Standort Uniklinik: Die Ergebnisoffenheit ist vom Tisch
Seit Monaten warnen Befürworter des Erhalts des Klinikparks vor einer politischen Vorfestlegung auf das Baufeld „West“ für den Neubau des Universitätsklinikums Augsburg. Ebenso beharrlich wurde ihnen aus der Augsburger Stadtpolitik entgegnet, das Verfahren sei weiterhin „ergebnisoffen“. Ein staatsministeriales Schreiben bestätigt nun die Befürchtungen der Naturschützer.
Von Bruno Stubenrauch
Wird dem Klinik-Neubau wohl geopfert: der 40 Jahre alte Patientengarten mit über 1000 Bäumen südwestlich des alten KlinikumsIn einem Brief des Bayerischen Staatsministers für Wissenschaft und Kunst, Markus Blume vom 23. Februar 2026, der den BUND Naturschutz in Bayern e.V. erst in dieser Woche erreichte, heißt es wörtlich:
„Ich darf Ihnen zu Ihrer Bitte mitteilen, dass die von Ihnen geforderte ergebnisoffene Prüfung hinsichtlich des geeignetsten Standortes für den Neubau des Universitätsklinikums Augsburg bereits stattgefunden hat.“
Stadtrats-Opposition rehabilitiert
Die Aussage aus dem Staatsministerium führt die Debatte im Stadtrat vom 26. Februar völlig ad absurdum. Rund eine Stunde lang war dort über zwei Anträge zur Bauleitplanung für den Klinik-Neubau diskutiert worden, ehe sie gegen lediglich zwei Stimmen beschlossen wurden (DAZ berichtete).
Den beiden Gegenstimmen – Roland Wegner (V-Partei³) und Bruno Marcon (Augsburg in Bürgerhand) – war im Gremium unisono entgegengehalten worden, das anstehende Bauleitverfahren sei hinsichtlich der Standortfrage ausdrücklich „ergebnisoffen“. Diese behauptete Offenheit ist nun widerlegt – noch bevor die eigentliche Bauleitplanung begonnen hat.
Wie bereits berichtet, hat die V-Partei³ angekündigt, die Stadtratsbeschlüsse zur Einleitung des Bauleitplanverfahrens für den Klinik-Neubau rechtlich von der Regierung von Schwaben prüfen zu lassen. Blumes Schreiben dürfte den Prüfantrag um eine Facette reicher machen.




