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Donnerstag, 30.07.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Verein ALJUZA meldet Kundgebung gegen Dragqueen-Lesung an

Protest vor der Stadtbücherei

Die Kontroverse um die für den 5. August geplante Kinderbuch-Lesung mit Dragqueen Vicky Voyage in der Augs­burger Stadt­bücherei spitzt sich zu. Der Verein ALJUZA e.V. hat für den Nach­mittag eine Kund­gebung direkt auf dem Ernst-Reuter-Platz angemeldet. Damit treffen am gleichen Ort zwei völlig gegen­sätz­liche Ver­an­stal­tungen aufeinander.

Von Bruno Stubenrauch

„Drag“ – eine nach Ansicht des Vereins ALJUZA rein adulte Unter­haltungs­form (Bild: Monica Smekal / Gemini)

Die für Anfang August im Rahmen des Sommer­ferien-Leseclubs ange­kündigte Lesung der Münchner Drag-Künst­lerin Vicky Voyage sorgt weiter­hin für politi­sche Dynamik. Nachdem Mitte Juli bereits die AfD-Stadt­rats­fraktion scharfe Kritik an der Aus­richtung und der städti­schen Förderung geübt hatte (DAZ berichtete), folgt nun ein sicht­barer Protest im öffent­lichen Raum.

Kundgebung auf dem Ernst-Reuter-Platz

Wie das Alternative Jugend­zentrum Augsburg (ALJUZA e.V.) mit­teilte, hat der Verein beim städti­schen Ordnungs­amt eine Kund­gebung für Mittwoch, den 5. August 2026 ab 15 Uhr ange­meldet. Die Ver­sammlung soll auf dem Ernst-Reuter-Platz in unmittel­barer Nähe zur Stadt­bücherei stattfinden. Der Verein rechnet nach eigenen Angaben mit 50 bis 100 Teil­nehmern und kündigt einen Gastredner an.

In einer Stellungnahme begründet ALJUZA-Vor­sitzender Philip Pazmany den Protest und fordert Eltern auf, gegen den Einsatz städti­scher Mittel für die Ver­an­staltung zu prote­stieren. Kinder­bücher müssten Krea­tivität und logisches Denken fördern, statt „obszöne Körperkult-Ideen“ zu ver­mitteln. Die Dar­bietung durch Personen aus dem Bereich „Drag“ – einer nach Ansicht des Vereins rein adulten Unter­haltungs­form – passe nicht in den Erzie­hungs- und Bildungs­auftrag.

Räumlicher und zeitlicher Konflikt absehbar

Die Anmeldung der Kundgebung birgt erhebliches Konflikt­poten­zial, da der Ernst-Reuter-Platz am Nachmittag des 5. August bereits ander­weitig belegt ist. Von 14.00 bis 17.30 Uhr hat die Stadt­bücherei dort ein buntes Rahmen­programm für Familien und Inter­essierte ange­kündigt. Neben Bastel­angeboten und einem Picknick beteiligen sich unter anderem der Stadt­jugend­ring, die städti­sche Gleich­stellungs­stelle sowie Ini­tia­tiven wie Queerbeet und Omas gegen Rechts.

Die Versammlung von ALJUZA und das Fest der lesungs­unter­stützenden Gruppen über­schneiden sich also zeitlich wie räumlich. Wie das Auf­einan­der­treffen der politisch konträren Lager vor Ort von den Behörden geregelt wird, bleibt abzu­warten. Die eigent­liche Kinderbuch-Lesung in der Bücherei ist von 15.30 bis 17.00 Uhr angesetzt.

Verein steht in der Kritik anderer Jugendorganisationen

Der Verein ALJUZA e.V. hatte sich erst im ver­gangenen Jahr gegründet und definiert seine Aufgaben laut Satzung in der politi­schen Bildung und Jugend­arbeit. Bereits im Frühjahr war der Verein jedoch in die Kritik geraten: Jugend­organi­sationen wie die Grüne Jugend, die Jusos und die Linksjugend warfen dem Verein perso­nelle und inhalt­liche Ver­flech­tungen mit der AfD vor und bezeich­neten ihn als rechtes Tarn­projekt. ALJUZA weist diese Vorwürfe zurück und betont die partei­poli­tische Unab­hängig­keit sowie die Vielfalt seiner Mitglieder.

Mit der angemeldeten Demonstration schließt sich ALJUZA inhalt­lich der Linie der AfD-Stadt­rats­fraktion an. Die Stadt Augsburg hält bislang an dem Format fest und betont, dass die Lesung Kindern anhand von Bilder­büchern Werte wie Respekt, Toleranz und die Vielfalt gesell­schaft­licher Lebens­formen ver­mitteln soll.