DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Mittwoch, 08.07.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Zwischen indulgentia und Ausleitung



 

Einer der Ablässe, von denen der Lech eine Vielzahl aufzuweisen hat, wird namentlich mit dem Wort „Hoch“ an einer bestimmten Stelle dieses Flusses trefflich spezifiziert. Dies ist nicht nur aus topographischer, sondern auch wasserbauhistorischer Sicht bedeutsam.

Eine Stadt, die wiederum in ihrer bewegten und stolzen Geschichte, und verwoben mit diesem wichtigen Wasserbauwerk, dem Medium Wasser fortifikatorisch, mahlsteinantreibend, kühlend oder gar chemisch spülend enorm viel zu verdanken hat, wird sich langsam und vielleicht stetig bewusst, dass Wasser nicht nur funktional, sondern auch emotional Lebensqualität bedeutet.

Vielleicht braucht es noch Zeit, einen offenen Wasserlauf den Verrohrungen von Stadtbächen vorzuziehen und nicht nur in Hochglanzbroschüren im Rahmen von Stadt-Vergleichswettbewerben die Unverwechselbarkeit dieser Stadt zu begreifen, um einen Wasserschleier nicht als Heimatstümelei abzutun.

Tief in uns verankert tendieren wir zum Funktionalismus, gepaart mit Perfektionismus – sprich – wenn wir etwas machen, dann bitte optimiert und ausschließlich. Die „Energiewende“ als Beispiel läuten wir spät ein, dann aber bitte mit sofortiger Wirkung, ohne Rücksicht auf die bisherige wichtige Landschaftsraumbewertung und Raumästhetik. Hopp oder topp! Wir marschieren der Energiewende entgegen. Kollateralschäden werden der Rentabilität und dem politischen Kalkül geopfert.

Mit dem „Hochablass“ ist eben nicht eine spirituelle Überhöhung eines Gnadenaktes gemeint – auf den man evtl. hofft – sondern ein wichtiges Stück Augsburger Geschichte. Wenn man als Stadt nicht einmal mehr weiß, ob der Grundstein aus dem Jahre 1911 auf der Westseite dieses denkmalgeschützten Wasserbaus noch existiert, wird man auch weiterhin, – natürlich pleite – einen „Ausverkauf“ seiner baulichen Geschichte bei städtischen Bauten dieser Stadt nähertreten.

Lieber mit Finesse sich eines Begehrens bedienen, sozusagen Bürger gegen Bürger ausspielen, als mit anstrengender Aufklärungsarbeit, rechtzeitig und frei von Taktik, die Bürger mitzunehmen.

Ein kleines Beispiel, wie man Wahrheit von verschiedenen Seiten sehen kann und will:

Die berechtigte Forderung, den optischen Status quo des „Wasserfalls“ – übrigens ein schönes Wort, trotz rechtlicher Unzulässigkeit – in der Anzahl der Tage und in der Intensität zu gewährleisten – hier zwei Varianten:

  1. Durch die Brille der Rest-Rentabilität von verbleibenden (vormals 10%) etwas über 4% gesehen, vermittelt man zwischenzeitlich als Verantwortlicher, – übrigens in einer verheerenden naturschutzfachlichen Einstellung – über eine zusätzlich zu genehmigende Aufstauung, über die „nicht zulässige“ Aufstauung hinaus, den Wasserfall doch noch zu ermöglichen.
  2. Alternativ aber mit der Bereitschaft zu einer weiteren Prämisse, mit 2,5 – 4 m³/sec einen Wasserfall vor dem Einsatz von Turbinen zu ermöglichen und somit den Status quo von heute zu sichern, würde dies aber bedeuten, dass die Referenzmenge der garantierten, gebundenen Wasserableitungen von 50 auf 52-54 m³/sec zu erhöhen sind und nachrangig das Kraftwerk zu betreiben ist.

Demut weicht dem Machterhalt und Taktik der Aufrichtigkeit.

Einem Grundsatzbeschluss im Umweltausschuss mit nur vier Entscheidungsparametern (damalige Rentabilität, grobbauliche Darstellung und Positionierung, pauschaler Zustimmungshinweis aus naturschutzfachlicher Sicht und verbriefte Ableitmengen mit Referenzmenge) stehen nun enorm viele offene Fragen entgegen, übrigens auch aus naturschutzfachlicher Sicht.

Warum nicht ein Ja zu einem Kraftwerk, bei dem aber die Ängste, Wünsche und Anregungen betroffener Bürger sofort berücksichtigt werden.

Verantwortung von den gewählten Stadträten nun teuer auf die Bürger abzuwälzen und noch immer um Umweltstandards und die Optik zu feilschen steht einer stolzen „Umweltstadt“ nicht gut zu Gesicht.

