DAZ - Unabhängige Internetzeitung für Politik und Kultur
Montag, 28.09.2026 - Jahrgang 18 - www.daz-augsburg.de

Augsburg „blau-grün“ denken

Die designierte Stadtentwicklungsreferentin Andrea Krupski von Mansberg hat am vergangenen Donnerstag in ihrer Vorstellungsrede vor dem Augsburger Stadtrat skizziert, wie sie Augsburg künftig entwickeln möchte: Klimaresilienz, Mobilität und bezahlbarer Wohnraum sollen stärker zusammengedacht werden. Eine besondere Rolle spielen dabei Wasser, Grünräume und die Entwicklung der Quartiere.

Von Bruno Stubenrauch

Andrea Krupski von Mansberg wird Referentin für Stadtentwicklung, Mobilität und Klimaschutz (Bild: Ruth Plössel / Stadt Augsburg)

Krupski von Mansberg will vorhandene Konzepte und Strategien der Stadt zunächst sichten, auf ihre Aktualität prüfen und stärker bündeln. Der Stadtrat wählte die Architektin und Stadtplanerin am Donnerstag mit 53 von 56 gültigen Stimmen zur Leiterin des neu geschaffenen Referats 2 „Stadtentwicklung, Mobilität und Klimaschutz“. In ihrer Rede beschrieb die 58-Jährige zugleich ihr Rollenverständnis: Sie wolle der Politik fachlich fundierte Entscheidungsgrundlagen erarbeiten, auch unterschiedliche Varianten aufzeigen und demokratische Entscheidungen anschließend loyal umsetzen.

Klima, Mobilität und Wohnraum zusammen denken

Bei der Klimaanpassung gehe es sowohl um Vorsorge als auch um konkrete Maßnahmen im Stadtraum. Grünräume könnten miteinander vernetzt, Bäume und Verschattung gestärkt und Flächen entsiegelt werden. Bei der Mobilität nannte sie unter anderem einen leistungsfähigen ÖPNV sowie Fahrradverbindungen und sprach sich für pragmatische Lösungen aus.

Auch beim Wohnungsbau sieht die neue Referentin Potenzial innerhalb der bestehenden Stadt. Augsburg werde weiter wachsen, sagte sie. Deshalb müsse geprüft werden, wo eine stadtverträgliche und qualitativ hochwertige Nachverdichtung möglich sei, ohne dafür immer weitere Flächen zu versiegeln. Bestand, Umnutzung und Konversion könnten dabei ebenso eine Rolle spielen.

Wasser, Grün und Mobilität verbinden

Krupski von Mansberg sieht in Stadtwald, Grünräumen und dem historischen Wassermanagement mit Lech, Wertach und den zahlreichen Kanälen eine besondere Chance für Augsburg. Daraus könne eine integrierte „blau-grüne“ Stadtentwicklung entstehen.

Wasser- und Grünräume sollten dabei auch mit Fuß- und Radverbindungen sowie Mobilität verknüpft werden. Das UNESCO-Wassererbe wolle sie als lebendige Stadtinfrastruktur weiterdenken. Ihr Ansatz reicht damit über einzelne Grün- oder Verkehrsprojekte hinaus: Die verschiedenen Funktionen sollen gemeinsam geplant werden.

Konkret skizzierte sie eine mögliche räumliche Verbindung vom Stadtwald über Siebentischpark und Hochablass, entlang der Lechkanäle und durch die Innenstadt bis zur Wertach und weiter Richtung Westpark beziehungsweise zu neuen Grünräumen. Entlang einer solchen „Wasser-Grün-Achse“ könnten unter anderem neue Baumstandorte, Schwammstadtflächen, Retentionsräume, entsiegelte Plätze, renaturierte Gewässerabschnitte sowie neue Fuß- und Radverbindungen und Aufenthaltsräume entstehen.

Ihr Stichwort dafür lautete „22 Orte – 22 Stadträume“ – eine Zahl, die zugleich an die 22 Objekte des Augsburger Wassermanagement-Systems erinnert.

Stadtentwicklung mit begrenzten Mitteln

Auch die angespannte finanzielle Situation der Stadt spielte in ihrer Rede eine Rolle. Krupski von Mansberg will nach eigenen Worten nach Möglichkeiten suchen, Stadtentwicklungsimpulse zu setzen, ohne dafür allein auf große städtische Investitionen angewiesen zu sein.

