Hochablaß: Freie Bahn für Fische am Lechwehr
Erstmals seit 120 Jahren wird das Wehr am Hochablaß durchgängig gemacht. Die Stadtwerke Augsburg haben mit den Bauarbeiten für eine moderne Fischaufstiegsanlage begonnen, die über 70 Becken aufweist.
Von Bruno Stubenrauch
Ein Bagger legt den Bereich für die neue Fischaufstiegsanlage frei. (Bild: Thomas Hosemann)Die Stadtwerke Augsburg (swa) haben in dieser Woche die vorbereitenden Arbeiten für den Bau einer Fischaufstiegsanlage am Hochablaß gestartet. Ein Bagger legte dazu das Baufeld direkt neben dem historischen Wehr frei.
In den kommenden Wochen finden Bohrungen statt, um den Untergrund für Spundwände aus Stahl vorzubereiten. Zuvor wird das Areal von Experten auf mögliche Kampfmittel untersucht. Verlaufen die Arbeiten planmäßig, sollen die Spundwände Ende August eingesetzt werden.
70 Becken überwinden fast acht Meter Höhe
Durch die neue Anlage können künftig alle Fischarten sowie Kleinlebewesen die knapp acht Meter hohe Barriere des Wehrs überwinden. Der Auf- und Abstieg erfolgt über eine Treppe aus mehr als 70 einzelnen Becken mit jeweils geringem Höhenunterschied.
Die Becken sind jeweils vier mal zwei Meter groß. Damit soll sichergestellt werden, dass sowohl schwimmschwache Arten wie die Mühlkoppe als auch kräftige Fische wie der Huchen ausreichend Platz und passende Strömungsverhältnisse vorfinden.
Einklang mit dem UNESCO-Weltkulturerbe
Die Planungen für das Bauprojekt begannen bereits im Zusammenhang mit dem 2013 in Betrieb genommenen Wasserkraftwerk. Überarbeitungen der Entwürfe wurden durch behördliche Auflagen, Vorgaben der Fischereifachberatung sowie neue technische Erkenntnisse erforderlich.
Die Anlage steht im Einklang mit dem Augsburger Wassermanagementsystem, das seit 2019 zum UNESCO-Welterbe gehört. Für Fußgänger bleibt der Lechsteg während der voraussichtlich anderthalbjährigen Bauzeit durchgängig nutzbar. Mit Lärmbelastigungen, etwa beim Einrammen der Spundwände, ist zeitweise zu rechnen.