Verein „Augsburg Klimaresilient“: Keine Wohnungen am Wittelsbacher Park
Der neu gegründete Verein Augsburg Klimaresilient (AKV) hat sich erstmals öffentlich zu Wort gemeldet und sich in die Debatte um die Zukunft der Parkhausruine am Wittelsbacher Park eingeschaltet. Der Vorsitzende Sebastian Berz begrüßt den begonnenen Teilabbruch der Anlage und spricht sich für einen dauerhaften Erhalt der Parkfläche ohne zusätzliche Wohnbebauung aus.
Von Bruno Stubenrauch
Nach Auffassung des Vereins ist der Wittelsbacher Park als zentraler Stadtpark Augsburgs und als wichtige Grünfläche für das Stadtklima „nicht mehr verhandelbar“. Der erfolgte Teilabbruch sei ein wichtiger Schritt hin zu einem „Freien Wittelsbacher Park“. Der AKV zieht dabei einen historischen Vergleich zum „Freien Rathausplatz“, der vor rund 50 Jahren entstand.
Park als „Grüne Lunge“ der Innenstadt
Der Verein betont die Bedeutung des Wittelsbacher Parks für die Anpassung an den Klimawandel. Als sogenannte „Grüne Lunge“ erfülle die Anlage wichtige Erholungs- und Kühlungsfunktionen für die Innenstadt. Die Entwicklung vom historischen Stadtgarten zum heutigen Landschaftsschutzgebiet sei ein über Jahrzehnte gewachsener und nicht umkehrbarer Prozess.
Kritik an früheren Investorenlösungen
Deutliche Kritik übt der AKV an den vertraglichen Konstruktionen rund um das Parkhaus. Mit der ursprünglich für das Turmhotel und den Kongress am Park errichteten Garage seien über die Jahre Abhängigkeiten entstanden, deren Risiken nicht ausreichend berücksichtigt worden seien. Die heute seit langem eingeschränkte Nutzbarkeit des Areals sei eine Folge dieser Versäumnisse.
Auch die wiederholt diskutierte Kombination aus Parkhaussanierung und Wohnungsbau lehnt der Verein ab. Die von Investoren vertretene Argumentation, Wohnbebauung könne die Sanierung querfinanzieren, überzeuge nicht. Zusätzliche Wohnungen würden weiteren Verkehr und zusätzlichen Stellplatzbedarf erzeugen und die baulichen Konflikte auf dem engen Grundstück verschärfen.
Keine Wohnbebauung am Standort
Der Verein spricht sich stattdessen dafür aus, neue Investitionen im Wohnungsbau auf andere Flächen zu lenken. Der Standort am Wittelsbacher Park sei „für Wohnen in jeder Hinsicht nicht geeignet“. Grundlage einer künftigen Entwicklung könne nur eine vollständige Neubewertung des Grundstücks sein. Dabei müssten auch die wirtschaftlichen Schäden berücksichtigt werden, die der Stadt und den benachbarten Einrichtungen durch den jahrelangen Zustand des Parkhauses entstanden seien.
Forderung nach Gesamtkonzept
Für die Zukunft fordert Augsburg Klimaresilient ein übergreifendes Konzept für den Parkraumbedarf rund um den Wittelsbacher Park. Dabei müssten die Interessen des Landschaftsschutzes, die angrenzenden Quartiere sowie die denkmalgeschützten Gebäude im Umfeld gleichermaßen berücksichtigt werden.
Mit der Stellungnahme positioniert sich der Verein erstmals öffentlich in einer der umstrittensten städtebaulichen Debatten Augsburgs. Die Forderung ist eindeutig: Der Wittelsbacher Park soll dauerhaft als Grün- und Erholungsraum gesichert werden – ohne zusätzliche Wohnbebauung auf dem bisherigen Parkhausstandort.
