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Montag, 15.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Aktion

ver.di warnt Stadträte vor Gründung einer Altenhilfe-Service-GmbH

In einer Pressemitteilung spricht die Gewerkschaft ver.di im Zusammenhang mit der Gründung einer Service-GmbH für den Eigenbetrieb Altenhilfe vom „härtesten Angriff auf die Beschäftigten“ und kritisiert das Geschäftsmodell heftig.



Der Augsburger Stadtrat soll am 28. Oktober über die Gründung einer Service-GmbH für den Eigenbetrieb Altenhilfe entscheiden. Geplant ist eine 100%-ige Tochter (DAZ berichtete). Als „Leiharbeit“ bezeichnet Kai Winkler, Gewerkschaftssekretär bei ver.di in Augsburg, die geplante Art der Beschäftigung und findet deutliche Worte: Die Service-GmbH sei ein „Geschäftsmodell der Schande mit einem Konzept der Schande“.

Gemäß der Beschlussvorlage für die Stadträte sollen einmal bis zu 200 Beschäftigte in der Service-GmbH arbeiten. Betroffen sind die Bereiche Betreuungsassistenz, Hauswirtschaft, Küche, Haustechnik und Verwaltung. Zukünftige Einstellungen sollen nur noch über die Service-GmbH erfolgen.

„Bezahlung nach Gutsherrenart“

In der Beschlussvorlage werde deutlich, wohin die Reise gehe, so Winkler gestern: „Lohndumping durch die Stadt Augsburg“. Tatsächlich stehe in der Anlage zur Beschlussvorlage, dass der TVöD (Tarifvertrag Öffentlicher Dienst) zwar in Teilen gelten soll, jedoch ohne Zuschläge, mit einer abgespeckten Gehaltstabelle auf dem Stand von 2008. Zitat aus der Anlage: „Zukünftige Änderungen des TVöD werden nach Prüfung ggf. übernommen.“ Für Kai Winkler ist das „Bezahlung nach Gutsherrenart“. Es gebe für die Beschäftigten keinerlei Rechtssicherheit mehr.

Kritisiert wird weiter, dass – anders als von Sozialreferent Max Weinkamm und Altenhilfe-Werkleiter Martin Neumeier betont – auch Betreuungskräfte in die Service-GmbH eingestellt werden sollen. Trotz gegenteiliger Verlautbarung der Altenhilfe befürchtet ver.di außerdem, dass mittelfristig eine Personalüberleitung in die Service-GmbH erfolgen wird. Die Vorlage erwecke bei der Gewerkschaft ver.di den Eindruck, „dass die Stadträte getäuscht werden sollen“, so Kai Winkler. Ver.di fordert deshalb die Stadträte auf, gegen eine Service-GmbH zu stimmen.

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