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Freitag, 31.07.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Klinikpark: BUND Naturschutz holt die Umwelthilfe ins Boot

Im Konflikt um den geplanten Neubau der Uniklinik Augsburg setzt der BUND Natur­schutz auf bundes­weite Ver­stärkung: Auf Einladung der lokalen Kreis­gruppe machte sich DUH-Bundes­geschäfts­führer Jürgen Resch per­sönlich ein Bild vom bedrohten Klinikpark. Die Strategie der Augs­burger ist klar: Mithilfe promi­nenter Umwelt­größen soll der Druck auf die Politik massiv erhöht werden.

Von Bruno Stubenrauch

v.l.: Jürgen Resch (DUH) und Dr. Dietmar Kuhlmann (Bild: Fisima Tente Fotografie)

Die Rollenverteilung beim Orts­termin am 29. Juli war eindeutig: Nicht die Deutsche Umwelt­hilfe (DUH) suchte das Thema, sondern die Augs­burger Natur­schützer um Dr. Peter Roth und Dr. Dietmar Kuhlmann holten sich Jürgen Resch gezielt nach Schwaben. Seit der Freistaat Bayern im Juli 2024 das westliche Baufeld für den Uniklinik-Neubau festlegte – und damit das Aus für den mehr als acht Hektar großen Park mit über 1.300 alten Bäumen besiegelte –, kämpft das lokale Bündnis für eine ergebnis­offene Prüfung der bereits ver­siegelten Ost-Alternative.

Synergie mit der DUH-Kampagne „Bäume retten Leben“

Durch die Hinzuziehung der DUH und ihres streit­baren Kopfes Jürgen Resch ver­spricht sich das Augs­burger Bündnis spürbaren Rücken­wind und höhere Auf­merk­sam­keit über die Stadt­grenzen hinaus. ​Resch, der die DUH für ihren konse­quenten Einsatz für Umwelt- und Klima­schutz bekannt gemacht hat, bringt genau jene Schlag­kraft mit, die der lokalen Debatte bislang noch gefehlt haben könnte.

Für die DUH fügt sich der Fall wiederum perfekt in ihre bundes­weite Kampagne „Bäume retten Leben“ ein. Resch versprach den Aktiven vor Ort nicht nur fach­liche Anregungen, sondern sagte weitere Unter­stützung zu.

Zeitargument für Westlösung gerät ins Wanken

Der prominente Rückenwind kommt für die lokalen Akteure zur rechten Zeit, denn ein Haupt­argument der Staats­regie­rung gerät immer mehr ins Wanken: Der angeblich ent­schei­dende Zeit­vorteil der Westlösung löst sich durch Ver­zöge­rungen auf – der Fertig­stellungs­termin des Klinik-Neubaus hat sich von 2038 bereits auf 2041 bis 2043 verschoben. Der BUND Natur­schutz sieht darin die Chance, eine trans­parente Raum­ver­träg­lich­keits­prüfung beider Standorte doch noch ein­zu­fordern.

Der Besuch von Jürgen Resch soll der Auftakt zu weiteren Aktionen sein, um das Thema im Vorfeld des 50-jährigen Park­jubiläums im Jahr 2027 auf die Landes- und Bundes­agenda zu heben.