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Dienstag, 04.12.2018 - Jahrgang 10 - www.daz-augsburg.de

Moses fotografiert Peggy Guggenheim: Eine fotografische Erzählung in Farbe im H2

„Stefan Moses – Peggy Guggenheim. Begegnungen“, so die Headline einer Ausstellung im  H2 – Zentrum für Gegenwartskunst im Augsburger Glaspalast

oses guggenheim

Peggy Guggenheim in Venedig – Bildnachweis: Stefan Moses / Else Moses, 2018

Im April 1969 trifft Stefan Moses Peggy Guggenheim zum ersten Mal. Gemeinsam mit dem Autor Uli Weyland besucht er sie in Venedig in ihrem privaten Domizil, dem Palazzo Venier dei Leoni am Canal Grande. Ein zweiter Besuch, diesmal zusammen mit dem Journalisten und heimgekehrten Emigranten Franz Spelman folgt im November 1974. Einige Bilder der während beider Aufeinandertreffen entstandenen Foto-Serien von Moses werden 1971 im ZEIT- Magazin sowie 1974 im Kölner Stadtanzeiger veröffentlicht. Die meisten dieser Fotografien sind nun zum ersten Mal in der Ausstellung im H2 zu sehen, die Museumsleiter Dr. Thomas Elsen kuratiert. 1969 war das Jahr, in dem Peggy Guggenheim die Einladung erhielt, ihre Sammlung im Solomon R. Guggenheim Museum in New York auszustellen und sich entschied, sie samt dem sie beherbergenden venezianischen Anwesen der Stiftung Solomon R. Guggenheim als Schenkung zu übereignen – unter der Bedingung, sie zu erhalten und an ihrem angestammten Ort in Venedig zu belassen.

In der Lagunenstadt ist Peggy Guggenheims große Vision der Etablierung eines eigenen Museums Realität geworden. Vor diesem Hintergrund lichtet Moses‘ Kamera nicht nur ab, was da ist, sondern visualisiert, was er in Bildern fortdenkt. Es ist eine fotografische Erzählung, die er vor den Augen des staunenden Betrachters ausbreitet.

Bildnachweis: Stefan Moses / Else Moses, 2018

Moses kommt Peggy Guggenheim fotografisch so nahe wie kein anderer der berühmten Fotografen, die sie zuvor schon porträtiert hatten. „Farbe vergeht – Schwarzweiß besteht“, hatte er einmal gesagt. Eine verblüffend einleuchtende Erklärung, warum die Regel in diesem Fall seines fotografischen Werkes ihre eigene Ausnahme präsentiert, liefert er selbst: „Eigentlich wollte ich ja auch die Bilder fotografieren, deshalb hatte ich so viele Farbfilme dabei“.

Stefan Moses (geb.1928 Liegnitz – gest. 2018 München) ist einer der herausragenden deutschen Fotografen des 20./21. Jahrhunderts. Als Spurensucher mit der Kamera zeigte er „den Deutschen, wie sie waren – und sein konnten“ (Christoph Stölz). Die Porträts seiner Begegnungen mit Peggy Guggenheim (farbig) sind eine wunderbare Ausnahme der Regel im fotografischen Oeuvre des Fotografen. In ihrer Breite werden sie im H2 – Zentrum für Gegenwartskunst in Augsburg erstmals gezeigt. Moses selbst hat sie für diese Ausstellung aus seinem persönlichen Fundus kurz vor seinem Tod produzieren lassen – Ausstellungsdauer bis 24. Februar 2019.

 

 



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