Als mögliche Instrumente nannte sie die Internationale Bauausstellung (IBA), Olympia und eine mögliche Landesgartenschau. Solche Formate könnten zusätzliche Förder- und Investitionsmöglichkeiten eröffnen und verschiedene Stadtentwicklungsprojekte miteinander verbinden.

Bei einer Landesgartenschau gehe es ihr ausdrücklich nicht nur um die Veranstaltung selbst. Entscheidend sei der dauerhafte räumliche Mehrwert für Augsburg. Klimaanpassung, Freiraum, Wasser, Biodiversität und Quartiersentwicklung könnten dabei gemeinsam betrachtet und bestehende Projekte beschleunigt werden.

Quartiere als Mittelpunkt des Alltags

Neben großen Vorhaben wie dem Universitätsklinikum richtet Krupski von Mansberg den Blick deshalb auf die einzelnen Stadtteile. Das Leben der Menschen spiele sich im Alltag vor allem auf Quartiersebene ab, sagte sie. Dort müsse es kurze Wege zu Kindergärten, Schulen, Einkaufsmöglichkeiten sowie kulturellen und gastronomischen Angeboten geben.

Auch das Universitätsklinikum könne nach ihrer Einschätzung ein wichtiger Entwicklungsimpuls werden. Die große Baumasse und die entstehenden Arbeitsplätze böten die Möglichkeit, im Umfeld weitere Wohnangebote und möglicherweise ein neues Quartier zu entwickeln. Zugleich müsse ein solches Großprojekt verkehrlich und infrastrukturell gut angebunden werden.

Krupski von Mansberg wird ihr Amt am 15. November antreten. Vor dem Stadtrat formulierte sie zum Abschluss vor allem eines: Sie freue sich darauf, die beschriebenen Aufgaben gemeinsam mit der Politik anzugehen.



Streit um Stadtrats-Entschädigung nach Haushaltssperre

Kaum war die Haushaltssperre für die Stadt Augsburg verkündet, stritten Oberbürgermeister Dr. Florian Freund und V-Partei³-Stadtrat Roland Wegner im Stadtrat über dessen eigene Aufwandsentschädigung. Wegner wollte die zum 1. Oktober vorgesehene Erhöhung aussetzen – Freund stellte sich entschieden dagegen. Von Bruno Stubenrauch Die monatliche Aufwandsentschädigung für ehrenamtliche Stadtratsmitglieder beträgt gemäß einer städtischen Satzung derzeit 1.780 Euro. Sie […]

gesamten Beitrag lesen »



„Augsburg Tribunal“ thematisiert Stadtgeschichte und Kolonialismus

Eine Geschichtsperformance auf dem Welserplatz und ein anschließendes Gespräch im Grandhotel Cosmopolis beschäftigen sich am 1. Oktober mit der Augsburger Stadtgeschichte, dem Kolonialismus und den Bauernaufständen des 16. Jahrhunderts. Von Bruno Stubenrauch Bild: AG Süd – Initiative 500 Jahre Widerstand Die Initiative „500 Jahre Widerstand“ lädt am Donnerstag, 1. Oktober, zum „De-kolonialen Herbst“ nach Augsburg ein. Im Mittelpunkt […]

gesamten Beitrag lesen »



MTG-Delegation der Hingucker beim „Kirking of the Council“ in Inverness

Anlässlich des 70-jährigen Städtepartnerschafts-Jubiläums Augsburg-Inverness stand die traditionelle Schottlandfahrt des städtischen Maria-Theresia-Gymnasiums unter besonderen Vorzeichen. Neben den fast vierzig neuen Zehntklässlern nahm auch ein Quartett des P-Seminars „AUGSBURG-INVERNESS. 70 Years of Friendship and More to Come“ teil. Von Udo Legner Hingucker in Tracht: die „Highlander“ aus dem MTG beim Rathaus­empfang in Inverness (Fotos: Udo Legner) […]

gesamten Beitrag lesen »



Olympiade: Stadt Augsburg begrüßt DOSB-Entscheidung für München

​Die Stadt Augsburg reagiert erfreut auf das grüne Licht für die Münchner Olympia-Bewerbung (2036, 2040 oder 2044). Mit dem Eiskanal und der WWK-Arena ist Augsburg fest als Austragungsort im Konzept verankert – OB Dr. Florian Freund sieht darin enorme Chancen für die Region. Von Bruno Stubenrauch Kanuslalom-Strecke Eiskanal im Olympiapark Augsburg (Bild: Michael Neumann) ​Auf […]

gesamten Beitrag lesen »



