Die Stadtwerke wollten noch im Januar ihr Wasserkraftwerk am Hochablass vom Stadtrat absegnen lassen. Die Gegner haben sich fast schon damit abgefunden. Der Bau sollte im März beginnen. Fertig sollte das Kraftwerk im August 2013 sein. Und ans Netz sollte es noch vor dem 31.12.2013, damit die Förderquellen aus dem Erneuerbare-Energie-Gesetz fließen können.
Doch dann kam der Ratsentscheid wie ein „friendly fire“ aus dem Stadtrat. Die Bürger sollen selber über das Kraftwerk entscheiden. Woher kommt diese plötzliche Liebe zur direkten Demokratie? Niemand hat ein Bürgerbegehren gegen das Kraftwerk am Hochablass geplant. Es gab Proteste, ja. Aber der Protest der Hochzoller Bürger war für die Stadtwerke eine zu vernachlässigende Größe. Warum also entdeckt die Stadtregierung so plötzlich ihre Liebe zur direkten Demokratie?
Die malade Koalition aus CSU, NCSM, Pro Augsburg und einem fraktionslosen Stadtrat (ehemals Pro Augsburg) kann anscheinend nur noch mit diesem Placebo geheilt werden. War von Anfang an die Mehrheit schon hauchdünn, so hat sich nach der Halbzeit die Regierungskoalition heillos zerstritten. Von der rauflustigen CSU hat sich unter der Führung des Kämmerers Hermann Weber die Neue Christlich-Soziale Mitte abgespalten. Und Pro Augsburg mit dem glücklosen Kultur- und Sportreferenten Peter Grab muss mit ansehen, wie die Topleute sich dem Intrigenspiel entziehen, davonlaufen und ein anderes Betätigungsfeld suchen.
Die schlimmste Niederlage aber dürfte der Haushaltsplan für das Jahr 2012 sein. Der Kämmerer hat für teures Geld eine externe Kommission angeheuert, die für die nächsten Jahre einen Sparplan mit einem Volumen von 50 Millionen Euro ausgearbeitet hat. Diese Radikalkur hat die Stadtregierung aber zum Glück nicht gewagt. Der Kämmerer mit seiner NCSM wollte eine maßvolle Erhöhung der Gewerbesteuer, die aber in der Regierungskoalition keine Mehrheit fand, und nach dem Gießkannenprinzip einen Sparplan, der aber immer nur als „Hermann Webers Giftliste“ empfunden wurde.
Das Ergebnis ist kein ausgeglichener Haushalt, sondern ein Defizit von 13 Millionen Euro. Derzeit muss der Stadtrat noch darauf warten, dass die Regierung von Schwaben den Haushalt genehmigt.
Und nun der Ratsentscheid. Mit direkter Demokratie hat er nur in homöopathischer Dosierung zu tun. Wenn die gewählten Repräsentanten zu diesem kostspieligen Mittel greifen, dann nur deshalb, weil sie selbst zu einer Mehrheitsentscheidung nicht mehr fähig sind. Um Aufklärung und Bürgerbeteiligung geht es ihnen nicht. Das Gegenteil ist zu befürchten. Das Thema sei hoch emotional, heißt es. Und so werden die Bürgerinnen und Bürger demnächst mit teuren Schaukämpfen konfrontiert und emotionalisiert. Aufklärung geht anders. Direkte Demokratie ist anders. Anders als dieses Stadttheater.
Wolfgang Walter
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15.01.2012
| Autor: Die Linke
Rubrik: Die Linke, Rathausstimmen
Schwerpunktthema Finanzpolitik
Die Grüne Stadtratsfraktion lädt zu ihrem Neujahrsempfang am Sonntag, 22.01.2012 um 11.00 Uhr in den Oberen Fletz des Rathauses. Im Mittelpunkt steht das Thema Finanzpolitik. Die Grünen wollen aufzeigen, wie zukunftsfähige Kommunale Finanzen aussehen können. Gastrednerin ist Karoline Linnert, Bürgermeisterin und Finanzsenatorin der Freien Hansestadt Bremen.
Zu Beginn wird Reiner Erben eine Bewertung der Arbeit der Stadtregierung des letzten Jahres und einen Ausblick auf das Kommende Jahr geben. Im Mittelpunkt [...]
