Bezahlbares Wohnen: Zwei Fraktionsgemeinschaften wollen Augsburger Weg
Weil staatliche Fördermittel für einkommensorientiert geförderte Wohnungen nicht ausreichen, erlahmt der Wohnungsbau in Augsburg. Die Fraktionsgemeinschaften SPD/ÖDP/Volt und Generation AUX/FDP/Die Partei wollen mit einem gemeinsamen Antrag eigene städtische Lösungen schaffen.
Von Bruno Stubenrauch
Symbolbild
Augsburg leidet seit Jahren unter einem Mangel an bezahlbarem Wohnraum. Die Fördermittel des Freistaates für sogenannte EOF-Wohnungen – einkommensorientiert geförderte Wohnungen – reichen bei weitem nicht aus, um den Bedarf zu decken. Die Folge: Statt sich zu beschleunigen, erlahmt der Wohnungsbau gerade in Ballungsräumen wie Augsburg, wo neuer Wohnraum besonders dringend gebraucht wird.
Antrag schlägt konkrete Alternativen vor
Die Fraktionsgemeinschaften SPD/ÖDP/Volt und Generation AUX/FDP/DIE PARTEI wollen das nicht länger hinnehmen und haben den Antrag „Gemeinsame aktive Wohnraumpolitik für Augsburg“ gestellt. Ziel ist es, dass die Stadt eigene Konzepte entwickelt, damit Investoren und Bauträger trotz des Förderausfalls wieder schnell bauen können. Vorgeschlagen wird etwa, dass Projektentwickler, die keine EOF-Wohnungen mehr schaffen können, stattdessen eine Umlage an die Stadt zahlen. Über die städtische Wohnbaugruppe könnte daraus dann bezahlbarer Wohnraum entstehen. Alternativ könnten Projektentwickler Wohnungen im Bestand behalten und sich zu einer Mietpreisbindung verpflichten, oder neu entstehende Wohnungen verbilligt an die städtische Wohnbaugruppe verkaufen, die sie dann günstig vermietet.
Politik will Handlungsfähigkeit zeigen
Lara Hammer und Benjamin Adam, Vorsitzende der Fraktionsgemeinschaft SPD/ÖDP/Volt, bezeichnen Wohnen als die große soziale Frage der Zeit und fordern einen eigenen „Augsburger Weg“ für mehr bezahlbaren Wohnraum. Mit Oberbürgermeister Dr. Florian Freund sei in der neuen Stadtratsperiode der nötige Gestaltungswille vorhanden, um konkrete Schritte zu gehen.
Auch Raphael Brandmiller, Vorsitzender der Fraktionsgemeinschaft Generation AUX/FDP/Die Partei, sieht dringenden Handlungsbedarf. Es sei überfällig, dass die Stadt beim Wohnungsmangel anpacke, statt auf die Zuständigkeit anderer zu verweisen – das schaffe auch wieder Vertrauen in die Politik. Wohnen sei eine der existenziellsten Fragen der Zeit und längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Deshalb brauche es jetzt ein Bündel an Maßnahmen, wofür der gestellte Antrag zu EOF-Alternativen ein wichtiger erster Schritt sei.
Ob und wie die vorgeschlagenen Modelle künftig in der Praxis umgesetzt werden, wird sich in den kommenden Stadtratssitzungen zeigen.
