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Sonntag, 09.08.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Le­bens­ret­ter: Spar­kas­se stellt Erst­hel­fer frei

Im Ret­tungs­dienst­be­reich Augs­burg wur­den seit Ok­to­ber 2025 bis Juli 2026 ins­ge­samt 433 Alar­mie­run­gen über das Erst­hel­fer­sys­tem „Re­gi­on der Le­bens­ret­ter“ aus­ge­löst. In 181 Fäl­len wa­ren Qua­li­fi­zier­te noch vor dem Ret­tungs­dienst beim Be­trof­fe­nen. Die Stadt­spar­kas­se Augs­burg stellt ihre me­di­zi­nisch qua­li­fi­zier­ten Mit­ar­bei­ten­den da­für wäh­rend der Ar­beits­zeit frei – auch im Mo­bi­len Office – und öff­net ihre De­fi­bril­la­to­ren für alar­mier­te Hel­fer.

Von Bruno Stubenrauch

Ge­mein­sam für schnel­le Hil­fe bei Herz­not­fäl­len (v.l.): Mi­cha­el Wim­mer, An­dre­as Herr­mann, Wolf­gang Bschorr, Mar­cus Hup­fau­er, Caro Lohm­ül­ler, San­dra Peetz-Rauch und Prof. Dr. Axel Hel­ler (Bild: Stadt­spar­kas­se Augs­burg)

Bei einem Herz-Kreis­lauf-Still­stand zählt jede Mi­nu­te. Über die App „Re­gi­on der Le­bens­ret­ter“ wer­den re­gis­trier­te und fach­lich ge­prüf­te Erst­hel­fen­de zu Herz-Kreis­lauf-Still­stän­den in ihrer Nähe alar­miert. Sie be­gin­nen mit den Wie­der­be­le­bungs­maß­nah­men und über­brü­cken so die Zeit bis zum Ein­tref­fen des Ret­tungs­diens­tes. Im Ret­tungs­dienst­be­reich Augs­burg waren zum 22. Juli 2026 ins­ge­samt 2.135 Erst­hel­fen­de re­gis­triert.

Spar­kas­se re­gelt Frei­stel­lung auch im Mo­bi­len Office

Ob ein Hel­fer tags­über über­haupt aus­rü­cken kann, ent­schei­det häu­fig der Ar­beit­ge­ber. Die Stadt­spar­kas­se Augs­burg hat das nach ei­ge­nen An­ga­ben ge­re­gelt. Me­di­zi­nisch qua­li­fi­zier­te Mit­ar­bei­ten­de wer­den aus­drück­lich er­mu­tigt, sich als Erst­hel­fen­de zu re­gis­trie­ren. Er­folgt wäh­rend der Ar­beits­zeit eine Alar­mie­rung in räum­li­cher Nähe, wer­den sie für den Weg zum Ein­satz­ort, die Hil­fe­leis­tung und die an­schlie­ßen­de Rück­kehr frei­ge­stellt. Das gilt so­wohl an einem Stand­ort der Spar­kas­se als auch im Mo­bi­len Office.

Meh­re­re Mit­ar­bei­ten­de ha­ben sich be­reits im Netz­werk re­gis­triert. Ei­ni­ge wur­den be­reits wäh­rend ihrer Ar­beits­zeit alar­miert – so­wohl am be­trieb­li­chen Ar­beits­platz als auch im Mo­bi­len Office. Zu ihnen ge­hö­ren Caro Lohm­ül­ler, Wolf­gang Bschorr und Mi­cha­el Wim­mer. Alle drei en­ga­gie­ren sich bei einer Frei­wil­li­gen Feu­er­wehr und ver­fü­gen über die für das Sys­tem er­for­der­li­che Qua­li­fi­ka­ti­on.

„Wert­vol­le Zeit darf nicht ver­lo­ren gehen“

„Wenn eine Alar­mie­rung ein­geht, darf keine wert­vol­le Zeit durch or­ga­ni­sa­to­ri­sche Fra­gen ver­lo­ren gehen“, sagt Erst­hel­fe­rin Caro Lohm­ül­ler. „Es ist ein sehr gutes Ge­fühl zu wis­sen, dass die Stadt­spar­kas­se hin­ter un­se­rem En­ga­ge­ment steht und uns er­mög­licht, so­fort zu hel­fen.“

„Die Stadt­spar­kas­se Augs­burg zeigt bei­spiel­haft, wie Ar­beit­ge­ber einen kon­kre­ten Bei­trag zur Ret­tung von Men­schen­le­ben leis­ten kön­nen“, er­klärt Prof. Dr. Axel Hel­ler, Re­gio­nen­ver­ant­wort­li­cher der Re­gi­on der Le­bens­ret­ter im Ret­tungs­dienst­be­reich Augs­burg. „Ent­schei­dend sind nicht nur fi­nan­zi­el­le Un­ter­stüt­zung und vor­han­de­ne De­fi­bril­la­to­ren. Be­son­ders wert­voll ist die Be­reit­schaft, qua­li­fi­zier­ten Mit­ar­bei­ten­den im Ernst­fall den not­wen­di­gen Frei­raum zu ge­ben. Die­ses Bei­spiel soll­te in der Re­gi­on Schu­le ma­chen.“

Nur 3:47 Minuten bis zur ersten Hilfe

An meh­re­ren Stand­or­ten hält die Stadt­spar­kas­se Augs­burg au­to­ma­ti­sier­te ex­ter­ne De­fi­bril­la­to­ren (AED) be­reit. Die­se sind im Sys­tem der Re­gi­on der Le­bens­ret­ter hin­ter­legt und kön­nen im Not­fall auch an ex­tern alar­mier­te Erst­hel­fen­de aus­ge­ge­ben wer­den. In der Haupt­stel­le steht qua­li­fi­zier­tem Per­so­nal zu­sätz­lich ein er­wei­ter­ter Ers­te-Hil­fe-Ruck­sack zur Ver­fü­gung.

Be­reits in der Auf­bau­pha­se hat­te die Stadt­spar­kas­se die Re­gi­on der Le­bens­ret­ter ge­mein­sam mit wei­te­ren Spar­kas­sen durch Spen­den un­ter­stützt. Die Mit­tel wur­den un­ter an­de­rem für die Be­schaf­fung der gut sicht­ba­ren Ein­satz­wes­ten ver­wen­det.

Die „Re­gi­on der Le­bens­ret­ter“ er­gänzt den re­gu­lä­ren Ret­tungs­dienst. Ziel ist es, das the­ra­pie­freie In­ter­vall bis zum Ein­tref­fen des Ret­tungs­diens­tes zu ver­kür­zen und mög­lichst früh mit Wie­der­be­le­bungs­maß­nah­men zu be­gin­nen. Die me­dia­ne An­kunfts­zeit der ers­ten Hel­fen­den lag bei drei Mi­nu­ten und 47 Se­kun­den. Das Sys­tem hat damit nach An­ga­ben der Ver­ant­wort­li­chen be­reits nach­weis­lich Men­schen­le­ben ge­ret­tet.


Mehr Info: www.re­gi­on­der­le­bens­ret­ter.de