DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Samstag, 13.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Kulturpolitik

„Ein KZ-Außenlager ist kein Spekulationsobjekt“ – Initiative zur Halle 116 setzt Stadt unter Druck

Lange hat sich die Stadt Augsburg Zeit gelassen, das historische Erbe der Halle 116 einer angemessenen Nutzung zuzuführen. In der Halle befand sich ein Außenlager des KZ-Dachau. Nun hat sich eine Bürgerinitiative neu aufgestellt: „Initiative Denkort Halle 116“.

Halle 116 (c) DAZ

Halle 116 (c) DAZ


Damit steht die Stadt unter genauer Beobachtung und unter politischem Druck, denn das Bündnis setzt sich aus einer Reihe von Initiativen und Persönlichkeiten zusammen, die in der Stadt fest verankert sind und mobilisierungsfähig wären, käme es zu einem größeren Nutzungskonflikt bezüglich eines Gedenkortes im Kontext der Naziverbrechen.

„Die Initiative Denkort sieht mit großer Sorge, dass die Stadt ihre Ziele, die sie für die weitere Nutzung der Halle beschlossen hat, nicht konkretisiert. Die Halle, die komplett als Gemeinbedarfsfläche geplant war, wurde zum größten Teil in eine Gewerbefläche umgewandelt. Damit will man wohl einem privaten Investor entgegenkommen“, heißt es in einem Statement der Initiative, die sich vergangene Woche konstituierte und zu einer Sitzung eingeladen hatte, bei der auch der zuständige Kulturreferent Thomas Weitzel zugegen war. Weitzel wurde aufgetragen, die Halle als Gemeinbedarfsfläche zu sichern und in das Eigentum der Stadt Augsburg zu bringen. Nur dadurch könne sichergestellt werden, dass in dem Gebäude eine Nutzung erfolge, die die Vergangenheit des Baues würdige und die Pläne der Stadt, hier einen Lern- und Gedenkort zu schaffen, ermögliche.

Halle 116 (c) DAZ

Halle 116 (c) DAZ


„Begrüßt wurde, dass der Kulturreferent in der Halle Raum für die Erinnerungskultur in Augsburg sieht und er das Konzept von Professor Gassert eine Leitplanke für die künftige Nutzung eines Teils des Gebäudes nennt“, wie es in dem Statement heißt. Das Gassert-Konzept sieht vor, durch die Halle einen Geschichtspfad zu legen der die Entwicklung das Baues von seiner Entstehung als Teil einer Nazikaserne, über die Verwendung als KZ-Außenlager, bis zu seiner Nutzung durch das US-amerikanische Militär dokumentiert. Die Initiatoren zeigten sich darüber sehr irritiert, dass die Halle zu einem Großteil von einem privaten Investor genutz werden solle und zirka nur ein Viertel des Gebäudes als Gedenkort vorgesehen sei, da die Stadt kein Geld für eine große Lösung habe.

„Ein KZ-Außenlager ist kein Spekulationsobjekt“, heißt es in der Erklärung der Gruppe. Vor wenigen Wochen wurde von Stadtrat Volker Schafitel ein Antrag an die Denkmalbehörde gestellt: Die Halle solle in die Liste der denkmalgeschützten Gebäude aufgenommen werden. Eine Entscheidung darüber ist noch nicht getroffen worden.

Die Erklärung wird unterstützt durch zahlreiche Einzelpersonen und folgende Organisationen:

Augsburger Friedensinitiative (AFI), AWO Schwaben, Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Gruppe Augsburg, Redaktion www.forumaugsburg.de, Reinhold Forster – geschichtsagentur augsburg, Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V., Regionalgruppe Augsburg, GEW KV Augsburg, Marcella Reinhardt – Regionalverband Sinti und Roma, Miriam Friedmann MA und Dr. Friedhelm Katzenmeier, Stolpersteininitiative Augsburg und Umgebung, VVN-BdA Kreisvereinigung Augsburg, Bürgeraktion Pfersee.

gesamten Beitrag lesen »



Politik: Hillesheim tritt aus Brechtkreis aus

Augsburgs Brechtforscher Prof. Dr. Prof. h.c. Jürgen Hillesheim ist aus dem Augsburger Brechtkreis ausgetreten. Als Grund gab Hillesheim die „Politisierung des Brechtkreises“ an. Dem schillernden Augsburger Brechtforscher gefällt es nicht, dass sich der Brechtkreis für eine Resolution gegen Abschiebungen nach Afghanistan stark macht, die dem Augsburger Stadtrat zur Unterzeichnung vorgelegt werden soll. In dieser Resolution, […]

gesamten Beitrag lesen »



