Lebenshilfe plant Haus KOMpASS für 36 Kinder
Die Lebenshilfe Augsburg plant in Königsbrunn ein spezialisiertes Bildungs- und Förderangebot für bis zu 36 Kinder und Jugendliche mit erweitertem Unterstützungsbedarf. Das „Haus KOMpASS“ soll als Erweiterung des Förderzentrums Brunnenschule entstehen und eine Versorgungslücke in Schwaben schließen.
Von Bruno Stubenrauch

Bild: © Lebenshilfe / David Maurer
Autismus ist zunehmend ein gesellschaftliches Thema. Immer mehr Kinder und Jugendliche im Autismus-Spektrum benötigen Angebote, die ihren besonderen Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Entwicklungsbedürfnissen gerecht werden. Insbesondere für junge Menschen mit einer geistigen Behinderung und erweitertem Unterstützungsbedarf fehlen jedoch geeignete Schul- und Tagesstättenplätze.
Sechs Klassen, Name steht für Kommunikation und ASS
Die Schreibweise „KOMpASS“ verweist auf zwei Schwerpunkte: „KOM“ für besondere Kommunikationsformen, „ASS“ für Autismus-Spektrum-Störung. Zugleich steht Kompass für Orientierung und Sicherheit. Das Angebot richtet sich grundsätzlich an junge Menschen mit besonders intensivem Unterstützungsbedarf, ein großer Teil wird dem Autismus-Spektrum angehören.
Vorgesehen sind sechs Klassen mit jeweils sechs Kindern. Ein multiprofessionelles Team aus Lehrkräften, pädagogischen Fachkräften und Therapeuten begleitet die Kinder. Unterricht, Heilpädagogik und Therapie werden eng aufeinander abgestimmt. Strukturierte Tagesabläufe, reizreduzierte Räume und Rückzugsmöglichkeiten sollen Orientierung geben. Unterstützte Kommunikation ermöglicht auch Kindern ohne Lautsprache, am Leben teilzunehmen.
System soll sich am Kind orientieren
Nach Angaben von Vorstand Peter Goldammer verändern sich die Bedarfslagen seit Jahren deutlich. Die Lebenshilfe verfügt bereits über Erfahrungen aus den Intensivklassen der Brunnenschule. Dort zeigt sich: Wenn Räume, Kommunikation und Begleitung konsequent am individuellen Bedarf ausgerichtet werden, lassen sich Überforderung und Krisen reduzieren. Goldammers Grundsatz: Nicht das Kind muss sich an das System anpassen, sondern das System an das Kind.
Für Familien bedeutet ein solcher Platz Entlastung, da die Kinder hier über den gesamten Tag verlässliche Strukturen und Bezugspersonen finden. Das fachliche Konzept wurde der Regierung von Schwaben vorgestellt, der schulische Flächenbedarf ist anerkannt und Mittel sind im Staatshaushalt eingeplant. Für die Heilpädagogische Tagesstätte laufen noch förderrechtliche Abstimmungen. Die öffentliche Förderung deckt voraussichtlich nicht alles ab, daher ist die Lebenshilfe für zusätzliche Ausstattung auf Spenden angewiesen.
Info-Block
- Vorhaben: Haus KOMpASS – Bildungs- und Förderangebot für bis zu 36 Kinder und Jugendliche mit erweitertem Unterstützungsbedarf
- Ort: Königsbrunn, als Erweiterung des Förderzentrums Brunnenschule, sechs Klassen à sechs Kinder
- Träger: Lebenshilfe Augsburg, Vorstand Peter Goldammer
- Mehr Info: www.lebenshilfe-augsburg.de
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