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Dienstag, 16.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Grüne beantragen Informationen zum Kongress­parkhaus-Abriss

Die Stadtrats­fraktion von Bündnis 90/Die Grünen zeigt sich unzu­frieden mit der Stellung­nahme der Stadt zu den Vorgängen um den Teilabriss des Kongress­park­hauses. Sie hat deshalb für die Sitzung am Donnerstag, 18. Juni 2026, einen Dring­lich­keits­antrag gestellt.

Von Bruno Stubenrauch

Kongress und Hotel ohne Parkhaus (Foto: DAZ)

Im Antrag fordern die Grünen von der Verwaltung Auskunft über die Vorgänge rund um den begon­nenen und in­zwischen gerichtlich gestoppten Abriss des Kongress­park­hauses am Wittels­bacher Park – sowie über die Folgen für die weitere Planung an diesem Standort.

„Im engen Austausch“

Die Abbrucharbeiten hatten am vergangenen Samstag­morgen über­raschend begonnen und wurden inzwischen gestoppt. OB Dr. Florian Freund erklärte umgehend in einer Presse­mit­teilung, der Abriss habe „die Ausgangs­lage deutlich verändert“. Nun solle eine „verläss­liche städte­bauliche Per­spektive“ entwickelt werden. Auch zu seinen Gesprächen mit den Eigentümern äußerte sich Freund lediglich vage: Er stehe „im engen Austausch“ – konkrete Angaben zu Inhalten oder Zeit­punkten gab es nicht.

Genau hier setzt der Antrag der Grünen an: Sie fordern die Ver­waltung auf, detail­liert darzu­stellen, welche Gespräche in letzter Zeit mit dem Mehr­heits­eigentümer, der Eigentümer­gemein­schaft und dem Ober­bürger­meister statt­gefunden haben.

Viele offene Fragen

Zusätzliche Fragen betreffen das weitere Vorgehen: Erfolgt ein Gesamt­abriss oder bleibt eine Bauruine stehen? Ist eine neue städtische Abriss­verfügung erforder­lich? Welche Konse­quenzen ergeben sich für die bisherige Beschluss­lage, die an dieser Stelle ein Quartiers­parkhaus mit Mobili­täts­hub vorsieht?

Die Verwaltung soll den Stadtrat in der Sitzung am Donners­tag infor­mieren – gegebenen­falls auch im nicht­öffent­lichen Teil.

Die Veränderungssperre

Eine wichtige Rolle spielt auch eine vom Stadtrat beschlos­sene Ver­änderungs­sperre. Investor Bernhard Spielberger wollte 2024 an der Stelle des Park­hauses eine große Senioren­residenz mit Tief­garage bauen, hatte hierzu einen mit der Stadt nicht abge­stimmten Bauantrag ein­gereicht. Die Stadt präferiert jedoch einen modernen, zeitgemäßen Mobilitäts­hub, ein Quartiers­parkhaus mit Sharing-Angeboten und Fahrrad-Infra­struktur, passend zum Hotelturm und dem Kongress am Park.

Damit der Investor bis zum Abschluss der Bauleit­planung keine vollen­deten Tatsachen schaffen und sein uner­wünschtes Projekt durchboxen kann, beschloss der Stadtrat im Juli 2024 eine Ver­änderungs­sperre für maximal zwei Jahre. Damit wurde der Bauantrag offiziell blockiert.