Freilichtbühnen-Debakel: Das sagen die Parteien dazu
Massive statische Mängel an der Tribüne zwangen die Stadt am 27. Januar zur sofortigen Sperrung der Freilichtbühne am Roten Tor für die kommende Spielzeit. Die Stadtverwaltung präsentierte gleichzeitig das Gaswerk-Areal als Ersatzstandort. Doch zeitgleich hagelte es Kritik von der Opposition am Management und der Standortwahl.
Von Bruno Stubenrauch
Freilichtbühne – Foto: DAZ / Stefan Steinhagen
Die Regierungskoalition aus CSU und Grünen verteidigte die Entscheidung als alternativlos. Fraktionschef Leo Dietz betonte, dass die aktuellen Gutachten keinen Interpretationsspielraum lassen: Sobald die Sicherheit der Besucher gefährdet sei, müsse sachlich und ohne Zeitverzug gehandelt werden. Die CSU warnt vor einer Skandalisierung des Themas und hebt hervor, dass mit dem Gaswerk-Areal frühzeitig eine „charmante Interimsbühne“ im kreativen Quartier gefunden wurde, die teilweise sogar größere Kapazitäten bietet.
SPD: Ruf nach innenstadtnahen Alternativen
Für Florian Freund und die SPD-Fraktion ist die Sperrung das Ergebnis eines mangelhaften Immobilienmanagements. Man habe den Sanierungsbedarf seit Jahren gekannt und dennoch dem Staatstheater Hoffnungen auf die Spielzeit 2026 gemacht. Die SPD lehnte das Gaswerk als dauerhaften Ersatz ab, da dort Einnahmenverluste durch ausbleibende Zuschauer drohten. Stattdessen forderte die Fraktion eine Prüfung mutiger, innenstadtnaher Alternativen wie den Rathausplatz, den Fronhof oder die Fuggerpromenade.
FDP/Pro Augsburg: Versäumnisse aus Wahlkalkül?
Scharfe Kritik kam von FDP/Pro Augsburg. OB-Kandidatin Iris Steiner warf der Stadtregierung vor, Warnungen ignoriert und die Sanierung bewusst in das Jahr 2029 verschoben zu haben, um Kosten vor der Kommunalwahl zu verschleiern. Dieses „politische Pokerspiel“ sei nun gescheitert. Die Gruppierung forderte eine lückenlose Aufklärung der Versäumnisse und eine Sanierung im Eiltempo, damit zum 100-jährigen Jubiläum 2028 der Spielbetrieb am Roten Tor wieder aufgenommen werden könne.
Generation Aux: Kultur im Herzen statt am Stadtrand
Generation Aux zeigte sich bestürzt über die kurzfristigen Absagen und das „Staatstheater-Desaster“, das sich nun wiederhole. Stadtrat Raphael Brandmiller und Konzertveranstalter Sebastian Karner forderten ein professionelles Immobilienmanagement und lehnten eine automatische Festlegung auf das Gaswerk ab, da dies Kultur erneut in die Außenbezirke verdränge. Die Gruppierung schlug stattdessen ein „Kulturstadion“ auf dem Rathausplatz vor, um die Innenstadt wirtschaftlich zu beleben und die Krise als Chance für neue Frequenzbringer zu nutzen.




