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Samstag, 13.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Kultur

Kulturprogramm Friedensfest: Stadt sucht neue Festivalleitung

Am heutigen Mittwoch wurden im Kulturausschuss die vom OB-Referat ausgearbeiteten Pläne zur Evaluation des Friedensfests und zur Arbeit des Friedensbüros vorgestellt sowie eine Beschlussvorlage zur Neubesetzung der Festivalleitung beschlossen.

Nächstes Jahr wird die anschließend in den Ruhestand gehende Christiane Lembert-Dobler noch Verantwortung zeichnen, für das darauffolgende Jahr übernimmt Thomas Weitzel ihren Stab. Für das 375 jährige Jubiläum 2025 wurde eine Ausschreibung beschlossen, die eine Kuration vorerst nur für ein Jahr vorsieht, für 2026 soll eine neue Leitung die Ergebnisse der Evaluation umsetzen.

Die Kommentierungen der Kulturpolitiker von beiden Regierungsparteien lässt das Ringen um eine gemeinsame Beschlussvorlage erahnen:

„Wir stehen im Grundsatz zu der im Februar beschlossenen Weiterentwicklung des Friedensfests. Bei dem von uns formulierten Antrag zur Konkretisierung der Evaluation im Frühjahr war es uns wichtig, die Sorgen und Belange der Kulturszene einzubringen, die aufgrund der missverständlichen Beschlussvorlage entstanden waren. Wir wünschen uns bei diesem für die Stadt wichtigen Thema Transparenz und die Einbeziehung aller Akteur*innen. Die mangelnde Kommunikation mit dem Kulturbeirat und den Akteur*innen schafft kein Vertrauen für die zukünftige Weiterentwicklung. Oberste Priorität in Bezug auf einen fundierten Abschluss der Debatte muss nun eine zügige Evaluation sowie eine gesicherte personelle Ausstattung des Friedensbüros sein. Wir wollen, dass es nun endlich vorwärts geht, deswegen haben wir den heutigen Beschlüssen zugestimmt.“ So Peter Rauscher, Fraktionsvorsitzender der Grünen.

Andreas Jäckel, kulturpolitischer Sprecher der CSU-Fraktion ergänzt die Kommentierung: „Unserem Hohen Friedensfest kommt in der Geschichte der Stadt Augsburg eine besondere Bedeutung zu. In seiner Ausrichtung hat sich das Friedensfest über die Zeit vom rein protestantischem Feiertag hin zu einem gesamtstädtischen Ereignis gewandelt, bei dem das friedliche Zusammenleben von Menschen mit unterschiedlicher Herkunft und Religion in einer modernen und pluralen Gesellschaft im Vordergrund steht. Dennoch gibt es auch beim Friedensfest zeitgemäße Transformationen, jedoch immer im Blick eine partizipative, kreative und vielfältige Beteiligung der Stadtgesellschaft. Darauf zielte auch unser eingereichter Antrag ab: Die Evaluierung des kulturellen Rahmenprogramms, eine mögliche Weiterentwicklung, damit lokale Akteurinnen und Akteure, beispielsweise aus der Kulturszene, die breite Augsburger Gesellschaft sowie verschiedenste Gruppierungen eng eingebunden und intensiv beteiligt werden, egal ob Jung oder Alt. Ziel des Jubiläums 2025 soll es also sein, die bisherigen Ansätze des Rahmenprogramms mit künstlerischen, diskursiven und interreligiösen Impulsen weiterzuentwickeln und die Friedensstadt in der überregionalen Wahrnehmung zu stärken und zu verankern.“

Dr. Pia Haertinger Mitglied des Kulturausschusses und Sprecherin für Religionsgemeinschaften wollte die bisherige Arbeit des Friedensbüros nicht unkommentiert lassen: “Christiane Lembert-Dobler, die Anfang 2024 in den Ruhestand wechselt, hat gemeinsam mit ihrem Team durch ihre wertschätzende, konstruktive und partizipative Arbeit ein starkes Friedensnetzwerk aufgebaut. Dafür möchten wir ihr ausdrücklich danken! Diesem wertvollen Netzwerk aus engagierten Akteur*innen sind wir es schuldig, nun endlich planvoll und mit Weitsicht vorzugehen! Für die kuratorische Leitung des Friedensfests im Jubiläumsjahr 2025 haben wir uns dafür eingesetzt, dass in einer vielfältigen Jury alle zu berücksichtigenden Aspekte widergespiegelt werden. Kultur als vierte, rahmengebende Nachhaltigkeitsdimension ist die Garantin und die transformative Kraft in diesem gesellschaftspolitischen wichtigen Prozess. In unseren Augen war es noch nie wichtiger als jetzt, über interreligiöse Verständigung sowie die Ausrichtung und Weiterentwicklung unserer Friedensarbeit zu sprechen!”

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