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Dienstag, 30.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Pau­ken­schlag in der Kom­mu­nal­po­li­tik: Bür­ger­ver­ein­i­gung „Pro Augs­burg“ löst sich nach 25 Jah­ren auf

Nach einem Vier­tel­jahr­hun­dert kom­mu­nal­po­li­ti­scher Mit­be­stim­mung zieht die tra­di­ti­ons­reiche Bür­ger­ver­ein­i­gung die Reiß­leine. Trotz eines Teil­er­folgs bei den Kom­mu­nal­wah­len im März re­ag­iert der Ver­ein da­mit auf den spür­ba­ren po­li­ti­schen Wan­del in der Fug­ger­stadt.

​Von Bruno Stubenrauch

Nur ein Stadtratsmandat für das Wahlbündnis Pro Augsburg/ FDP

​Das Ende einer Ära in der Augs­bur­ger Stadt­po­li­tik: Die ver­blie­be­nen Mit­glie­der der Bür­ger­ver­ein­i­gung „Pro Augs­burg“ haben of­fi­zi­ell be­schlos­sen, den Ver­ein auf­zu­lö­sen. Ge­grün­det vor 25 Jah­ren von einem gu­ten Dut­zend be­kann­ter Augs­bur­ger Per­sön­lich­kei­ten aus Wirt­schaft, Sport und Ge­sell­schaft, trat die Grup­pie­rung einst mit dem kla­ren Cre­do „Bür­ger ma­chen Po­li­tik!“ an. Ziel war eine sach­li­chere, von Par­tei­ap­pa­ra­ten un­ab­hän­gige Kom­mu­nal­po­li­tik, die sich rein dem Ge­mein­wohl ver­schreibt.

​„Wir sind stolz auf das, was wir ge­mein­sam für Augs­burg er­reicht haben“, er­klärt die ehe­ma­lige Stadt­rä­tin Be­ate Scha­bert-Zeid­ler mit Blick auf das Vier­tel­jahr­hun­dert bür­ger­li­chen En­ga­ge­ments. Man sei dank­bar für das jah­re­lange Ver­trauen der Bür­ger­in­nen und Bür­ger.

Kom­mu­nal­wahl 2026 bringt den Wen­de­punkt

​Den fi­na­len Aus­schlag für den dra­sti­schen Schritt gaben of­fen­bar die Er­geb­nisse der Kom­mu­nal­wahl vom März 2026. Diese hiel­ten für die Ver­ein­i­gung Licht und Schat­ten be­reit: Zwar ge­lang es Pro Augs­burg im Wahl­bünd­nis mit der FDP Augs­burg, die en­ga­gierte Kan­di­da­tin Iris Stei­ner er­folg­reich in den Stadt­rat zu brin­gen. Das Ge­samt­er­geb­nis blieb je­doch deut­lich hin­ter den ei­ge­nen, am­bi­ti­o­nier­ten Er­war­tun­gen zu­rück. Man hatte sich von der Liste spür­bar mehr Stim­men, Sicht­bar­keit und po­li­ti­schen Rü­cken­wind er­hofft.

​„Das Er­geb­nis hat uns ge­zeigt, wo wir ste­hen“, bi­lan­ziert Jo­han­nes War­beck, Vor­stand und Li­sten­kan­di­dat von Pro Augs­burg. Iris Stei­ner im Stadt­rat zu wis­sen, sei ein ech­ter Er­folg, doch die Er­war­tun­gen als Ver­ein seien eben hö­her ge­we­sen. Laut War­beck ist die Auf­lö­sung je­doch kein Rück­zug aus Re­si­gna­ti­on, son­dern ein ver­ant­wor­tungs­vol­ler Um­gang mit einer ver­än­der­ten po­li­ti­schen Land­schaft, in der neue Ak­teure und For­men des En­ga­ge­ments ent­stan­den sind. Den neuen Kräf­ten wolle man nun be­wusst Raum schaf­fen. Die ge­leb­ten Werte wie Prag­ma­ti­smus, Ver­ant­wor­tung und Di­a­log­be­reit­schaft aus der bür­ger­li­chen Mitte her­aus, so der Vor­stand, wür­den auch ohne die Or­ga­ni­sa­ti­on Spu­ren in der Stadt hin­ter­las­sen.