Lebensretter: Sparkasse stellt Ersthelfer frei
Im Rettungsdienstbereich Augsburg wurden seit Oktober 2025 bis Juli 2026 insgesamt 433 Alarmierungen über das Ersthelfersystem „Region der Lebensretter“ ausgelöst. In 181 Fällen waren Qualifizierte noch vor dem Rettungsdienst beim Betroffenen. Die Stadtsparkasse Augsburg stellt ihre medizinisch qualifizierten Mitarbeitenden dafür während der Arbeitszeit frei – auch im Mobilen Office – und öffnet ihre Defibrillatoren für alarmierte Helfer.
Von Bruno Stubenrauch
Gemeinsam für schnelle Hilfe bei Herznotfällen (v.l.): Michael Wimmer, Andreas Herrmann, Wolfgang Bschorr, Marcus Hupfauer, Caro Lohmüller, Sandra Peetz-Rauch und Prof. Dr. Axel Heller (Bild: Stadtsparkasse Augsburg)Bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand zählt jede Minute. Über die App „Region der Lebensretter“ werden registrierte und fachlich geprüfte Ersthelfende zu Herz-Kreislauf-Stillständen in ihrer Nähe alarmiert. Sie beginnen mit den Wiederbelebungsmaßnahmen und überbrücken so die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes. Im Rettungsdienstbereich Augsburg waren zum 22. Juli 2026 insgesamt 2.135 Ersthelfende registriert.
Sparkasse regelt Freistellung auch im Mobilen Office
Ob ein Helfer tagsüber überhaupt ausrücken kann, entscheidet häufig der Arbeitgeber. Die Stadtsparkasse Augsburg hat das nach eigenen Angaben geregelt. Medizinisch qualifizierte Mitarbeitende werden ausdrücklich ermutigt, sich als Ersthelfende zu registrieren. Erfolgt während der Arbeitszeit eine Alarmierung in räumlicher Nähe, werden sie für den Weg zum Einsatzort, die Hilfeleistung und die anschließende Rückkehr freigestellt. Das gilt sowohl an einem Standort der Sparkasse als auch im Mobilen Office.
Mehrere Mitarbeitende haben sich bereits im Netzwerk registriert. Einige wurden bereits während ihrer Arbeitszeit alarmiert – sowohl am betrieblichen Arbeitsplatz als auch im Mobilen Office. Zu ihnen gehören Caro Lohmüller, Wolfgang Bschorr und Michael Wimmer. Alle drei engagieren sich bei einer Freiwilligen Feuerwehr und verfügen über die für das System erforderliche Qualifikation.
„Wertvolle Zeit darf nicht verloren gehen“
„Wenn eine Alarmierung eingeht, darf keine wertvolle Zeit durch organisatorische Fragen verloren gehen“, sagt Ersthelferin Caro Lohmüller. „Es ist ein sehr gutes Gefühl zu wissen, dass die Stadtsparkasse hinter unserem Engagement steht und uns ermöglicht, sofort zu helfen.“
„Die Stadtsparkasse Augsburg zeigt beispielhaft, wie Arbeitgeber einen konkreten Beitrag zur Rettung von Menschenleben leisten können“, erklärt Prof. Dr. Axel Heller, Regionenverantwortlicher der Region der Lebensretter im Rettungsdienstbereich Augsburg. „Entscheidend sind nicht nur finanzielle Unterstützung und vorhandene Defibrillatoren. Besonders wertvoll ist die Bereitschaft, qualifizierten Mitarbeitenden im Ernstfall den notwendigen Freiraum zu geben. Dieses Beispiel sollte in der Region Schule machen.“
Nur 3:47 Minuten bis zur ersten Hilfe
An mehreren Standorten hält die Stadtsparkasse Augsburg automatisierte externe Defibrillatoren (AED) bereit. Diese sind im System der Region der Lebensretter hinterlegt und können im Notfall auch an extern alarmierte Ersthelfende ausgegeben werden. In der Hauptstelle steht qualifiziertem Personal zusätzlich ein erweiterter Erste-Hilfe-Rucksack zur Verfügung.
Bereits in der Aufbauphase hatte die Stadtsparkasse die Region der Lebensretter gemeinsam mit weiteren Sparkassen durch Spenden unterstützt. Die Mittel wurden unter anderem für die Beschaffung der gut sichtbaren Einsatzwesten verwendet.
Die „Region der Lebensretter“ ergänzt den regulären Rettungsdienst. Ziel ist es, das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes zu verkürzen und möglichst früh mit Wiederbelebungsmaßnahmen zu beginnen. Die mediane Ankunftszeit der ersten Helfenden lag bei drei Minuten und 47 Sekunden. Das System hat damit nach Angaben der Verantwortlichen bereits nachweislich Menschenleben gerettet.
Mehr Info: www.regionderlebensretter.de