Schweres Gerät am Hochablass: Großbohrer ebnet Weg für die neue Fischtreppe
Seit Mitte August laufen die Bauarbeiten für die neue Fischaufstiegsanlage am Hochablass. Nach ersten Vorarbeiten setzen die Stadtwerke Augsburg (swa) nun auf schweres Gerät: Ein Großbohrer arbeitet sich bis zu 15 Meter tief in den Untergrund, um Hindernisse für die Spundwände zu beseitigen.
Von Bruno Stubenrauch
Die Baustelle für die Fischaufstiegsanlage am Hochablass: Mit einem Großbohrer wird derzeit bis in rund 15 Meter Tiefe der Untergrund für die Spundwände vorbereitet. (Bild: swa/ Thomas Hosemann)Für den Ökologie- und Artenschutz am Lech ist das Projekt ein zentraler Meilenstein: Zum ersten Mal seit mindestens 120 Jahren soll das knapp acht Meter hohe Hochablass-Wehr für Fische und Kleinlebewesen durchgängig werden.
Großbohrer bricht Widerstände im Untergrund
Anfang August begannen die Stadtwerke mit der Einrichtung der Baustelle und der Aufschüttung einer künstlichen Kiesbank im Lech. Seit Anfang September treiben schwere Baumaschinen Spundwände in den Boden, um das Baufeld gegen das Lechwasser abzudichten.
Da die Spundwände an mehreren Stellen auf unerwarteten Widerstand stießen, kommt nun wie vorgesehen ein Großbohrer zum Einsatz. Das Gerät bohrt Löcher mit einem Durchmesser von 80 Zentimetern und bis zu 15 Metern Tiefe. Dabei stößt die Technik immer wieder auf Überraschungen im Boden – von extrem verdichtetem Erdreich bis hin zu alten Betonfundamenten. Durch das Auswechseln des Erdreichs in den Bohrlöchern können die Spundwände anschließend barrierefrei eingeschlagen werden.
70 Becken für knapp acht Meter Höhenunterschied
Die Bauzeit ist auf voraussichtlich eineinhalb Jahre angesetzt, hängt jedoch stark von etwaigen Hochwasserereignissen ab. Nach der Fertigstellung werden 70 Einzelbecken (jeweils 4 × 2 Meter) den Fischen das Auf- und Absteigen ermöglichen. Sedimente auf den Beckenböden bieten Ruhezonen für die Wassertiere.
Einschränkungen und Umleitungen
Für Passanten und Anwohner versuchen die Stadtwerke die Beeinträchtigungen gering zu halten. Der Lechsteg selbst bleibt durchgehend passierbar. Aufgrund von Baustellenabsperrungen umgeleitete Fußwege zwischen Hochablass und Parkplatz werden in den kommenden Tagen mit einer zusätzlichen Beleuchtung ausgestattet. Die Arbeiten finden zu den normalen Tagesdienstzeiten statt, Lärmbelästigungen – etwa beim Einrammen der Spundwände – lassen sich jedoch nicht gänzlich vermeiden.