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Mittwoch, 22.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Referenten in Wartestellung

Kommentar von Siegfried Zagler

An der bisher weder bestätigten noch dementierten Berichterstattung der Augsburger Allgemeinen bezüglich der beiden verwaisten Referentenposten ist viel Wahres dran. In der Tat sind die Nachfolger der beiden glücklos agierenden und krank geschriebenen Referenten Andreas Bubmann (Wirtschaft) und Walter Böhm (Ordnung) bestellt. Die bisherige „Wirtschafts-Interimsreferentin“ Eva Weber und Stadtrat Volker Ullrich sollen die beiden erkrankten Referenten beerben, falls Bubmann und Böhm – wovon auszugehen ist – nicht mehr in ihr Amt zurück kommen sollten. Das ist nicht der neueste Stand der Dinge, aber immerhin hat sich die DAZ die Mühe gemacht, die seit Wochen durch die Stadt geisternden Spekulationen zu überprüfen. Dabei ist Erstaunliches ans Licht gekommen.

Geschlossenheit sieht anders aus

Die Idee, den hochbegabten aber nicht immer OB-loyalen Stadtrat Ullrich mit einem Referentenposten in Amt und Würden zu nehmen, um Ullrich zu befrieden und somit die politische Stadtratsmehrheit stabiler zu gestalten, wird offensichtlich nicht von allen in der CSU-Fraktion goutiert. Außerdem muss man wissen, dass von Pro Augsburg bei den Koalitionsverhandlungen vor drei Jahren ein Referentenposten für Ullrich als ein „No Go“ bezeichnet wurde. Allerdings solle sich diese entschiedene Positionierung bei Pro Augsburg verflüchtigt haben. Auch der fraktionslose Karl Heinz Englet habe sich mit Weber und Ullrich einverstanden erklärt. Da aber die Wahl der Referenten geheim ist, sind Probeabstimmungen im Vorfeld in etwa so zuverlässig wie Internetumfragen. Um das Risiko in Sachen Ullrich so klein wie möglich zu halten, habe man sich nun darauf geeinigt, zuerst den Ordnungsreferenten zu wählen. Würde Ullrich durchfallen, wäre auch die Wahl von Eva Weber gefährdet. Diese Idee komme natürlich aus dem „Ullrich-Lager“. „Beide oder keiner“, so die Losung. – Geschlossenheit sieht anders aus.

Die Stadtregierung geht mit Weber und Ullrich auf Nummer sicher

Und die Opposition? Bisher hat vornehmlich die SPD aufs Tempo gedrückt. Die Freien Wähler schweigen, die Linken ebenfalls und von den Grünen gibt es seit gestern eine Pressemitteilung. Ohne einen Namen zu nennen, sprechen sich die Grünen dagegen aus, dass die Referenten in den Hinterzimmern der CSU ausgemauschelt werden. Auf den Ordnungsreferenten solle verzichtet werden. Der Wirtschaftsreferent solle ausgeschrieben werden. „Für Projekte, wie etwa den Aufbau des Innovationsparks braucht es eine hoch kompetente und qualifizierte Referatsleitung. Deshalb kann es nicht sein, dass eine solch wichtige Referatsbesetzung in CSU-Hinterzimmern entschieden wird“, so die Grünen.

Eine Ansage, die an Naivität kaum zu überbieten ist. Es ist schwer vorstellbar, dass sich eine „hochkompetente und qualifizierte“ Spitzenkraft aus der Wirtschaft für eine nicht besonders gut bezahlte Teilzeitstelle mit komplexer Stellenbeschreibung interessiert. Teilzeitstelle deshalb, weil man im Falle eines Regierungswechsels in drei Jahren davon ausgehen muss, dass die jetzige Opposition ihre Referentenriege „traditionell“ neu bestellt. Mit Böhm und Bubmann hat sich die aktuelle Regierung, das muss man zweifelsfrei und mitleidslos konstatieren, schwer vergriffen. Mit Weber und Ullrich geht sie auf Nummer sicher. In der schwierigen Gesamtsituation setzen Gribl und die CSU auf parteipolitische Überlegungen. Das ist nachvollziehbar und gehört zum kleinen Einmaleins der parlamentarischen Demokratie. Eva Weber und Volker Ullrich sind hochpolitische Besetzungen, die mit der Hoffnung verbunden sind, die zerstrittene CSU in der zweiten Halbzeit auf Spur zu bringen. Wie schwierig das ist, zeigt die berechtigte Sorge, dass Ullrich bei der Wahl durchfallen könnte.