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Artikel vom
14.01.2012
| Autor: Die Gruenen
Rubrik: Die Grünen, Rathausstimmen
Der Sachstand, den die Stadtregierung am Mittwochabend exklusiv der Augsburger Allgemeinen zukommen ließ, ist zutreffend: Die Stadtregierung (CSU, Pro Augsburg, NCSM und Oberbürgermeister Kurt Gribl) wollen den Bürger darüber entscheiden lassen, ob am Hochablass ein Kraftwerk gebaut werden soll oder nicht.
Nach dem sogenannten „Ratsbegehren zum Tunnelentscheid“ am 21. November 2010, das die SPD seinerzeit mit trug, initiiert die Stadtratregierung nun das zweite Ratsbegehren. Mit einem Ratsbegehren wird nicht nur ein [...]
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Artikel vom
13.01.2012
| Autor: sz
Rubrik: Lokalpolitik, Parteien
In einer gestrigen Pressekonferenz mit OB Dr. Kurt Gribl, Bürgermeister Peter Grab und Intendantin Juliane Votteler wurde der Vertrag mit Generalmuskdirektor Dirk Kaftan bis 31. August 2016 verlängert.
Dirk Kaftan ist seit der Spielzeit 2009/10 Generalmusikdirektor am Theater Augsburg. Von 2006 bis 2009 war er als 1. Kapellmeister und Stellvertreter des Chefdirigenten an der Grazer Oper engagiert. Als Konzertdirigent leitete Kaftan Orchester wie das Deutsche Symphonie Orchester Berlin, die Stuttgarter Philharmoniker, [...]
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Artikel vom
13.01.2012
| Autor: bs
Rubrik: Musik, Theater
Das Bayerische Fernsehen hat am vergangenen Donnerstag, 5. Januar 2012 in der Abendschau um 18 Uhr und in der Sendung aus „Bayern und Altschwaben“ in zwei von der Augsburger Journalistin Anja Marks-Schilffarth moderierten Beiträgen über das Maximilianmuseum und seine Sammlungen und die laufende Ausstellung berichtet. Die Kurzbeiträge beginnen sozusagen im Keller des Museums, wo etwa, […]
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Artikel vom
12.01.2012
| Autor: fh
Rubrik: Ausstellungen, Kultur, Museen
Die Kritik an der Informationspolitik der Stadtregierung und den Stadtwerken in Sachen Wasserkraftwerk am Hochablass nimmt massiv zu. „Absolut mangelhaft“ (Grüne) sei das „bürgerferne Verfahren“ (Aktionsgemeinschaft Hochzoll). Oberbürgermeister Kurt Gribl hat indes am Sonntag versprochen, sämtliche Einwände und Belange zu prüfen, „bevor zum Beispiel am Hochablass ein Kraftwerk gebaut werden kann.“ „Es ist an der […]
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Artikel vom
11.01.2012
| Autor: sz
Rubrik: Bürgernähe, Parteien, Umwelt
Feuchte Demo gegen Kraftwerk am Hochablass Von Josef Willmeroth-Hohenadl Der strömende Regen konnte am vergangenen Sonntag dem harten Kern des Widerstands gegen das Restwasserkraftwerk im Hochablass nichts anhaben. 180 Teilnehmer aus allen Stadtteilen hörten in den Vorträgen: „Keinen Baubeginn vor einer erneuten Behandlung im Stadtrat“ und „Nicht dieses Kraftwerk an dieser Stelle“. Was alle auf […]
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Artikel vom
10.01.2012
| Autor: sz
Rubrik: Aktion, Demo, Umwelt
Premiere am Samstag: die „Fledermaus“ im Stadttheater Gabriel von Eisenstein hat ein Problem: Wegen Beamtenbeleidigung soll er eine mehrtägige Arreststrafe absitzen. Um diese Perspektive erträglicher zu machen, begleitet er seinen Freund Dr. Falke vorher noch zum Ball bei einem russischen Prinzen. Damit beginnt eine von Falke eingefädelte Intrige, ein verschlungenes Spiel um Ehe, Lust, Frust […]
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Artikel vom
10.01.2012
| Autor: fh
Rubrik: Theater