Aktuelle Studie bestätigt: das UNESCO-Welterbe stärkt den Tourismus
Der UNESCO-Welterbe-Titel für die historische Wasserwirtschaft – das „Augsburger Wassermanagement-System“ – war nicht zuletzt auch für die Regio Augsburg Tourismus GmbH ein gewisser Kraftakt: personell, organisatorisch, finanziell. Hat sich das alles gelohnt? Diese ebenso berechtigte wie spannende Frage wird aktuell von den ersten Zwischenergebnissen einer Erhebung in UNESCO-Welterbe-Destinationen mit einem eindeutigen „Ja“ beantwortet.
Von Bruno Stubenrauch

UNESCO-Welterbe-Büro bei Nacht (Bild: DAZ)
Der „UNESCO-Welterbestätten Deutschland e.V.“ mit Sitz in Quedlinburg hat jüngst erste Zwischenergebnisse einer bundesweiten Gästebefragung in UNESCO-Welterbe-Destinationen vorgestellt. Das erste Resultat dieser Studie kam zwar nicht völlig unerwartet, doch seit ein paar Tagen hat es Augsburgs Tourismusdirektor Götz Beck schwarz auf weiß auf dem Schreibtisch liegen. Ein Statement zu dieser Studie dürfte der Chef der Regio Augsburg Tourismus GmbH besonders genossen haben: „Die Ergebnisse bestätigen, wie stark der Welterbestatus zur Sichtbarkeit, Attraktivität und Profilbildung unserer Destinationen beiträgt“, so Miles Spohr, der Geschäftsführer des Vereins.
Zahlen, die überzeugen
Die ersten Zwischenergebnisse einer bundesweiten Gästebefragung in UNESCO-Welterbe-Destinationen belegen es signifikant. Sieben Monate nach dem Beginn der Befragung habe sich ein klares Ergebnis herauskristallisiert – so eine aktuelle Pressemitteilung des „UNESCO-Welterbestätten Deutschland e. V.“: „Der UNESCO-Welterbetitel ist ein zentraler Impulsgeber für den Tourismus in Deutschland.“ UNESCO-Welterbe sei eindeutig ein Reiseanlass, für viele Gäste sogar ausschlaggebend bei der Wahl ihres Reiseziels.
Immerhin 37 Prozent der Gäste hätten angegeben, dass sie der UNESCO-Titel dazu motivieren würde, eine Destination zu besuchen. Für 26 Prozent der Befragten war der Besuch einer Welterbe-Stätte sogar das konkrete Reisemotiv. Für ähnlich viele (24 Prozent) war das jeweilige Welterbe der entscheidende Faktor bei der Wahl des Reiseziels. Bis zum Stichtag 17. August 2026 waren im Rahmen des „Vergleichenden Gästemonitors“ knapp 4.900 Gäste befragt worden. Diese Befragung zu den 43 deutschen Welterbe-Destinationen wird noch bis Ende 2026 fortgesetzt. Die finalen Ergebnisse werden voraussichtlich im März 2027 präsentiert.
Augsburg: Aufwand hat sich gelohnt
UNESCO-Welterbe ist seit Juli 2019 auch das „Augsburger Wassermanagement-System“. Zu den 22 Objekten der historischen Augsburger Wasserwirtschaft gehören das Geflecht der Lechkanäle, historische Wasserwerke, frühe Strom erzeugende Wasserkraftwerke, Wasserbauwerke und drei Monumentalbrunnen mit ihren Bronzefiguren im Stil des Manierismus. „Der Weg zum Welterbe-Titel war ein großer Aufwand, nicht zuletzt für die Regio Augsburg Tourismus GmbH, die diese Bewerbungsidee von Anfang an – personell, organisatorisch und finanziell – gefördert hat“, sagt Augsburgs Tourismuschef Götz Beck. Doch die bundesweite Gästebefragung habe es einmal mehr belegt: „Dieser Aufwand war für Augsburg eine lohnende Investition.“
Auch Barbara Bühler-Karpati freut sich über die Umfrage-Ergebnisse. Denn: „Gerade unser Augsburger UNESCO-Welterbe blickt nicht nur in die Vergangenheit“, so die Leiterin des Augsburger UNESCO-Welterbe-Büros. „Wasser – das ist ein Zukunftsthema für die gesamte Menschheit. Mit unserem Infozentrum und unseren Angeboten vor Ort wollen wir nicht nur den Bildungsauftrag der UNESCO erfüllen. Es ist uns wichtig, die positiven Effekte des Welterbetitels auch langfristig zu sichern und das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit der sensiblen Ressource Wasser zu stärken.“