Neue Helden für Augsburg
„Heroes“ kämpfen gegen falsche Vorstellungen von Ehre
Von Frank Heindl
Ist Held sein ein Beruf? Kann man Heldentum lernen? Und wie viel verdient man dabei? Fragen, die Erwin Schletterer, Geschäftsführer der Augsburger „Brücke e.V.“, relativ eindeutig beantworten kann: Beruf? – Eher nicht. Verdienst? – Eher schlecht. Erlernbar? – Auf jeden Fall. Die „Brücke“, eigentlich zuständig für Prävention und straffällige Jugendliche, bietet nämlich eine Ausbildung zum Helden an. Wer sie auf sich nimmt, kann sich allerdings nicht einfach in Super- oder Spiderman verwandeln – er nimmt stattdessen teil an einem „Gleichberechtigungsprojekt gegen Unterdrückung im Namen der Ehre“.
Gruppengespräch am Tisch der „Helden“: Das Heroes-Projekt hat eigene Räume in der Ballonfabrik. Rechts am Tisch Brigitte Schürmann, Projektleiterin und einzige Frau im Team. Zu den Adressaten der Diskussionen über den Ehrbegriff aber gehören selbstverständlich auch die Mädchen.
Ganz so pathetisch, wie der Titel „Heroes“ vermuten lässt, war die Veranstaltung nun doch nicht, in der Schletterer und seine Projektleiter die neue Initiative vorstellten. Kein Wunder, denn der „Ausbildungsgang“ ist durchaus fern von Heldentum und dafür nah an viel praktischer Arbeit, die ohne Bezahlung, also rein ehrenamtlich erfolgt. Zwei Gruppenleiter der „Brücke“ schulen dabei derzeit acht Freiwillige in der Kunst, ein Held zu sein. Doch worum geht es eigentlich?