B17-Fabrikkanalbrücke wird verstärkt: Zwei Vollsperrungen bis Dezember

Bei turnusmäßigen Untersuchungen wurden an der B17-Fabrikkanalbrücke statische Defizite festgestellt. Seit Ende August laufen vorbereitende Arbeiten, jetzt wird mit einer Verstärkung der Brücke begonnen. Die Bauarbeiten dauern bis voraussichtlich Mitte Dezember 2026 – mit zwei zeitweisen Vollsperrungen der B17 in Fahrtrichtung Landsberg. Von Bruno Stubenrauch Hintergrundkarte: © Bayerische Vermessungsverwaltung (2026), Datenquelle: Geoportal Bayern www.geoportal.bayern.de Eingebaut […]

gesamten Beitrag lesen »



ENLIGHTENMENT in St. Anna: Vivaldi als Licht­show

Seit dem 25. Sep­tem­ber ver­wan­delt das Zürcher Künstler­kollektiv PROJEKTIL die St. Anna-Kirche in ein Gesamtkunst­werk aus Licht und Klang. Die immersive Show ENLIGHTENMENT inter­pretiert Vivaldis „Vier Jahres­zeiten“ neu – rund 30 Minuten lang verschmelzen 360-Grad-Projektionen, Musik und sakrale Architektur. Von Bruno Stubenrauch Kirchenbänke und Sitzkissen: das Premierenpublikum kurz vor der Show (Bild: DAZ) Bereits zum zweiten Mal […]

gesamten Beitrag lesen »



Haushaltssperre: Augsburg will 2026 Ausgaben begrenzen

Die Stadt Augsburg hat mit sofortiger Wirkung eine Haushaltssperre für das laufende Jahr verhängt. Hintergrund sind steigende Belastungen insbesondere im Sozial-, Bau- und Personalbereich. Laufende Investitionsvorhaben sowie bereits bewilligte oder vertraglich gebundene Leistungen bleiben ausgenommen. Von Bruno Stubenrauch Oberbürgermeister Dr. Florian Freund hat eine haushaltswirtschaftliche Sperre für das Haushaltsjahr 2026 erlassen. Der Stadtrat wurde darüber […]

gesamten Beitrag lesen »



Haushaltssperre: So reagieren die Fraktionen im Augsburger Stadtrat

Nach der von OB Dr. Florian Freund verhängten Haushaltssperre fordern die Fraktionen unterschiedliche Konsequenzen. Während die beiden Fraktionsgemeinschaften gemeinsam eine Konsolidierung angehen wollen, verlangen die Freien Wähler eine umfassende Prüfung aller Ausgaben. Die Linke warnt vor Kürzungen im sozialen Bereich, die Grünen kritisieren die bisherige Haushaltspolitik der Stadtregierung. Von Bruno Stubenrauch Bild: Monica Smekal / […]

gesamten Beitrag lesen »



Lange Nacht der Demokratie im Augsburger Rathaus

Am Freitag, 2. Oktober 2026, verwandelt sich das Augsburger Rathaus von 18 bis 22 Uhr in ein offenes Forum für Begegnung, politische Bildung und Austausch. Unter dem Motto der Partizipation laden die Stadt Augsburg und zahlreiche lokale Partner dazu ein, Demokratie im Herzen der Stadt aktiv zu erleben. Von Bruno Stubenrauch Das vielfältige Programm umfasst über 40 einzelne […]

gesamten Beitrag lesen »



Ak­tu­el­le Studie be­stä­tigt: das UNESCO-Welt­erbe stärkt den Tou­ris­mus

Der UNESCO-Welt­erbe-Titel für die his­to­ri­sche Was­ser­wirt­schaft – das „Augs­bur­ger Was­ser­ma­nage­ment-Sys­tem“ – war nicht zuletzt auch für die Regio Augs­burg Tou­ris­mus GmbH ein ge­wis­ser Kraft­akt: per­so­nell, or­ga­ni­sa­to­risch, fi­nan­zi­ell. Hat sich das alles ge­lohnt? Diese eben­so be­rech­tig­te wie span­nen­de Frage wird ak­tu­ell von den ersten Zwi­schen­er­geb­nis­sen einer Er­he­bung in UNESCO-Welt­erbe-Des­ti­na­ti­o­nen mit einem ein­deu­ti­gen „Ja“ be­ant­wor­tet. Von Bruno […]

gesamten Beitrag lesen »



