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Dienstag, 16.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Bezahlbares Wohnen: Zwei Fraktions­gemeinschaften wollen Augsburger Weg

Weil staatliche Förder­mittel für einkommens­orientiert geförderte Wohnungen nicht ausreichen, erlahmt der Wohnungs­bau in Augsburg. Die Fraktions­gemeinschaften SPD/ÖDP/Volt und Generation AUX/FDP/Die Partei wollen mit einem gemeinsamen Antrag eigene städtische Lösungen schaffen.

Von Bruno Stubenrauch

Symbolbild

Augsburg leidet seit Jahren unter einem Mangel an bezahl­barem Wohn­raum. Die Förder­mittel des Frei­staates für sogenannte EOF-Wohnungen – einkommens­orientiert geförderte Wohnungen – reichen bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Die Folge: Statt sich zu beschleunigen, erlahmt der Wohnungs­bau gerade in Ballungs­räumen wie Augsburg, wo neuer Wohn­raum besonders dringend gebraucht wird.

Antrag schlägt konkrete Alternativen vor

Die Fraktions­gemeinschaften SPD/ÖDP/Volt und Generation AUX/FDP/DIE PARTEI wollen das nicht länger hin­nehmen und haben den Antrag „Gemeinsame aktive Wohnraum­politik für Augsburg“ gestellt. Ziel ist es, dass die Stadt eigene Konzepte entwickelt, damit Investoren und Bau­träger trotz des Förder­ausfalls wieder schnell bauen können. Vor­geschlagen wird etwa, dass Projekt­entwickler, die keine EOF-Wohnungen mehr schaffen können, statt­dessen eine Umlage an die Stadt zahlen. Über die städtische Wohnbau­gruppe könnte daraus dann bezahl­barer Wohn­raum entstehen. Alternativ könnten Projekt­entwickler Wohnungen im Bestand behalten und sich zu einer Miet­preis­bindung verpflichten, oder neu entstehende Wohnungen verbilligt an die städtische Wohnbau­gruppe verkaufen, die sie dann günstig vermietet.

Politik will Handlungsfähigkeit zeigen

Lara Hammer und Benjamin Adam, Vorsitzende der Fraktions­gemeinschaft SPD/ÖDP/Volt, bezeichnen Wohnen als die große soziale Frage der Zeit und fordern einen eigenen „Augsburger Weg“ für mehr bezahl­baren Wohn­raum. Mit Ober­bürgermeister Dr. Florian Freund sei in der neuen Stadtrats­periode der nötige Gestaltungs­wille vorhanden, um konkrete Schritte zu gehen.

Auch Raphael Brandmiller, Vorsitzender der Fraktions­gemeinschaft Generation AUX/FDP/Die Partei, sieht dringenden Hand­lungs­bedarf. Es sei überfällig, dass die Stadt beim Wohnungs­mangel anpacke, statt auf die Zuständig­keit anderer zu verweisen – das schaffe auch wieder Vertrauen in die Politik. Wohnen sei eine der existenziellsten Fragen der Zeit und längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Deshalb brauche es jetzt ein Bündel an Maßnahmen, wofür der gestellte Antrag zu EOF-Alternativen ein wichtiger erster Schritt sei.

Ob und wie die vor­geschlagenen Modelle künftig in der Praxis umgesetzt werden, wird sich in den kommenden Stadtrats­sitzungen zeigen.