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Mittwoch, 12.08.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Hochablaß: Freie Bahn für Fische am Lechwehr

Erstmals seit 120 Jahren wird das Wehr am Hochablaß durch­gän­gig ge­macht. Die Stadt­wer­ke Augsburg haben mit den Bau­ar­bei­ten für eine mo­der­ne Fisch­auf­stiegs­an­la­ge be­gon­nen, die über 70 Bec­ken auf­weist.

Von Bruno Stubenrauch

Ein Bagger legt den Bereich für die neue Fischaufstiegsanlage frei. (Bild: Thomas Hosemann)

Die Stadt­wer­ke Augsburg (swa) haben in dieser Woche die vor­be­rei­ten­den Ar­bei­ten für den Bau einer Fisch­auf­stiegs­an­la­ge am Hochablaß ge­star­tet. Ein Bagger legte dazu das Baufeld direkt neben dem his­to­ri­schen Wehr frei.

In den kom­men­den Wochen finden Boh­run­gen statt, um den Unter­grund für Spund­wän­de aus Stahl vor­zu­be­rei­ten. Zuvor wird das Areal von Ex­per­ten auf mög­li­che Kampf­mit­tel un­ter­sucht. Ver­lau­fen die Ar­bei­ten plan­mä­ßig, sollen die Spund­wän­de Ende August ein­ge­setzt werden.

70 Bec­ken über­win­den fast acht Meter Höhe

Durch die neue Anlage können künf­tig alle Fisch­ar­ten sowie Klein­le­be­we­sen die knapp acht Meter hohe Bar­rie­re des Wehrs über­win­den. Der Auf- und Abstieg er­folgt über eine Treppe aus mehr als 70 ein­zel­nen Bec­ken mit jeweils ge­rin­gem Hö­hen­un­ter­schied.

Die Bec­ken sind jeweils vier mal zwei Meter groß. Damit soll si­cher­ge­stellt werden, dass sowohl schwimm­schwa­che Arten wie die Mühl­kop­pe als auch kräf­ti­ge Fische wie der Huchen aus­rei­chend Platz und pas­sen­de Strö­mungs­ver­hält­nis­se vor­fin­den.

Einklang mit dem UNESCO-Welt­kul­tur­er­be

Die Pla­nun­gen für das Bau­pro­jekt be­gan­nen be­reits im Zu­sam­men­hang mit dem 2013 in Be­trieb ge­nom­me­nen Was­ser­kraft­werk. Über­ar­bei­tun­gen der Ent­wür­fe wurden durch be­hörd­li­che Auf­la­gen, Vor­ga­ben der Fi­sche­rei­fach­be­ra­tung sowie neue tech­ni­sche Er­kennt­nis­se er­for­der­lich.

Die Anlage steht im Einklang mit dem Augs­bur­ger Was­ser­ma­nage­ment­sys­tem, das seit 2019 zum UNESCO-Welterbe ge­hört. Für Fuß­gän­ger bleibt der Lechsteg wäh­rend der vor­aus­sicht­lich an­derthalb­jäh­ri­gen Bau­zeit durch­gän­gig nutz­bar. Mit Lärm­be­las­ti­gun­gen, etwa beim Ein­ram­men der Spund­wän­de, ist zeit­wei­se zu rech­nen.