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Hochablass: Gribl hält am Ratsbegehren fest

In einer städtischen Pressemitteilung bezeichnete Augsburgs Oberbürgermeister Kurt Gribl gestern die Medienberichte über die nicht vorhandene Stadtratsmehrheit bezüglich des Ratsbegehren als „Spekulationen“ und positionierte sich entschieden für das geplante Ratsbegehren in Sachen Wasserkraftwerk am Hochablass. Von Siegfried Zagler „Ungeachtet der Spekulationen über mögliche Mehrheitsverhältnisse bei der Abstimmung über ein Ratsbegehren im Stadtrat“, will Augsburgs OB Kurt Gribl „weiterhin die Bürgerschaft aktiv mit einbinden“, wie es in einer Presseerklärung der Stadt heißt. „Ich [...]

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Kö-Umbau verschärft Probleme

Immer mehr zeichnet sich ab, dass der Kö-Umbau, von der Stadtregierung, den meisten Fraktionen und fast allen Medien als „Jahrhundertprojekt“ und als großartige Lösung für wachsenden Probleme im Bereich Nahverkehr angepriesen, diese in Wirklichkeit jetzt vergrößert und verschärft. Die „autofreie Zone“ wurde gelobt, als ob die ganze Innenstadt autofrei wäre und nicht bloß 200 Meter. Aber nun werden dort „stinkende Dieselabgase“ (Zitat Augsburger Allgemeine) vermehrt einzuatmen sein. Denn dem Umweltreferenten „verdanken“ [...]

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Virtuelles Kraftwerk Lechfeld

Informationsveranstaltung von BÜNDNIS 90/Die GRÜNEN Augsburg am Dienstag, den 24. Januar 2012 um 19 Uhr im BIB Augsburg, Memminger Str. 6 Endet die Energiewende bevor sie richtig angefangen hat? Der schleppende Netzausbau und die fehlenden Speichermöglichkeiten geraten zum Hemmschuh für die regenerative Stromerzeugung zu werden. Damit die Energiewende vor Ort deswegen nicht ins Stocken gerät, wird beim “virtuellen Kraftwerk Lechfeld” ein Ansatz verfolgt, der von vielen dezentralen Kraftwerken ausgeht. Diese sollen mit Energiespeichern [...]

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manroland: Augsburg behält 1.500 Arbeitsplätze

Gläubigerbeirat einigt sich auf stabile Investorenlösung Der insolvente Druckmaschinenhersteller manroland wird im Rahmen einer Investorenlösung in drei eigenständige Teilbereiche aufgeteilt. Zu diesem Ergebnis kam am gestrigen Mittwoch der Gläubigerbeirat des Unternehmens unter Leitung des vorläufigen Insolvenzverwalters Werner Schneider. Grünes Licht für manroland in Augsburg Nach dem vorliegenden Konzept wird der Standort Augsburg mit dem Produktionsbereich […]

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Schüchterne Annäherung an den Tanz

Premiere: das Ballett des Stadttheaters geht an die Schulen Von Frank Heindl Überraschung in der Klasse 2c der Blériot-Grundschule im Univiertel: Während Lehrerin Barbara Wagner am Dienstag mit ihren Kindern die Eigenschaften der Tunwörter einübt, klopft es plötzlich an der Tür. Herein tritt, völlig verschüchtert, zusammengekrümmt und verunsichert eine neue Schülerin, die sich verschämt und […]

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Ratsbegehren ohne Rat

Das von der Regierung geplante Ratsbegehren kann als gescheitert bezeichnet werden. Eine Woche vor der dafür notwendigen Bewilligung auf der kommenden Stadtratssitzung am Donnerstag, 26. Januar steht beinahe sicher fest, dass es dafür keine Mehrheit geben wird. Der Augsburger Hochablass vom westlichen Lechufer aus gesehen: In die beiden linken Abstürze soll das Kraftwerk eingebaut werden. […]

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Staat und Religion – wie passt das zusammen?

In der Redereihe „Zusammen leben – Augsburger Reden zu Vielfalt und Frieden in der Stadtgesellschaft“ spricht am kommenden Mittwoch, 25. Januar Prof. Dr. Dr. Udo Fabio zum Thema: „Neutralität und Laizität: Wie hält es der Staat mit der Religion?“ im Goldenen Saal des Rathauses. Nachdem im vergangenen Jahr Rita Süssmuth, Gesine Schwan, der Bestsellerautor Ilija Trojanow, […]

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100 Jahre Sozialdienst katholischer Frauen

Auf eine 100jährige Geschichte blickte der Sozialdienst katholischer Frauen (SkF) der Diözese Augsburg auf seinem Neujahrsempfang am 12. Januar im Augsburger Theater zurück. Außerdem stellte er einen Stiftungsfonds vor, der in Zukunft zusätzliche Einnahmen bringen soll. Dankesworte gabe es zum Jubiläum von Bayerns Frauenministerin Christine Haderthauer, zugleich Frauenbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung. „In unserer Gesellschaft sind […]

