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Sonntag, 05.04.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Ballettpremiere: Applaus für Giselle

Die erste Ballettpremiere der Saison erfüllt alle Erwartungen. Ballettdirektor Ricardo Fernando liefert mal wieder den Beweis, wie unkompliziert ein Klassiker entstaubt werden kann, ohne ihn zu demontieren.

Von Halrun Reinholz

Giselle © Jan-Pieter Fuhr

Das Ballett hat sich in der Erwartung der Zuschauer mittlerweile zur Königsdisziplin des Staatstheaters gesteigert. Umso höher die Erwartung an die erste Ballettpremiere, die einen abendfüllenden Klassiker verspricht. Adolphe Adams „Giselle“ hatte seine Uraufführung 1841 in Paris. Marius Petipa machte daraus ein Highlight des Spitzentanzes, die Titelrolle zur Traumpartie für Ballerinen.

Der Augsburger Ballettdirektor Ricardo Fernando hat Giselle bereits im Jahr 2008 für das Ballett Hagen neu choreographiert und lässt nun damit sein in der neuen Spielzeit durch Wechsel und Neuzugänge doch sehr gewandelte Ensemble die Saison eröffnen. Die zweigeteilte Handlung erfordert eine klare Trennlinie: Im ersten Teil vor der Pause spielt sich das Geschehen im realen Raum ab: eine Dorfschenke, Bauern. Im Gegensatz dazu die Herrschaften aus der Stadt, zu denen auch Prinz Albrecht (Gustavo Barros) und seine Verlobte Barthilde (Sewon Ahn) gehören.

Ausstatter Dorin Gal kennzeichnet letztere durch elegante Reiterkleidung, während die Bauern zeitlose pastellfarbene Kostüme tragen. Giselle (in der Premiere Ana Isabel Casquilho) und Hilarion (Nikolaos Doede) heben sich farblich ab, ebenso wie Berthe, die besorgte Mutter Giselles (Emily Yetta Wohl). Hilarion ist kein Wildhüter, wie im Original, sondern der Schankwirt.

Adolphe Adams zauberhafte Musik, in Augsburg einfühlsam gespielt von den Augsburger Philharmonikern unter der Leitung  von Ivan Demidov, leitet die Tänzer durch das dramatische Geschehen – bei Fernando ganz ohne Spitzentanz. Er lässt sich stattdessen originelle und lebensnahe Choreographien einfallen, die dem Geschehen eine zeitgemäße Leichtigkeit verleihen. Auch in der irrealen Geisterwelt der Wilis im zweiten Teil (in nebelhaftem Schwarz-Weiß gestaltet) vermisst man den Spitzentanz nicht. Die vermeintliche Leichtigkeit entsteht durch das hervorragende Niveau der Tänzerinnen und Tänzer, die auch ohne Spitzenschuhe gleichsam über die Bühne schweben.

Wie beim Schwanensee in der vorletzten Spielzeit gelingt es Fernando auch hier, die gerade mal 18 Tänzer so einzusetzen, dass das Gefühl eines großen Ensembles entsteht. Großer Premierenapplaus im Publikum. Müßig zu erwähnen, dass Giselle das Potenzial zum Publikumsrenner hat, dazu bedarf es keiner prophetischen Fähigkeiten.

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