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Der solide Referent

Nach Peter Grab und Hermann Weber stellte am gestrigen Montag Rainer Schaal als dritter Referent den Medien seine Halbzeitbilanz vor. Der Umweltreferent präsentierte sich im Seminarraum des Botanischen Gartens als strategischer, solide wirtschaftender Denker. Er wolle nicht mit Kleinem, sondern mit strategischen Grundüberlegungen in Verbindung gebracht werden, so Schaal. Deshalb gebe es von ihm heute auch keinen Bericht über Spielplatzausstattungen und 127 neue Hundetoiletten. Beim Thema Umwelt komme es vielmehr auf [...]

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Umweltschutz: Theater Augsburg besteht EU-Öko-Audit

Nur sechs Augsburger Betriebe dürfen derzeit das EU-Logo für geprüftes Umweltmanagement führen. Darunter ist das Theater Augsburg. Mathias Kring (IHK Schwaben) und Umweltreferent Rainer Schaal überreichten am vergangenen Mittwoch die Registrierungsurkunde. Das Startsignal für Umweltmanagement bei der Stadt Augsburg und ihren Eigenbetrieben, zu denen das Theater gehört, gab der Stadtrat im Jahr 1998. Seit 2006 steht allen Ämtern ein Rahmenhandbuch und ein gesamtstädtischer Leitfaden zur Verfügung. Im Januar 2009 wurde eine [...]

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6:0 für Tristan und Isolde

Wagner-Oper: Sternstunde im Theater Augsburg Von Bernd Wißner Wagner und besonders sein Tristan sind nicht jedermanns Geschmack. Zurückgegebene Aboplätze waren jedoch gefüllt, denn Wagnerfreunde scheuen keine weiten Wege. Manch ein Abonnent allerdings kam mit bangem Herzen ins Theater: Der frühe Beginn um 17 Uhr machte klar, dass fünf Stunden schwere Kost drohten. Diese Angst war spätestens nach dem faszinierend intonierten Vorspiel und den ersten Minuten des Dramas verschwunden – von Anfang an [...]

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0:0 für Union und FCA

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Augsburger Stadtfinanzen: Die Rahmenbedingungen sind schlecht

Als zweiter der städtischen Referenten trat am gestrigen Freitag Finanzreferent Hermann Weber zur Halbzeitbilanz der Stadtregierung vor die Medien. Den Hauptanteil seines Vortrags widmete Weber grundsätzlichen Fragen. Sein Fazit: Augsburg ist eine Stadt mit unterdurchschnittlicher Steuerkraft und überdurchschnittlich hohen Soziallasten. Über 700 Millionen Haushaltsvolumen bewegt die Stadt jährlich. Die Haupteinnahmen sind Steuern und Zuweisungen. Bis […]

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„Dinge, die so nicht geplant waren“

Kulturreferent Peter Grab zog Drei-Jahres-Bilanz Von Frank Heindl Drei Jahre ist die Stadtregierung von CSU und Pro Augsburg im Amt – und sieht sich derzeit in der Pflicht, den Medien eine Zwischenbilanz ihrer Tätigkeit zu präsentieren. Kulturreferent und Dritter Bürgermeister Peter Grab machte am Mittwoch den Anfang und sah sich – damit hatte man rechnen […]

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Theater für alle: Kirschgarten für 10 Euro

Am heutigen Freitag, 11. März 2011, wird um 19.30 Uhr Anton Tschechows „Der Kirschgarten“ in einer Inszenierung von Markus Trabusch zum letzten Mal aufgeführt. Die Schlussvorstellung findet im Rahmen von „Theater für alle“ statt, weshalb die Karten auf allen Plätzen nur 10 Euro kosten. Tschechows Kirschgarten, dessen Ernte nichts Bares mehr bringt, ist Dekoration – […]

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Von Hühnern, Politikern und Managern