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Prosa und Satzbau

Literaturworkshop an der Uni Bei einem Schriftstellertreffen in Cadenabbia ließ Sebastian Kleinschmidt, langjähriger Chefredakteur von „Sinn und Form“, in einer Diskussion die Bemerkung fallen: „Lyrik ist Versbau. Prosa ist Satzbau. Essay ist Gedankenbau.“ Diese Äußerung hat die Lyrikerin, Schriftstellerin und Literaturwissenschaftlerin Ulrike Längle dazu angeregt, ihre Schriftstellerwerkstatt unter das Motto „Prosa ist Satzbau“ zu stellen. […]

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Beat, Punk und Drogen

Yony Leysers Film über William S. Burroughs läuft in Augsburg Von Frank Heindl 1956 erschien Allen Ginsbergs Gedicht „Howl“, 1957 Jack Kerouacs „On the road“ und 1959 William S. Burroughs „Naked Lunch“. Eine aufregende Zeit muss das gewesen sein, als die später „Beat Generation“ genannte Bewegung entstand – doch ob sie schön war? Die 50er-Jahre […]

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Wasserkraftwerk am Hochablass: Ratsbegehren vor dem Aus

Kommentar von Siegfried Zagler Abendstimmung am Augsburger Hochablass Die Stadtregierung will ihren Bürgern innerhalb von 16 Monaten das zweite Ratsbegehren zumuten. Das erste Ratsbegehren der Stadtregierung war damals eine richtige und notwendige Maßnahme. Der Bürgerentscheid am 21. November 2010 zum Königsplatzumbau hat nicht nur die Kritiker in den eigenen Reihen und die SPD auf Linie […]

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DAZ heute

Kurznachrichten

Fast eine Silberhochzeit: Ex-Zoodirektorin Dr. Jantschke spricht über 25 Jahre Zoo Augsburg



Am Montag, 20. Juli um 18 Uhr spricht die langjährige Augsburger Zoo­direktorin Dr. Barbara Jantschke im Umwelt­bildungs­zentrum über ihre fast 25-jährige Amtszeit. Von Bruno Stubenrauch Das neue Elefantenhaus kurz vor der Fertigstellung (Foto: DAZ Archiv) Nach knapp 25 Jahren hat Dr. Barbara Jantschke im Frühjahr 2026 ihren Posten als Direktorin des Augsburger Zoos ab­ge­geben. In ihrer Amtszeit ent­wickelte […]

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Benefiz-Konzert im Bombig zugunsten des St. Vinzenz-Hospiz



Bereits zum fünften Mal öffnet der Bombig Liveklub seine Türen für einen guten Zweck: Am Samstag, 25. Juli 2026, spielen die Bands Liliput und Sunday in Jail ab 19:30 Uhr – alle Spenden des Abends gehen zu 100 Prozent an den St. Vinzenz-Hospiz Augsburg e. V. Von Bruno Stubenrauch Auszug Veranstaltungsflyer Thomas Lindner und die Bombig-Crew machen es seit […]

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Red Bull Padel­fest: Quiet­sche-E­nten und Nessie im Augs­bur­ger Wild­was­ser



Am 1. August 2026 verwandelt sich der Augs­bur­ger Eis­ka­nal in eine Bühne für Kre­a­ti­vi­tät, Action und jede Menge Spaß. 40 Teams treten mit selbst­ge­bau­ten Booten beim Red Bull Padel­fest an – der Ein­tritt ist kosten­los und ohne Ticket möglich. Von Bruno Stubenrauch (Foto: Red Bull Content Pool) Am 1. August 2026 kehrt das Red Bull Padel­fest mit seiner zwei­ten Auf­lage […]

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Hausputz bei der DAZ



In der KW 28 vom 6. bis 11. Juli 2026 finden auf dem Server der DAZ umfang­reiche Wartungs­arbeiten statt. Neu aufgesetzt werden das Betriebs­system, das Content Manage­ment System und die PlugIns. Außerdem stehen eine Daten­bank­opti­mierung und ein Viren­scan auf der Agenda. Unser Technikteam versucht, die Arbeiten im lau­fen­den Betrieb im Hinter­grund durch­zu­führen. Eine zeit­weise Nicht­erreich­bar­keit […]

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Regio Augsburg Tourismus: Lara Hammer neue Aufsichtsrats­vorsitzende



Die Regio Augsburg Tourismus GmbH hat einen neuen Aufsichts­rat. Zur Vorsitzenden wurde Lara Hammer, Fraktions­vorsitzende der SPD im Augsburger Stadtrat, gewählt. Ihr Stell­vertreter ist Dr. Ludwig Lenzgeiger, Fraktions­geschäfts­führer der CSU-Kreistags­fraktion Augsburg-Land. Die Amtszeit endet mit der Wahlperiode 2032. Von Bruno Stubenrauch Neu im Aufsichtsrat der Regio Augsburg Tourismus GmbH (hinten, von links): Heike Uhrig, Lara Hammer, […]

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