100 Tage Stadtregierung: Neue Kooperation setzt auf Tempo
Die Fraktionsgemeinschaft Generation AUX / FDP / Die PARTEI zieht nach den ersten 100 Tagen der neuen Augsburger Stadtregierung eine positive Bilanz. Die fünf Stadträte verweisen auf erste Entscheidungen und Projekte in den Bereichen Wirtschaftsförderung, Innenstadtentwicklung, Verkehr und Bildung. Auch Oberbürgermeister Dr. Florian Freund hat eine erste Zwischenbilanz gezogen.
Von Bruno Stubenrauch
Die Macher der Stadtregierung bei der Vorstellung ihres Programms am 30. April 2026 (Bild: DAZ Archiv)Nach dem Wechsel im Augsburger Rathaus setzt die neue Stadtregierung nach eigener Einschätzung auf ein höheres Umsetzungstempo. In einem Interview mit a.tv erklärte Oberbürgermeister Dr. Florian Freund am 6. August, dass Projekte, die zuvor lange vorbereitet worden seien, nun in die Umsetzung kämen. Als Beispiele nannte er unter anderem die Fuggerstraße, die Verkehrsberuhigung der Hallstraße und Verbesserungen bei den Schultoiletten.
Die Fraktionsgemeinschaft Generation AUX / FDP / Die PARTEI sieht sich in einer Pressemitteilung vom 7. August nach den ersten 100 Tagen in ihrem Kurs bestätigt. Sie verweist auf Fortschritte bei der Wirtschaftsförderung, der Innenstadtentwicklung, beim öffentlichen Nahverkehr sowie im Kultur- und Bildungsbereich.
Wirtschaftsförderung und Innenstadt als erste Schwerpunkte
Ein Schwerpunkt der Fraktionsgemeinschaft liegt auf der Neuausrichtung der städtischen Wirtschaftsförderung. Fraktionsvorsitzender Raphael Brandmiller verweist auf das laufende Ausschreibungsverfahren für die Position des Wirtschaftsdirektors. Die Besetzung der Stelle ist nach Angaben der Fraktionsgemeinschaft für den Herbst vorgesehen.
Daneben steht die Innenstadtentwicklung im Mittelpunkt. Als wichtiges Projekt nennt die Fraktionsgemeinschaft den geplanten Umbau der Fuggerstraße. Stadträtin Lisa McQueen bezeichnet die Neugestaltung als einen zentralen Schritt für die Verbindung zwischen Innenstadt und dem künftig sanierten Staatstheater.
Neue Mehrheiten statt fester Fronten
Auf die Zusammenarbeit der verschiedenen politischen Gruppierungen im Stadtrat angesprochen, erklärte Freund bei a.tv, dass die neue Stadtregierung bewusst einen anderen Weg gehe. Statt einer klassischen festen Koalition mit vorab vereinbarten Mehrheiten gehe es darum, für einzelne Vorhaben Unterstützung im Stadtrat zu gewinnen.
Dieses Modell müsse sich nach Einschätzung des Oberbürgermeisters noch weiter einspielen. Bei wichtigen Entscheidungen habe sich die Zusammenarbeit bislang jedoch bewährt. Als Beispiele nannte Freund unter anderem die Fuggerstraße und die Wahl der Referenten.
Kultur, Feste und ÖPNV als weitere Themen
Die Fraktionsgemeinschaft verweist außerdem auf einen vom Stadtrat beschlossenen Antrag für ein Gesamtkonzept zur Nutzung der Innenstadt für Feste und Festivals. Dabei sollen nach ihren Angaben verschiedene Kulturangebote stärker miteinander verbunden werden. Auch der öffentliche Nahverkehr gehört zu den genannten Schwerpunkten. Die Fraktionsgemeinschaft fordert Verbesserungen bei Taktungen und Verbindungen und zeigt sich offen für neue Modelle wie On-Demand-Angebote. Im Kultur- und Bildungsbereich nennt die Fraktionsgemeinschaft unter anderem den Umbau des Staatstheaters, die Sanierung der Freilichtbühne und Maßnahmen an Schulen.
Ob sich der von Freund beschriebene politische Ansatz mit wechselnden Mehrheiten langfristig bewährt, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Nach den ersten 100 Tagen sehen sowohl die Fraktionsgemeinschaft als auch der Oberbürgermeister die neue Stadtregierung auf Kurs.