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Mittwoch, 17.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Augsburg plant Solar-Rahmenplan für die Altstadt

Denkmalschutz und Energiewende sollen systematisch zusammengeführt werden

Die Stadt Augsburg will den Umgang mit Photo­voltaik- und Solar­anlagen im histori­schen Stadtkern neu ordnen. Grundlage ist ein Kommu­nales Denkmal­konzept (KDK) für das Ensemble Altstadt, das in Zusammen­arbeit mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmal­pflege erarbeitet werden soll.

Von Bruno Stubenrauch

Symbolbild

Der Stadtrat entscheidet am heutigen 18. Juni über den Grundsatz­beschluss. Im Vorfeld gilt die Zustimmung als wahr­scheinlich: Der vorbe­ratende Bauaus­schuss hat den Antrag in seiner Sitzung am 11. Juni bereits einstimmig befürwortet.

Leitlinie für Solaranlagen im historischen Stadtraum

Kern des Vorhabens ist ein sogenannter Solar-Rahmenplan, der künftig als Ent­schei­dungs­grundlage für die Stadt­verwaltung dienen soll. Er soll die Dach­land­schaft der Altstadt syste­matisch erfassen und nach denkmal­pflege­rischer Sensi­bilität einordnen. Auf dieser Grundlage sollen Gestaltungs­leit­linien entstehen, die festlegen, unter welchen Bedingungen Solar­anlagen auf Gebäuden im histo­ri­schen Bestand zulässig sind.

Ziel ist es, Genehmigungsverfahren nach dem Baye­rischen Denkmal­schutz­recht trans­parenter, schneller und rechts­sicherer zu machen. Zunächst werden zwei Modell­quartiere – die Jakober­vorstadt und das Ulrichs­viertel – exemp­larisch untersucht. Die Ergebnisse sollen anschlie­ßend auf das gesamte Altstadt­gebiet übertragen werden.

Altstadtensemble: historischer Stadtkern im ehemaligen Mauerring

Das Projekt bezieht sich auf das Ensemble Altstadt Augsburg (E-7-61-000-1). Es umfasst im Kern den histo­ri­schen Stadtraum der ehe­maligen Reichs­stadt. Die Abgren­zung orientiert sich dabei im Wesent­lichen am Verlauf der früheren Stadt­be­festigung, die die Stadt bis ins 19. Jahr­hundert umschloss und heute im Stadt­grundriss noch als Ring aus Straßen- und Grün­strukturen ablesbar ist. Damit umfasst das Ensemble verein­facht den gesamten histo­ri­schen Stadtkern, also den gewach­senen Stadtkörper der Altstadt, dessen Struktur das Stadtbild bis heute prägt.

Kosten und Förderung

Für das Projekt ist ein Kostenrahmen von rund 10.000 Euro vor­gesehen. Geplant sind unter anderem eine Orts­erkundung durch Stu­dierende des KIT (Karls­ruher Institut für Techno­logie) sowie gegebenen­falls ergänzende Leistungen.

Das Bayerische Landesamt für Denkmal­pflege fördert das Vorhaben mit 60 Prozent (6.000 Euro), voraus­gesetzt der Stadtrat stimmt zu. Der städtische Eigen­anteil von 4.000 Euro wird teilweise über den Klimafonds („Solar­offensive“) sowie über das Budget des Bau­referats finanziert.