Ehemaliges Stadtarchiv steht vor Verkauf

Die Stadt Augsburg verkauft wohl das Anwesen „Fuggerstraße 12“, in dem über 100 Jahre das Augsburger Stadtarchiv untergebracht war. Dieser Beschluss wurde am heutigen Mittwoch im Wirtschaftsausschuss gegen drei Stimmen bewilligt. Das letzte Wort hat nun der Stadtrat auf seiner morgigen Sitzung. Käufer ist nach Informationen der DAZ Medienunternehmer Ulrich Kubak (Klassik Radio). Kubak hat […]

gesamten Beitrag lesen »



Das Gignoux-Haus – oder die Geschichte vom Ausverkauf unserer Städte

Bisweilen schafft es die Gestalt des Denkmalpflegers sogar in die Niederungen der bundesdeutschen Unterhaltungsindustrie. Im Krimi „Schandfleck“ (2015 ausgestrahlt) löst die Entscheidung des Denkmalamtes sogar einen Mord aus. Die bürokratischen Anweisungen der Denkmalpfleger sind dabei dogmatisch, ungerecht und für keinen normalen Menschen nachvollziehbar. Höchste Zeit für die Verteidigung der Denkmalpfleger. Von Dr. Gregor Nagler I. […]

gesamten Beitrag lesen »



Kunstförderpreis 2017: Stadt ehrt junge Künstler

Der Kunstförderpreis der Stadt Augsburg bedeutet einen Motivationsschub für junge Künstler Von Halrun Reinholz Zum 58. Mal verlieh die Stadt Augsburg in diesem Jahr den Kunstförderpreis an junge Leute, die schon sehr früh wissen, dass sie ihr Leben der Kunst widmen wollen. Um solche Talente zu unterstützen, wurde der Preis 1958 ins Leben gerufen, damals […]

gesamten Beitrag lesen »



Motto des kommenden Mozartfestes: „Machtspiele“

Unter dem Titel „Machtspiele“ finden vom 04. bis zum 18. Mai 2018 im Rahmen des Deutschen Mozartfests Augsburg Konzerte, Künstlergespräche und Musikvermittlungsprojekte in Augsburg statt. Simon Pickel, künstlerischer Leiter des Deutschen Mozartfests, hat für das Programm des Festivals 2018 elf Konzerte von Kammermusik bis Sinfonik und Clubnacht zum Thema „Musik und Macht“ zusammengestellt. Hochkarätige Künstler […]

gesamten Beitrag lesen »



„Spätestens seit jenen Tagen im 16. Jahrhundert“ – Martin Junge erhält den Augsburger Friedenspreis

Martin Junge hat am Samstag im Augsburger Rathaus im Rahmen eines festlichen Empfangs vor mehr als 200 geladenen Gästen den „Preis Augsburger Friedensfest“ erhalten Im Jahr des 500-jährigen Reformationsjubiläums geht der mit 12.500 Euro dotierte „Preis Augsburger Friedensfest“ an den Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes, Martin Junge. Junge gilt als Vermittler der beiden großen christlichen Kirchen, […]

gesamten Beitrag lesen »



Theatersanierung: Architekt Achatz sieht kein Indiz für Kostensteigerung

Stadtrat und Architekt Volker Schafitel (FW) stellte am vergangenen Mittwoch der Presse seine begründete Befürchtung vor, dass sich die Kosten der Augsburger Theatersanierung verdoppeln könnten. Die Replik kam heute vom Planungsbüro Achatz, das sich für die Kostenberechnung verantwortlich zeichnet und vom städtischen Baureferenten Gerd Merkle. Der derzeitige Kostenstand von 186,3 Millionen Euro für Sanierung und […]

gesamten Beitrag lesen »



Theatersanierung: Kostenkalkulation in der Kritik

Ist die städtische Kostenkalkulation für die Theatersanierung haltbar? Stadtrat Volker Schafitel (FW) hat sich diese Frage gestellt und mit „Nein“ beantwortet. Von Siegfried Zagler Folgt man der Argumentation des Architekten Schafitel, dann müsste man von einer Kostensteigerung von 100 Prozent ausgehen – mindestens. Schafitel vergleicht die in Augsburg veranschlagten Sanierungskosten pro Kubikmeter mit Theatersanierungskosten von […]

gesamten Beitrag lesen »



300 Besucher beim Bürgertalk zur Standortfrage des Modular-Festivals

Aus Sicht des Stadtjugendrings war die Bürgertalk-Veranstaltung zur Standortfrage des Modulars ein großer Erfolg: 300 Besucher kamen am Mittwoch ins Foyer der Kongresshalle zur Debatte bezüglich der Frage, ob das Jugendfestival künftig weiter im Wittelsbacher Park stattfinden solle oder an einem anderen Ort. Zirka 90 Prozent der Besucher zeigten sich davon überzeugt, dass es zum […]

gesamten Beitrag lesen »