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Donnerstag, 13.08.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

FDP-Stadt­rä­tin kri­ti­siert Meh­rings Bünd­nis-Idee mit den Frei­en Wäh­lern

Die Augs­bur­ger FDP-Stadt­rä­tin Iris Stei­ner kri­ti­siert den Vor­stoß des baye­ri­schen Di­gi­tal­mi­nis­ters Fa­bi­an Meh­ring für ein bun­des­wei­tes Bünd­nis von Frei­en Wäh­lern und FDP. Po­li­ti­sche Mehr­hei­ten dürf­ten nicht al­lein nach rech­ne­ri­schen Ge­sichts­punk­ten ge­bil­det wer­den, so Stei­ner.

Von Bruno Stubenrauch

Plakat zur Kommunalwahl 2026

Meh­ring hatte in einem In­ter­view mit der Augs­bur­ger All­ge­mei­nen ein „bür­ger­lich-li­be­ra­les Bünd­nis aus FW und FDP“ nach dem Vor­bild von CDU und CSU ins Ge­spräch ge­bracht. Die Frei­en Wäh­ler könn­ten dabei ihre Stär­ke in Bay­ern ein­brin­gen, die FDP ihre bun­des­wei­ten Struk­tu­ren. Ge­mein­sam könne man die Fünf-Pro­zent-Hür­de über­sprin­gen und zu­sam­men mit der Union wie­der bür­ger­li­che Mehr­hei­ten er­mög­li­chen, so Meh­rings Ar­gu­men­ta­ti­on.

Stei­ner sieht Wi­der­spruch

Stei­ner ver­weist dar­auf, dass Meh­ring eine Zu­sam­men­ar­beit der Par­tei­en aus der bür­ger­li­chen Mitte vor we­ni­gen Mo­na­ten noch an­ders be­wer­tet habe. Bei der Dis­kus­si­on um eine Wei­ter­ent­wick­lung des kom­mu­na­len Bünd­nis­ses „Bür­ger­li­che Mitte“ aus FDP, Frei­en Wäh­lern und Pro Augs­burg habe er dar­auf ver­wie­sen, dass die Frei­en Wäh­ler ge­mein­sam mit der CSU in Mün­chen be­reits über eine kom­for­ta­ble Mehr­heit ver­füg­ten. Ein wei­te­res bür­ger­li­ches Bünd­nis werde des­halb nicht be­nö­tigt.

„Jetzt ent­deckt er plötz­lich die FDP als at­trak­ti­ven Bünd­nis­part­ner“, kri­ti­siert Stei­ner. Das wir­ke we­ni­ger wie eine lang­fris­ti­ge po­li­ti­sche Stra­te­gie als wie eine Re­ak­ti­on auf ak­tu­el­le Mehr­heits­ver­hält­nis­se.

FDP setzt auf In­hal­te

Für Stei­ner ent­ste­hen funk­ti­ons­fä­hi­ge po­li­ti­sche Mehr­hei­ten nicht durch rei­ne Bünd­nis­arith­me­tik. „Wenn Po­li­tik nur noch als Kon­strukt wahr­ge­nom­men wird, statt sich über In­hal­te und Lö­sun­gen zu de­fi­nie­ren, wächst die Po­li­tik­ver­dros­sen­heit“, er­klärt die Stadt­rä­tin.

Als Bei­spiel für eine aus ihrer Sicht an­ders ent­stan­de­ne Zu­sam­men­ar­beit nennt Stei­ner die Frak­ti­ons­ge­mein­schaft Ge­ne­ra­ti­on AUX/FDP/Die PAR­TEI im Augs­bur­ger Stadt­rat. Die­se sei erst nach der Kom­mu­nal­wahl auf­grund ge­mein­sa­mer Zie­le, Grund­über­zeu­gun­gen und auch per­sön­li­cher Sym­pa­thie ent­stan­den. „Nicht Mehr­heits­arith­me­tik war der Aus­gangs­punkt, son­dern der ge­mein­sa­me Wil­le, das Bes­te für un­se­re Stadt zu er­rei­chen.“

Stei­ner sieht des­halb eine star­ke FDP als wich­ti­ger denn je an. Li­be­ra­lis­mus müsse ge­lebt und nicht „aus­ge­rech­net“ wer­den, so die Stadt­rä­tin. Einen Zu­sam­men­schluss von FDP und Frei­en Wäh­lern al­lein aus rech­ne­ri­schen Grün­den lehnt sie ab.