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Donnerstag, 14.05.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Elektronische Kunst zum Hören, Sehen, Fühlen

„lab30“ startet am Donnerstag im abraxas

Von Frank Heindl

Nicht nur von der eingeschworenen Fangemeinde sehnsüchtig erwartet, findet vom kommenden Donnerstag an wieder das Augsburger Labor für experimentelle Klangkunst statt. Nach der Hausnummer des abraxas in der Sommestraße 30 kurz lab30 genannt, präsentiert es bis zum Sonntag 17 Künstler mit ihren Werken. Dazu gibt es Konzerte, Workshops und auch externe Veranstaltungen.

Die „Soft Revolvers“ der Kanadierin Miriam Bleau machen visuelle und akustische Effekte (Foto: Severin Smith).

Die „Soft Revolvers“ der Kanadierin Miriam Bleau machen visuelle und akustische Effekte (Foto: Severin Smith).


Früher sei es ja schon „super spooky“ gewesen, wenn eine der vielen Installationen es beispielsweise ermöglicht habe, „Fotos in Echtzeit hochzuladen“, erinnert sich Kulturamtsleiterin Elke Seidel. Schon längst aber geht’s beim lab nicht mehr um den neuesten technischen Schrei – Innovationen im Elektronikbereich folgen mittlerweile schnell aufeinander und sind ebenso schnell Schnee von gestern. Im Mittelpunkt stehen daher deutlicher als in den Anfangszeiten ästhetische Reize, geht es um den „sensitiven Charakter“ medialer Konzepte. Dass Medienkunst längst nicht mehr nur ein Thema für Computer-Nerds ist, bewies Barbara Friedrichs unfreiwillig auf der lab30-Pressekonferenz: Für die Vorstellung des aktuellen Programms hatte die neue Leiterin zum ersten Mal in ihrem Leben (!) eine Power-Point-Präsentation vorbereitet.

Was nicht heißen soll, dass die Veranstalter nicht up to date wären, was hochaktuelle Kunst aus dem Medienbereich anbelangt. Sie informieren sich auf den einschlägigen Festivals und haben nach allen den Jahren sehr gute Connections zur Szene. Mit dem neuen Leiter des abraxas geht ihnen außerdem ein Fachmann zur Hand: Gerald Fiebig ist selbst künstlerisch im Bereich elektronischer Musik unterwegs und deshalb, so Barbara Friedrichs, ein „absoluter Zugewinn“ für das Festival. Regelmäßig gehen ohnehin Bewerbungen von weit mehr Künstler ein, als im abraxas ausgestellt werden können: 128 waren es in diesem Jahr, 17 wurden ausgewählt – das reicht gut und gerne für vier spannende Tage und drei Nächte voller Überraschungen.

Alle Künstler sind live dabei

An einer guten Tradition hält das Festival auch in diesem Jahr fest: Alle ausstellenden Künstler sind anwesend und müssen nun einen Vier-Tage-Stress durchstehen – erstmals ist das Festival auch am Samstag durchgehend von 14 bis 24 Uhr geöffnet. Ebenfalls erstmals gibt es Veranstaltungen in der fünf fußläufige Minuten entfernten St.-Thaddäus-Kirche (Ulmer Straße 63). Michal Rataj bringt dort zweimal das Ergebnis einer bemerkenswerten Passion zu Gehör: Zehn Jahre lang hat der Tscheche mit einem Aufnahmegerät weltweit Kirchen und „spirituelle Orte“ besucht und dabei nicht etwa Gebete, Rituale, Zeremonien aufgenommen, sondern die Klänge und Geräusche aus dem „Alltag“: Das Knarren von Kirchenbänken etwa, das Quietschen von Türen oder das Klingeln der Münzen im Spendenkörbchen. Die polyphone Stimmung, die diese Mitschnitte schaffen, ergänzt Rataj mit Elektronik und Klavier. 40 Minuten dauert die Performance, die Veranstalter sprechen dabei von ihrem Konzert-Höhepunkt (Freitag um 20.30 Uhr und Samstag um 22.15 Uhr). Ein weiterer Programmpunkt in St. Thaddäus findet am Samstag um 23.15 Uhr statt: Stadtpfarrer Gerhard rezitiert Gedanken zur Nacht, Organist Werner Zuber und der Jazzmusiker Stephan Holstein mit Klarinette und Saxofon improvisieren dazu.

Im abraxas selbst gibt es wie immer im ganzen Haus, also vom Keller bis zum Dachboden inklusive Ballettsaal und Theater, die verschiedensten Installationen zu sehen. Zum Beispiel Actionpainting am Boden von Dirk Reimes. Der Stuttgarter Künstler hat Putzroboter gebaut, die nicht mit Reinigungsmitteln, sondern mit Farbe gefüllt sind. Hier malt nicht der Mensch, sondern die Maschine!

Preisträger, Kurzfilme, Konzerte

Wer am Samstagabend den Augsburger lab award (Preisgeld: 1000 Euro) erhalten wird, steht natürlich noch nicht fest. Fest steht aber, dass David Hochgatterer bereits im vergangenen Jahr den 1. Preis beim renommierten italienischen Sonic Arts Award erhalten hat. Im abraxas zeigt er seine Audio-Installation ‚“Time to X“, die es dem Zuschauer ermöglicht, sich in der Zeit hin und zurück zu bewegen – oder sie sogar anzuhalten. Als „Festival im Festival“ zeigt lab30 auch wieder ein attraktives Kurzfilm-Programm: Diesmal gibt es in drei Blöcken à 30 Minuten ein „Best of“ preisgekrönter computergenerierter Animationsfilme der Film-, Werbe- und Unterhaltungsindustrie.

Natürlich kann man auch wieder viele Konzerte hören – beispielsweise die „Soft Revolvers“ der Kanadierin Miriam Bleau, einer musikalischen Performance mit akustischen und visuellen Effekten. Yuri Landman aus den Niederlanden spielt zwei Konzerte mit selbst gebauten Instrumenten aus Holz, Saiten, Metallstangen und Elektromotoren. Der Schweizer Roland Bucher präsentierte seine „Noise Table“ – ein Instrument, das seinen computer¬ba¬sier¬ten Kern in der greifbaren Wirklichkeit verankert: Töne und Geräusche von kleinen Instrumenten, Spieluhren und Kinderspielzeug werden aufgenommen und live verändert.

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Tickets

Kulturhaus abraxas, Tel. 324-63 55

Kulturamt Augsburg, Tel. 324-32 51

Abend- und Tageskasse, jeweils 30 Minuten vor Veranstaltungsbeginn

Eintrittspreise

Tagesticket: 12 € \ 10 € erm.

2-Tagesticket: 20€ \ 16 € erm.

4-Tagesticket: 30 € \ 25 € erm.

Samstagnachmittag 14 – 18 Uhr und Sonntagnachmittag 13 – 17 Uhr: 7 € \ 5 € erm.

Workshops: 8 € \ 6 € erm. inkl. Ausstellung

Familienkarte Samstag- oder Sonntagnachmittag: 15 €

Öffnungszeiten

Do & Fr (Ausstellung und Konzerte): 19 – 24 Uhr

Sa (Ausstellung / Workshops / Kurzfilme / Konzerte): 14 – 24 Uhr

So (Ausstellung / Workshops / Kurzfilme): 13 – 17 Uhr

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