Stadtbücherei: Bürgerbefragung zur Halbzeit des Entwicklungsplans

Vom 1. bis 29. Oktober 2026 können Augsburgerinnen und Augsburger die Zukunft ihrer Stadtbücherei aktiv mitgestalten. Die Stadt zieht eine Zwischenbilanz zum Bibliotheksentwicklungsplan 2030 und bittet um Rückmeldungen zu Angeboten, Räumen und Öffnungszeiten. Von Bruno Stubenrauch Die Umfrage bietet die Möglichkeit, die Zukunft der Stadtbücherei aktiv mitzugestalten (Bild: Isabell Müller) Wie soll sich die Stadtbücherei Augsburg in […]

gesamten Beitrag lesen »



ältere Artikel »

Kurznachrichten

Raus aus der Bubble



Menschen treffen – Meinungen verstehen Zum vierten Mal bieten die drei Initiatorinnen Gabriele Steininger, Marianne Mors und Isabella Geier in der Stadtbücherei gesellschaftlich interessierten Menschen die Möglichkeit, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Seit 2024 gibt das Format Gelegenheit, Menschen mit unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen – nicht zum Diskutieren oder Überzeugen, sondern zum Zuhören, Erzählen und […]

gesamten Beitrag lesen »



München setzt sich als deutscher Olympia-Kandidat durch – Augsburg als Austragungsort dabei



München soll die Olympischen Sommerspiele nach Deutschland holen. Bei der außerordentlichen Tagung des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) in Baden-Baden stimmten die Delegierten am 26. September für die bayerische Landeshauptstadt und gegen den Mitbewerber Köln-Rhein-Ruhr. Damit bewirbt sich München für die Austragungen in den Jahren 2036, 2040 oder 2044. Bild: DAZ Archiv ​Von dem Zuschlag profitiert auch […]

gesamten Beitrag lesen »



Tag der offe­nen Tür im St. Vin­zenz-Hos­piz



Im Rahmen der Hospizwoche 2026 der Region Augsburg öffnet am 17. Ok­to­ber 2026 von 11 bis 16 Uhr das St. Vin­zenz-Hos­piz Augs­burg seine Türen. Be­su­che­rin­nen und Be­su­cher er­hal­ten bei Füh­run­gen durch das sta­ti­o­nä­re Hos­piz Ein­bli­cke in die Räum­lich­kei­ten und den Alltag der Ein­rich­tung. Dar­über hin­aus gibt es In­for­ma­ti­o­nen über die Arbeit des Hos­pi­zes und den […]

gesamten Beitrag lesen »



Trauer­tat­too – Unsere Haut als Ge­fühls­land­schaft



Wan­der­aus­stel­lung im St. Vin­zenz-Hos­piz Tat­toos können weit mehr sein als Kör­per­schmuck. Sie können Er­in­ne­run­gen be­wah­ren, Ver­bun­den­heit aus­drü­cken und per­sön­li­chen Ge­füh­len einen sicht­ba­ren Platz geben. Die Wan­der­aus­stel­lung „Trauer­tat­too – Unsere Haut als Ge­fühls­land­schaft“ setzt sich mit dieser be­son­de­ren Form des Er­in­nerns und Trau­erns aus­ein­an­der. Von Bruno Stubenrauch Liebe, Nähe, blei­ben­de Er­in­ne­rung (Bild­: Stefanie Oeft-Gef­farth) An­hand ein­drucks­vol­ler […]

gesamten Beitrag lesen »



Turamichele-Familienfest: Kasperle und Puppenkiste auf dem Rathausplatz



Am 26. und 27. September 2026 lädt das Turamichele-Familienfest von 10 bis 18 Uhr auf den Augsburger Rathausplatz ein. Die Augsburger Puppenkiste bringt die Turamichele-Geschichte stündlich als Marionettenspiel auf die Bühne – mit Kasperle. Der Eintritt ist frei. Von Bruno Stubenrauch Bild: Martin Augsburger Wenn Kasperle dem Turamichele zur Seite steht, treffen zwei Augsburger Ikonen aufeinander. […]

gesamten Beitrag lesen »



Suche in der DAZ

  

DAZ Archiv

September 2026
M D M D F S S
 123456
78910111213
14151617181920
21222324252627
282930