DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Mittwoch, 24.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Theater

Augsburg kann Brecht

Ein Nachtrag zur Inszenierung der „heiligen Johanna“ im Großen Haus

Von Frank Heindl

Johanna:

Darum, wer unten sagt, dass es einen Gott gibt und ist keiner sichtbar /

Und kann sein unsichtbar und hülfe ihnen doch /

Den soll man mit dem Kopf auf das Pflaster schlagen /

Bis er verreckt ist.


(Bertolt Brecht: Die Heilige Johanna der Schlachthöfe)

Kurze Vorbemerkung

Ich habe bis zu diesem Monat nahezu die komplette Augsburger Theatersaison sowie das komplette Brechtfestival verpasst. Auch die politischen Diskussionen – besser: das politische Schweigen – zum Thema der Sanierung des Stadttheaters kenne ich nur aus der DAZ und aus „der Zeitung“.

Statt Internationalität nur Peymann

Das – mir nur von der Website bekannte – Programm des diesjährigen Brechtfestivals schien mir in einem wichtigen Punkt ein herber Rückschritt im Vergleich zum Vorjahr: Das ungarische Katona Jószef Theater mit seiner mutigen Adaption des „Lebens Eduards des Zweiten“ und das neapolitanische Teatro Elicantropo mit einer slapstickhaften „Mutter“ standen 2014 für den Versuch, aktuelle Brecht-Produktionen aus anderen Ländern nach Augsburg zu holen. Diesmal gab’s nur eine inländische und – dem Hörensagen nach – „typisch konservative“ Claus-Peymann-Inszenierung aus Berlin. Die Gründe für diese Änderung am Konzept wären noch zu recherchieren. Schade jedenfalls.

Aus Augsburg eine bemerkenswerte „Johanna“ (mehr …)

gesamten Beitrag lesen »



Zensur: Castorfs Baal darf noch zwei Mal aufgeführt werden

Wer ein starkes Stück Theater erleben möchte, muss sich sputen. Bertolt Brechts Baal darf in der Fassung von Frank Castorf am Münchner Residenztheater nur noch einmal aufgeführt werden. Im Streit um die Castorf-Inszenierung des Brecht-Stücks „Baal“ hat das Münchner Landgericht nach sechseinhalbstündiger Verhandlung einen Vergleich vorgeschlagen, dem die Brecht-Erben und  das Residenztheater zugestimmt haben: Das […]

gesamten Beitrag lesen »



Brechts Johanna der Schlachthöfe als Bühnen-Comic

Kapitalismuskritik 2.0: Der Beitrag des Augsburger Theaters zum Brechtfestival entstaubt Brecht auf karikaturistische Weise und macht sein Anliegen damit aktuell. Von Halrun Reinholz Was für ein Kontrast zur Mutter Courage des Berliner Ensembles! Für das Brechtfestival hat das Theater Augsburg Brechts Stück „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ ausgewählt. Bei weitem nicht so bekannt wie die […]

gesamten Beitrag lesen »



„Goldland“in der Brechtbühne: Das Scheitern der Welser in Venezuela

Tobias Ginsburgs Auftragsarbeit bringt ein Stück Augsburger Geschichte auf die Theaterbühne. Von Halrun Reinholz Das Goldene Zeitalter Augsburgs tritt neuerdings wieder vermehrt ins öffentliche Bewusstsein seiner Bevölkerung. Jedenfalls seit der Eröffnung des Fugger- und Welser-Erlebnismuseums, das sich guten Zuspruchs erfreut. Nicht von ungefähr wird das Theater deshalb auch die diesjährige Auftragsarbeit mit diesem Thema verknüpft […]

gesamten Beitrag lesen »



Theater: Schafitel fordert Planungs­transparenz und Wirtschaftsplan für den künftigen Theaterbetrieb

Der erste Oppositionspolitiker des Augsburger Stadtrats, Volker Schafitel (FW) fordert in Sachen Theatersanierung von der Stadt eine angemessene Diskussionsgrundlage. „Im gemeinsamen Ausschuss (Bau/Konversions- und Werkausschuss Eigenbetrieb „Theater Augsburg) am 10.02.2015 präsentierte Architekt Achatz aus München in einer Power-Point Präsentation ein umfassendes Sanierungskonzept bestehend aus umfangreichen und mir als Architekt schlüssigen Plänen, einer Kostenaufstellung und einem […]

gesamten Beitrag lesen »



„Das Theater muss aufpassen, dass es nicht mit der kleinen Oberschicht des Bürgertums zusammen ausstirbt“

Meinhard Motzko im großen DAZ-Interview über die Zukunft des Theaters
Meinhard Motzko ist Sozial­wissen­schaftler, lebt in Bremen und begleitet seit 1985 öffent­liche Einrich­tungen bei der Konzept- und Organi­sations­ent­wicklung. Ein Schwer­punkt seiner Aktivi­täten ist die inter­kultu­relle Aus­richtung von Kultur­einrich­tungen aller Art. […]

gesamten Beitrag lesen »



Brecht: Ein Dichter, der die Kinder ernst nimmt

Nicht nur zur Festivalzeit bringt Karla Andrä Kindern die Gedichte von Bertolt Brecht näher. Von Halrun Reinholz Noch bevor das Brechtfestival 2015 eröffnet wurde, gab es sozusagen eine „Vorpremiere“ auf der Brechtbühne: Die „Kleine Brechtrevue“  für Kinder hat sich Karla Andrä ausgedacht, um Kindern die Gedichte von Bertolt Brecht schmackhaft zu machen. Nicht zum ersten […]

gesamten Beitrag lesen »



Brechtfestival-Finale: Schauspiel für Augen und Ohren

Mutter Courage als Gastspiel des Berliner Ensembles und Bühnenmusik im Sinfoniekonzert zum Abschluss des Festivals, dessen Zukunft nach wie vor ungewiss ist. Von Halrun Reinholz Die letzten Tage des Brechtfestivals nach dem Wochenende brachten diesmal statt der „Geburtstagsgala“ mal eine andere Art der Hommage an den Dichter: Vor zweimal ausverkauftem Haus stand das Berliner Ensemble […]

gesamten Beitrag lesen »



Theater: Es geht um die Überwindung der Mittelmäßigkeit

Warum man in das Theater am Kennedy-Platz keinen Cent mehr stecken sollte Von Siegfried Zagler Die Stadt Augsburg steht vor einem tiefen Abgrund, den sie selbst ausgehoben hat. Es geht um das Stadttheater, das über Jahrzehnte hinweg systematisch kaputt gespart wurde und nun in schwere Not geraten ist: 235 Millionen soll die Sanierung kosten. Diese […]

gesamten Beitrag lesen »



Brechtfestival: Beklemmung im Exilhaus

Das sensemble Theater  ließ sich rund um das Thema „Exil“ einiges einfallen. Von Halrun Reinholz „Schwarze Liste – Exilhaus“ – schon der Titel des Stückes im sensemble Theater wirkt nicht gerade heimelig. Und dann noch die Ankündigung: „Die Flucht ins Exilhaus ist nur zwischen 19 und 20 Uhr möglich. Gültige Reisepapiere oder genügend Dollars sind […]

gesamten Beitrag lesen »