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Donnerstag, 18.06.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Literatur

Ringvorlesung zur Exilliteratur

Bettina Banasch hat seit Oktober 2010 eine neu geschaffene Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Augsburg inne (Foto: privat/Universität Augsburg).

Bettina Banasch hat seit Oktober 2010 eine neu geschaffene Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Augsburg inne (Foto: privat/Universität Augsburg).


Eine achtteilige Ringvorlesung zur Exilliteratur bereichert im Sommersemester 2011 das öffentliche Veranstaltungsprogramm der Universität Augsburg. Die Vorträge – sechs werden von externen Fachleuten aus dem In- und Ausland bestritten – finden jeweils dienstags von 17.30 bis 19.00 Uhr im Hörsaal 2106 der Philologisch-Historischen Fakultät (Gebäude D, Universitätsstraße 10, 86159 Augsburg) statt. Veranstalterin ist Prof. Dr. Bettina Bannasch, seit Oktober 2010 Inhaberin einer neu geschaffenen Professur für Neuere deutsche Literaturwissenschaft.

Die Vorlesungsreihe beginnt am heutigen Dienstag, 10. Mai, mit einem Vortrag von Prof. Dr. Paul Michael Lützeler (Washington University, St. Louis) zum Thema „Exil und Migration in der deutschsprachigen Literatur“. Auch die folgenden Vorträge werden von renommierten Experten und Expertinnen aus dem Internet- und Ausland gehalten.

Die exilliterarische Forschung galt lange Zeit als ein Gebiet für Spezialisten und Idealisten. In den letzten Jahren lässt sich ein Wandel dieser Auffassungen beobachten. Zum einen wird die Exilliteratur stärker im Zusammenhang mit angrenzenden Forschungsfeldern betrachtet, zum anderen erhält sie aus diesen Bereichen wichtige Anregungen, etwa aus den Bereichen der Postcolonial Studies und der Gender Studies, der interkulturellen Germanistik oder der literatur- und kulturwissenschaftlichen Erinnerungsforschung.

Kontinuitäten und Brüche, „blinde Flecken“, Kanonisierung

Aufmerksam werden auch literaturgeschichtliche Kontinuitäten und Brüche in den Blick genommen, finden literatur-ästhetische Debatten und ihre Vor- und Nachgeschichten in der Literatur des Exils und Nachexils Beachtung. Dabei geht es auch um die Auseinandersetzung mit „blinden Flecken“ der bisherigen exilliterarischen Forschung – etwa mit der deutsch-jüdischen Literatur des Exils und ihren spezifischen Themenstellungen. Auch die Frage nach der Kanonisierung exilliterarischer Werke wird noch einmal neu gestellt. Die Ringvorlesung versammelt thematisch aufeinander abgestimmte Beiträge von Forscherinnen und Forschern, die einschlägig im Bereich der Exilliteratur und angrenzender Forschungsfelder gearbeitet haben.

Veranstaltungstermine und Themen der acht Vorträge:

  • 10. Mai 2011: Exil und Migration in der deutschsprachigen Literatur. Prof. Dr. Paul Michael Lützeler (Washington University, St. Louis, Direktor des Max Kade Zentrums für deutschsprachige Gegenwartsliteratur).
  • 17. Mai 2011: Exil im deutsch-jüdischen Kontext: Theologie, Geschichte, Literatur. Prof. Dr. Itta Shedletzky (Hebräischen Universität Jerusalem).
  • 24. Mai 2011: Exil und (deutsch-jüdische) Literatur in Deutschland zwischen 1933 und 1945. PD Dr. Kerstin Schoor (FU Berlin/Europa-Universität Viadrina).
  • 7. Juni 2011: Exil und Migration: Perspektiven der interkulturellen Germanistik. Prof. Dr. Dörte Bischoff (Universität Hamburg).
  • 21. Juni 2011: Konstruktionen nationaler Identität(en): Exilliteraturforschung und postcolonial studies. Prof. Dr. Bernhard Spies (Universität Mainz).
  • 28. Juni 2011: Exil und Geschlecht: Perspektiven der Genderforschung. Prof. Dr. Marion Schmaus (Universität Augsburg).
  • 12. Juli 2011: Exil und Erinnerung: Erinnerung an die Heimat – Erinnerung an das Exil. Überlegungen aus der Perspektive der literatur- und kulturwissenschaftlichen Erinnerungsforschung. Prof. Dr. Günter Butzer (Universität Augsburg).
  • 19. Juli 2011: Exilliteratur und Literaturgeschichte: Kanonisierungsprozesse. Prof. em. Dr. Lutz Winckler.

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