Museum am Telefon: Kunstsammlungen laden zu „Bei Anruf Kultur“ ein
Die Kunstsammlungen & Museen Augsburg bieten am 14. August und 19. Oktober kostenfreie telefonische Führungen durch das Maximilianmuseum an. Das bundesweite Angebot „Bei Anruf Kultur“ macht Museumsbesuche unabhängig von Mobilität, Sehvermögen oder Wohnort möglich.
Von Bruno Stubenrauch
Vision der Modellkammer des Maximilianmuseums Augsburg (Bild: Kunstsammlungen & Museen Augsburg / Monica Smekal / Gemini)Kultur erleben, ohne das Haus zu verlassen: Mit dem Format „Bei Anruf Kultur“ öffnen die Kunstsammlungen & Museen Augsburg ihre Türen auch für Menschen, die nicht persönlich vorbeikommen können. Kunstvermittelnde beschreiben am Telefon ausgewählte Objekte und erzählen ihre Geschichten – ein lebendiger, barrierefreier Zugang zu Kunst- und Kulturgeschichte, ganz bequem von zuhause aus.
Technikgeschichte in der Modellkammer
Los geht es am Freitag, 14. August, von 16.30 bis 17.30 Uhr mit der Führung durch die Modellkammer. Im Mittelpunkt stehen historische Modelle, die von bedeutenden Bauprojekten und technischen Innovationen vergangener Jahrhunderte erzählen. Besonders die mechanischen und hydraulischen Modelle geben spannende Einblicke in die Technikgeschichte Augsburgs. Die Führung übernimmt Frank Albert M.A. von den Kunstsammlungen.
Das Rätsel der verschollenen Putti
Am Montag, 19. Oktober, folgt von 16.30 bis 17.30 Uhr die zweite Führung. Sie dreht sich um eine Figurengruppe des Bildhauers Georg Petel, der einst als „deutscher Michelangelo“ galt und mit Peter Paul Rubens befreundet war. Im Mittelpunkt steht die Geschichte der lange verschollenen Putti aus der Augsburger AnnaKapelle – und wie verloren geglaubte Kunstwerke manchmal durch Zufall oder intensive Forschung wieder auftauchen. Manuela Wagner M.A., Leiterin der Kunstvermittlung, führt durch das Thema.
So funktioniert die Teilnahme
Nötig ist nur eine funktionierende Telefonverbindung und eine Anmeldung über beianrufkultur.de oder telefonisch. Ein Moderator begrüßt die Teilnehmenden, anschließend beschreibt eine Kunstvermittlerin oder ein Kunstvermittler rund 20 bis 30 Minuten lang die Räumlichkeiten und Ausstellungsobjekte. In dieser Zeit sind die Teilnehmenden stummgeschaltet, bei der abschließenden Fragerunde kommen sie wieder zu Wort.
Das Format entstand 2021 während des CoronaLockdowns in Hamburg und hat sich seither zu einem deutschlandweiten Angebot entwickelt, an dem inzwischen über 70 Kultureinrichtungen teilnehmen. In Augsburg reiht es sich ein in ein bereits breites inklusives Programm: Führungen für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen, in Gebärdensprache und einfacher Sprache sowie die Tastgalerie im Römerlager, die seit 2024 zum Berühren einlädt.