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Freitag, 23.07.2021 - Jahrgang 13 - www.daz-augsburg.de

Theater: Schafitel fordert Planungs­transparenz und Wirtschaftsplan für den künftigen Theaterbetrieb

Der erste Oppositionspolitiker des Augsburger Stadtrats, Volker Schafitel (FW) fordert in Sachen Theatersanierung von der Stadt eine angemessene Diskussionsgrundlage.



„Im gemeinsamen Ausschuss (Bau/Konversions- und Werkausschuss Eigenbetrieb “Theater Augsburg) am 10.02.2015 präsentierte Architekt Achatz aus München in einer Power-Point Präsentation ein umfassendes Sanierungskonzept bestehend aus umfangreichen und mir als Architekt schlüssigen Plänen, einer Kostenaufstellung und einem Terminplan. Für den „Insiderkreis“ des Stadtrats (CSU, SPD, Grüne) war dies keine große Überraschung, weil dieser in einer sogenannten „Lenkungsgruppe“ am Planungsprozess beteiligt war. Der Baureferent verteilte nach der Präsentation deren Printversion an die Stadträte, die jedoch nur die Pläne ohne die Kosten und Termine enthält. Auf Nachfrage der Stadträtin Beate Schabert-Zeidler, nach den Zahlen, erläuterte der OB, er könne diese noch nicht an den Stadtrat herausgeben, da er sie selbst noch nicht vollständig geprüft habe, und man ja sehe, wie plötzlich in der Öffentlichkeit mit „irgendwelchen Zahlen“ operiert werde“. So Volker Schafitel in der ersten politischen Stellungnahme nach der großen öffentlichen Präsentation der Theatersanierungspläne. Das Zahlenwerk liege noch nicht vor und niemand sei ausreichend informiert, um ernsthaft „in das Thema einzusteigen“, so Schafitel.

„Es macht erst Sinn den Vorhang für dieses Drama zu öffnen, wenn auch Licht angeht“

Volker Schafitel

Volker Schafitel


Den  „Vorhang für das Drama zu öffnen“, wie es Herr Bürzle am 13. Februar in der Augsburger Allgemeinen fordert, ohne genau zu wissen, wie sich das Zahlenwerk zusammensetze, sei nicht möglich. Weiter heißt es in Schafitels Pressemitteilung wörtlich: „Im Raum stehen ungeprüft 235 Millionen Gesamtkosten ohne die Kosten der Freilichtbühne. Eine politische Bewertung der Situation kann dann erfolgen, wenn der OB bereit ist, die aktuellen Zahlen herauszugeben und darauf abgestellt einen Wirtschaftsplan für den künftigen Theaterbetrieb, der durch die hohe Investitionssumme und seine neue Größe mit einer hohen Erwartungshaltung auch an die künstlerische Qualität verbunden sein wird. Um das bestehende Kostenchaos für die Zukunft zu vermeiden, muss dieser Wirtschaftsplan auch eine jährliche Investitionskostenrücklage von 5% der Investitionssumme enthalten (11,75 Millionen Euro). Erst nach Präsentation dieser Grundlagen kann darüber diskutiert werden, ob und in welcher Form das neue Theater in Augsburg betrieben werden kann. Es macht erst Sinn, den Vorhang für das Drama zu öffnen, wenn auch das Licht auf der Bühne angeht. Ansonsten geht nur politisches Kasperletheater!“