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Montag, 10.08.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Museum am Telefon: Kunstsammlungen laden zu „Bei Anruf Kultur“ ein

Die Kunstsammlungen & Museen Augsburg bieten am 14. August und 19. Oktober kostenfreie telefonische Führungen durch das Maximilian­museum an. Das bundesweite Angebot „Bei Anruf Kultur“ macht Museumsbesuche unabhängig von Mobilität, Sehvermögen oder Wohnort möglich.

Von Bruno Stubenrauch

Vision der Modellkammer des Maximilian­museums Augsburg (Bild: Kunstsammlungen & Museen Augsburg / Monica Smekal / Gemini)

Kultur erleben, ohne das Haus zu verlassen: Mit dem Format „Bei Anruf Kultur“ öffnen die Kunstsammlungen & Museen Augsburg ihre Türen auch für Menschen, die nicht persönlich vorbeikommen können. Kunst­vermittelnde beschreiben am Telefon ausgewählte Objekte und erzählen ihre Geschichten – ein lebendiger, barriere­freier Zugang zu Kunst- und Kultur­geschichte, ganz bequem von zuhause aus.

Technikgeschichte in der Modellkammer

Los geht es am Freitag, 14. August, von 16.30 bis 17.30 Uhr mit der Führung durch die Modellkammer. Im Mittelpunkt stehen historische Modelle, die von bedeutenden Bau­projekten und technischen Inno­vationen vergangener Jahr­hunderte erzählen. Besonders die mechanischen und hydrau­lischen Modelle geben spannende Einblicke in die Technik­geschichte Augsburgs. Die Führung übernimmt Frank Albert M.A. von den Kunstsammlungen.

Das Rätsel der verschollenen Putti

Am Montag, 19. Oktober, folgt von 16.30 bis 17.30 Uhr die zweite Führung. Sie dreht sich um eine Figuren­gruppe des Bildhauers Georg Petel, der einst als „deutscher Michelangelo“ galt und mit Peter Paul Rubens befreundet war. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der lange ver­schollenen Putti aus der Augsburger Anna­Kapelle – und wie verloren geglaubte Kunstwerke manchmal durch Zufall oder intensive Forschung wieder auftauchen. Manuela Wagner M.A., Leiterin der Kunst­vermittlung, führt durch das Thema.

So funktioniert die Teilnahme

Nötig ist nur eine funktionierende Telefon­verbindung und eine Anmeldung über beianrufkultur.de oder telefonisch. Ein Moderator begrüßt die Teilnehmenden, anschließend beschreibt eine Kunst­vermittlerin oder ein Kunstvermittler rund 20 bis 30 Minuten lang die Räumlichkeiten und Ausstellungs­objekte. In dieser Zeit sind die Teil­nehmenden stumm­geschaltet, bei der abschlie­ßenden Frage­runde kommen sie wieder zu Wort.

Das Format entstand 2021 während des Corona­Lockdowns in Hamburg und hat sich seither zu einem deutsch­land­weiten Angebot entwickelt, an dem inzwischen über 70 Kultur­ein­richtungen teilnehmen. In Augsburg reiht es sich ein in ein bereits breites inklusives Programm: Führungen für blinde und seh­beein­trächtigte Menschen, in Gebärden­sprache und einfacher Sprache sowie die Tastgalerie im Römerlager, die seit 2024 zum Berühren einlädt.