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Donnerstag, 18.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Kultur

Staatstheater: Wer zuletzt lacht, lacht zuletzt – Teil drei

Unheimliche Gestalten und die Wut der Verzweiflung: Nicola  Bremers postapokalyptische Show „Wer zuletzt lacht, lacht zuletzt“ bleibt auch in der dritten Folge mysteriös

Von Halrun Reinholz

Foto: © Jan-Pieter Fuhr

Mit dem dritten Teil der „postapokalyptischen“ Stückentwicklung „Wer zuletzt lacht, lacht zuletzt“ im Alten Rock-Café des Staatstheaters geht die Geschichte von Karen (Rebekka Reinholz) und Jake (Julius Kuhn), die als Überlebende einer Klima-Katastrophe von Hundemenschen bewacht und gefangen gehalten werden, in eine neue Runde. Ihre Mithäftlinge haben bisher immer wieder gewechselt: Manfred (Thomas Prazak) war in der ersten Folge in der Spiele-Show auf der Bühne der Hundemenschen gescheitert. In der zweiten Folge kam mit Wladimir (Andrej Kaminski) ein zwielichtiger, egozentrischer Charakter in die Zelle, der für Misstrauen und Konflikte sorgte und schließlich ermordet da lag – niemand weiß, von wem. Nun liegt zu Beginn der dritten Folge ein neuer Mithäftling auf der dritten Matratze: Peter, der seinen Namen sehr slawisch ausspricht: „Pätr“, und der von den beiden Stamm-Insassen zunächst auch mit viel Misstrauen bedacht wird. Zumal er seltsam traumatisiert scheint und vorgibt, seit der Klimakatastrophe keinen Menschen gesehen zu haben.

Die Geschichte, die sich Regisseur Nicola Bremer für die auf vier Teile ausgelegte Serie ausgedacht hat, nimmt nun allmählich Konturen an, die entfernt auf ein Finale verweisen. Wer tatsächlich zuletzt lachen wird, ist allerdings fraglicher denn je. Immerhin lüftet sich so manches Geheimnis um die Hundemenschen, die miteinander kommunizieren und dadurch preisgeben, dass sie auch nur der „second class“ angehören und „Punkte“ sammeln müssen, um eventuell in die „first class“ aufsteigen zu können. Die Punkte bringen ihnen die Gefangenen durch die Auflösung von Rätseln oder der erfolgreichen Bewältigung von gestellten Aufgaben. Unter diesen macht sich zunehmend Verzweiflung breit, die Stimmung schwankt zwischen Resignation und Trotz. Performativ äußert sich dies durch die von Theatermusiker Stefan Leibold mit Leidenschaft korrdinierten hochkarätigen musikalischen Einlagen, die die drei auch in dieser Hinsicht sehr gut miteinander harmonierenden Mitspieler zum besten geben.

Die Interaktion spielt sich diesmal zunächst nur in der Zelle ab, d.h. für die Zuschauer auf dem Bildschirm, erst nach einer Weile stolpern die drei nach bewährtem Schema betäubt auf die Bühne, um gestellte Aufgaben zu lösen, für die sie dann später Puzzle-Teile in die Zelle gelegt bekommen. 

Auch eine SD-Karte kommt plötzlich ins Spiel, was wohl zeigen soll, dass die Überwachung total ist und die Freiräume nur scheinbar. Zur Klärung der Handlung trägt dies jedoch nicht wirklich bei, zu viele Mysterien stehen noch im Raum. Was ist mit der rätselhaften Paula (Pauline Fend), Hoffnungsträgerin der letzten Folge, die sich angeblich als Hundemensch verkleiden konnte und nun versuchen soll, die Gefangenen nach und nach zu befreien? Sie meldet sich diesmal tatsächlich leibhaftig zu Wort, wendet sich aber nicht an die Gefangenen, sondern an die Zuschauer der Show: Alles Fake, stellt sich heraus. Aus Langeweile haben die Überlebenden der „first class“ ein Spiel erfunden, in dem die Gefangenen, für die in der postapokalyptischen Welt keine Ressourcen mehr vorhanden sind, die Spielsteine darstellen.

Viel zu lachen wird es ob dieser düsteren Gegebenheiten auch in der vierten Folge nicht geben. Zumindest, wenn man dem Handlungsstrang folgt. Das Zusammenspiel der Akteure ergibt dagegen wie in den vorangegangenen Folgen aber auch diesmal viel Situationskomik und witzige Dialoge, die sich durch die sehr kurze Probenzeit im Zusammenspiel quasi spontan einstellen. Doch man ahnt es schon: Einer muss wieder ausscheiden. Peter, der sich im Lauf der dritten Folge sehr harmonisch in die Zellengemeinschaft eingefügt hatte, hängt plötzlich an einem Strick in der Zelle. 

Aber ist er tatsächlich tot? Bleiben Karen und Jake in der vierten Folge sich selbst überlassen?
Eins ist sicher: Es bleibt spannend. Die ultimative Auflösung folgt mit der vierten Folge am 18. Juni.

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