplatz als Ersatz im Ornament, dem Königsplatz als Plattenersatz, in der Schrannenhalle als Ersatz für Marmoreinlagen, in der kurzen Maxstraße als Ersatz für Granitplatten… Diffizile est satiram non scribere! O heiligs Pfläschterle. Wer stoppt den Bitumenexpress?