Jubiläums-„Cartoonica“ in der Kreissparkasse Augsburg Zur 25. Augsburger „Cartoonica“ lädt die Kreissparkasse Augsburg vom 16. März bis 29. April 2011 in ihr Kundenzentrum am Martin-Luther-Platz ein. Zu sehen sind Werke der Kölner Karikaturisten Peter Gaymann und Dirk Meissner sowie des Augsburger Lokalmatadors Erich Paulmichl. Bei der Eröffnungsveranstaltung am Dienstag, 15. März ab 19 Uhr, geben […]

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Das Stadtarchiv blickt zurück

Am heutigen Mittwoch findet im Stadtarchiv der Themenabend „125 Jahre Stadtarchiv im Haus Fuggerstraße 12“ statt. In der Phase der räumlichen Neuorientierung des Stadtarchivs will das Stadtarchiv einen informativen Überblick über die wesentlichen Stationen seiner Geschichte von den Anfängen bis heute geben. Das Stadtarchiv in der Fuggerstraße – Foto: Kleeblatt-Film Am 1. Januar 1884 hat […]

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Internationale Canoe Federation tagt in Augsburg

An der Kanu-Hochburg Augsburg kommt auch die Internationale Canoe Federation (ICF) nicht vorbei. Am kommenden Wochenende tagen hochkarätige Vertreter der ICF unter Leitung von ICF Slalom Chairman Jean Michel Prono aus Frankreich in der Fuggerstadt. Die ICF Kommission tagt jeweils im Frühjahr vor Saisonbeginn in einer der Kanu Metropolen der Welt. Dieses Mal treffen sich […]

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Geistreich, witzig, virtuos

Wer liebt, ist nicht grundtönig: Stefan Mikischs Einführung in Wagners Tristan Von Bernd Wißner Ich leide. Ich habe einen wunderschönen Abend erlebt, geistreich, witzig und virtuos, und soll das nun anderen mitteilen. Wozu? Es nützt ja nichts, der Abend war einmalig (im doppelten Sinn). Deshalb leide ich, und das tue ich in F-Moll! Das behauptet […]

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Kurznachrichten

Internationaler Museumstag in Augsburg



Am Sonntag, 17. Mai 2026, öffnen die Kunst­sammlungen & Museen Augsburg ihre Türen zum Inter­nationalen Museumstag. Der Eintritt ist in allen Aus­stellungen frei – von der Rokoko-Architektur des Schaezler­palais über die Gold- und Silber­schmiede­kunst im Maximilian­museum bis zur abstrakten Malerei in der Kunsthalle. Ein abwechs­lungs­reiches Führungs­programm von 10 bis 17 Uhr lädt zum Entdecken ein. Von Bruno […]

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Aktionstag: Fahrzeuge wiegen vor dem Urlaub



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Kirschblütenfest in Oberhausen



Drei Tage Musik, Kultur und Familie Wenn die Zierkirschen in der Ulmer Straße erblühen, wird der Helmut-Haller-Platz in Augsburg-Oberhausen zur Festzone. Das Kirsch­blüten­fest der ARGE Oberhausen lockt vom 24. bis 26. April 2026 mit drei Tagen Live-Musik, Familien­programm und kuli­nari­schen Angeboten – bei freiem Eintritt. Von Bruno Stubenrauch Bereits zum 13. Mal lädt die Arbeits­gemein­schaft der […]

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„Stille Post“: Foto- und Bilder­ausstellung im Zeughaus



Vom 1. bis 29. Mai 2026 zeigt die Foyer-Galerie im Augsburger Zeughaus die Ausstellung „Stille Post“ mit Fotografien von Gerhard Detzer und Malerei von Rolf Jähnig. Die Vernissage findet am 1. Mai um 15 Uhr statt. Von Bruno Stubenrauch Der Titel lehnt sich an das gleichnamige Gruppen­spiel an: Im Mittel­punkt stehen nicht die einzelnen Objekte, sondern deren […]

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Augsburg-Kalender 2027 von art-aux



Ein Wandkalender mit 12 Augsburg-Motiven der Fotografin und Künstlerin Claudia Specht ist in limitierter Auflage erhältlich. Der Fotokalender für das Jahr 2027 kann in den Größen DIN A5, DIN A4 und DIN A3 vorbestellt werden. Die Aufnahmen zeigen Licht­stim­mungen und Lieb­lings­orte der Stadt und sind nicht digi­tal nach­be­ar­beitet. Pro­du­ziert wird der Kalen­der auf sta­bilem Pre­mium­papier, […]

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