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Samstag, 02.05.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Geschichte

Geschichte: Augsburger Frauen bekommen ein Gesicht

Gemeinsam mit dem städtischen Vermessungsamt stellte gestern der Frauengeschichtskreis den ersten Augsburger Frauenstadtplan vor. Untertitel: „Wir geben Frauen ein Gesicht!“



Edith Findel, neben Martina Berthold eine der Herausgeberinnen, berichtete von der jahrelangen Vorarbeit des 7-köpfigen Frauenteams mit Recherchen in verschiedenen Archiven und alten Zeitungsausschnitten. Rechte mussten geklärt, Bild- und Kartenmaterial bearbeitet, Texte geschrieben und vieles andere koordiniert werden. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Neben dem Kartenwerk, auf dem die erweiterte Innenstadt von der Wertach im Westen bis zur Lechhauser Straße im Osten und von der Thommstraße bis zur Schertlinstraße im Süden dargestellt ist, enthält der Plan historische Kurzportraits von 59 Augsburgerinnen.

Rund 50 Eintragungen in der Karte weisen auf das Wirken Augsburger Frauen hin. Straßen, die nach Frauen benannt sind wie die Forster- und die Neidhartstraße, sind besonders gekennzeichnet. Auch die Begleitung von Frauen im aktuellen Leben kommt nicht zu kurz: 22 Frauenorganisationen, Anlaufstellen mit Beratungs- und Kulturangeboten, Institutionen und Vereine sind mit Kurzbeschreibung und Kontaktdaten gelistet.

„Spuren, an denen Augsburger Frauengeschichte noch – oder wieder – sichtbar ist“

Der Frauenstadtplan – für Kulturreferent Peter Grab eine „Erweiterung unseres historischen Blickwinkels“ – wurde in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft Augsburger Frauen, der Gleichstellungsstelle der Stadt, der Regio Augsburg Tourismus GmbH und dem Stadtvermessungsamt erstellt. Sämtliche Leistungen wurden ehrenamtlich erbracht, auch das Vermessungsamt verzichtete auf ein Honorar. Mit finanzieller Unterstützung durch das Kulturreferat und das Sozialreferat der Stadt konnten die Druckkosten für zunächst 2.000 Exemplare gestemmt werden. Dadurch ist es möglich, den Frauenstadtplan kostenlos abzugeben. Erhältlich ist er im Rathaus und bei der Bürgerinformation am Rathausplatz 1.

Anita Conradi, Gleichstellungs- und Frauenbeauftragte der Stadt, hob bei der Vorstellung des Plans die gesellschaftspolitische Bedeutung der Sichtbarkeit von Frauengeschichte hervor. Sie selbst habe aus ihrem Heimatkundeunterricht überwiegend Männer in Erinnerung behalten. Zum Heiligen Ulrich sei noch Afra erwähnt worden, außerdem Philippine Welser: „Dann ist es schon vorbei“, so Conradi. Weil weibliche Vorbilder fehlen, würden viele Frauen auch heute noch in traditionellen Rollen landen. Es werde immer vergessen, „dass Frauen auch Großartiges können“. Deshalb trage der Frauenstadtplan einen wichtigen Teil zur Gleichstellung bei.

Aus dem Inhalt:



Regina von Langenmantel (-1777), Stifterin

Aus dem Augsburger Geschlecht der Langenmantel stammend. Vermachte ihr Wohnhaus Annastraße 27 der 1777 von ihr errichteten Langenmantelschen Stiftung. Brachte ihr gesamtes Vermögen zugunsten des verarmten Augsburger Patriziats in diese Stiftung ein.



Maria Schuhmann (1874-1957), Obsthändlerin, als „Taubenmarie“ bekannt

Vekaufte zunächst Obst in der Johannisgasse, später auf dem Stadtmarkt. Menschenscheu geworden widmete sie sich den Tauben. Mit langem schwarzem Mantel und Taubenfutter im Kinderwagen wurde sie zu einem Augsburger Original.



» www.frauenstadtplan.de

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Sonnenuntergang auf dem Perlachturm

Am Samstag: Sonderführung Am kommenden Samstag, 26. Juni, bietet die Regio eine 1-stündige Führung mit dem Thema „Sonnenuntergang auf dem Perlachturm“ an. Der Perlachturm gilt neben dem Augsburger Rathaus als Wahrzeichen der Stadt. Mit spannenden Geschichten rund um den Turm geht es hoch hinauf. Nach rund 260 Stufen ist man ganz oben auf dem Turm […]

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Sat.1 Frühstücksfernsehen: Michael G. Symolka über Nationalhymnen

Zwischen 6 und 9 Uhr morgens wird am Mittwoch der Augsburger Musikversteher Michael G. Symolka für potenziell alle Bundesbürger über den Unterhaltungssender Sat.1 „die Eigenarten so mancher Nationalhymne, ein bisschen freundlich bis ironisch – aber keinesfalls „pietätlos“ kommentieren“, so Symolka über seine vernetzte Hauspostille. Grund des historischen Streifzuges ist die Fußball-WM in Südafrika, die uns […]

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Neue Chance für den Schornstein beim Glaspalast

Nachdem der Beschluss des Liegenschaftsausschusses vom 10. Mai, den Schornstein des Kesselhauses beim Glaspalast abzubrechen, öffentlichen Widerstand ausgelöst hatte, stand das Baudenkmal gestern erneut auf der Tagesordnung des Ausschusses. Baureferent Gerd Merkle erstattete in Vertretung von Wirtschaftsreferent Andreas Bubmann Bericht von seinen Gesprächen mit der Unteren Denkmalschutzbehörde, dem Landesamt für Umwelt (LfU) und dem Hochbauamt. […]

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Augsburger Wissenschaftspreis für „Wer ist hier Muslim?“

Der Augsburger Wissenschaftspreis für Interkulturelle Studien 2010 geht an die Berliner Islamwissenschaftlerin Dr. Riem Spielhaus. Preisverleihung ist am 22. Juni 2010 im Goldenen Saal des Rathauses. Spielhaus wird für ihre Dissertationsschrift „Wer ist hier Muslim?“, mit der sie an der Humboldt-Universität zu Berlin promoviert hat, ausgezeichnet. Der im Jahr 1998 begründete, vom Forum für Interkulturelles […]

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100 Jahre Herz Jesu – 100 Jahre Konrad in Pfersee

Zum Doppel-Jubiläum zeigt das Kaufhaus Konrad in Pfersee eine kleine Ausstellung von Bildern, vor allem historische Ansichtskarten der Pferseer Herz Jesu Kirche, die heuer ihr 100jähriges Weihejubiläum feiern konnte. Auch das Kaufhaus Konrad, Nachbar der Kirche, kann 2010 ein Jubiläum feiern: 1894 in Stadtbergen gegründet kam die Firma 1910, also vor 100 Jahren, nach Pfersee. […]

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Hochablass: Themenabend zum 100-jährigen Jubiläum des Wiederaufbaus

Am 16. Juni jährt sich der letzte große Wehrbruch am Hochablass zum 100. Mal. Das Stadtarchiv Augsburg widmet dem Ereignis am heutigen Dienstag einen Themenabend. Als Wehranlage im Lech prägte der Hochablass entscheidend Augsburgs Geschichte. Ohne Ableitung des Lechwassers in die Werkkanäle der Stadt und die damit verbundene Versorgung der Betriebe mit notwendiger Energie wäre […]

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Bayern-Italien: Sonderführung zur Landesausstellung

Am Samstag, den 5. Juni 2010 um 14.00 Uhr findet eine Sonderführung zur Landesausstellung „Bayern Italien“ im Maximilianmuseum und im Staatlichen Textil- und Industriemuseum statt. Die Route führt über den Rathausplatz zum Innenhof des Maximilianmuseums mit den originalen Brunnenfiguren der drei Augsburger Monumentalbrunnen. Im Fuggerstadtpalast in der Maximilianstraße wird der im Stil der Renaissance erbaute […]

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Schornstein beim Glaspalast soll fallen

Mit Fragen des Denkmalschutzes befasste sich gestern der Liegenschaftsausschuss der Stadt. Denkbar knapp, nämlich mit 7:6 Stimmen sprach er sich gegen den Erhalt des Schornsteins des Kesselhauses beim Glaspalast aus. Rund 200.000 Euro würde der Abbruch der unter Denkmalschutz stehenden Schornsteinsäule kosten, so der Bericht der Verwaltung. Die einmalige Sanierung wäre mit 135.000 Euro ein […]

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Zuerst brannten Bücher, später Menschen

Wolfram Kastner sprach über die Bücherverbrennungen der Nazis Von Frank Heindl 1933 brannten in Deutschland Bücher. Fünf Jahre später standen Synagogen, von Juden bewohnte Häuser und Geschäfte in Flammen. Und wenig später schon begannen in Auschwitz die Verbrennungsöfen zu arbeiten. Heinrich Heine hatte es geradezu prophetisch vorausgesehen: „Das war ein Vorspiel nur, dort wo man […]

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