Mutgeschichten: Afrikanische Wochen laden zur Begegnung mit der Vielfalt Afrikas ein
Am kommenden Freitag, 25. September, beginnen die diesjährigen Afrikanischen Wochen in Augsburg. Unter dem Motto „Mutgeschichten – Afrika begegnen“ lädt die Veranstaltungsreihe bis zum 16. Oktober dazu ein, Menschen, Geschichten und Perspektiven aus und über Afrika kennenzulernen – mit Literatur, Film, Musik, Gesprächen, Kulinarik und persönlichen Begegnungen.
Von Bruno Stubenrauch

Livemusik beim Eröffnungsfest (Bild: akuma-for-africa.com)
Gerade in Zeiten von Kriegen, Krisen und Flucht soll der Blick dabei nicht bei den großen Problemen stehen bleiben. Die Afrikanischen Wochen erzählen von Menschen, die unter schwierigen Bedingungen ihr Leben gestalten, sich für Frieden und Menschenrechte einsetzen, ihre Stimme erheben oder mutig neue Wege gehen. Sie laden dazu ein, sich von diesen Geschichten inspirieren zu lassen, neue Perspektiven kennenzulernen und eigene Handlungsmöglichkeiten zu entdecken.
Eröffnung mit Nkabom-Fest im Augustanasaal
Eröffnet werden die Afrikanischen Wochen am Freitag, 25. September, ab 18 Uhr mit dem Nkabom-Fest im Augustanasaal. „Nkabom“ bedeutet auf Twi „zusammenbringen“ oder „verbinden“ – und genau darum geht es bei dem Eröffnungsfest, das von Akuma for Africa e.V. und den Afrikanischen Wochen gemeinsam veranstaltet wird. Projektstände, afrikanisches Fingerfood und eine Tombola treffen auf Livemusik von Akuma Paa, Komazama, Naani Kiri und Alex & Friends. Die internationale Formation vereint Musiker*innen aus Südafrika, Guinea, Ghana und Senegal. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.
Literatur, Menschenrechte, Film und junge Frauen im Fokus
In den folgenden drei Wochen bietet das Programm zahlreiche Möglichkeiten, Afrika jenseits gängiger Klischees zu begegnen. Am 27. September ist die ugandische Schriftstellerin und Aktivistin Dr. Stella Nyanzi zu Gast im Café Tür an Tür. In der Lesung „Im Mundexil“ verbindet sie poetische und hochpolitische Texte über queeres Leben in Ostafrika, Kindersoldat*innen, „White Saviourism“ und ihr unfreiwilliges Exil mit Fragen nach Mut, Freiheit und der Kraft der Sprache.
Auch aktuelle Krisen werden thematisiert: Am 8. Oktober geht es im Zeughaus um die Menschenrechtssituation im Sudan. Martina Liedke, Sprecherin der Kogruppe Sudan/Südsudan bei Amnesty International, informiert über den seit 2023 andauernden Krieg, Menschenrechtsverletzungen und die Situation der Zivilbevölkerung.
Kooperation mit der Mondiale
Am darauffolgenden Abend, 9. Oktober, wird in Kooperation mit der Mondiale im Zeughaus der Dokumentarfilm „Where the waves took her“ gezeigt. Der Film begleitet eine Hebamme auf einem Seenotrettungsschiff im Mittelmeer und erzählt von Frauen auf der Flucht sowie von der Stärke und dem Mut eines Frauenteams, das Menschen in Seenot unterstützt. Im Anschluss steht Regisseurin Jana Stallein für ein Gespräch über die Entstehung des Films zur Verfügung.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Perspektiven junger Frauen: Zum Internationalen Mädchentag am 10. Oktober beteiligen sich die Afrikanischen Wochen am She*topia-Festival in der Villa. Die deutsch-tunesische Schriftstellerin Kaouther Tabai spricht dort über ihren Schreibprozess und den Mut, den eigenen Weg zu gehen. Kreative Workshops, Tanz und weitere Angebote richten sich an Mädchen und junge Frauen bis 27 Jahre.
Kulinarik, Musik und persönlicher Austausch
Daneben laden zahlreiche Veranstaltungen dazu ein, Afrika unmittelbar über Literatur, Musik und Kulinarik zu entdecken: Beim BookDate zu westafrikanischer Literatur, einem Fairen Wine Tasting, einem Kochabend mit kamerunischer Küche, einem Gesangsnachmittag mit westafrikanischen Lobpreisliedern oder einem Online-Kochkurs zur madagassischen Küche stehen Austausch, Genuss und persönliche Begegnung im Mittelpunkt. Auch Neues auszuprobieren erfordert schließlich etwas Mut.
Die Afrikanischen Wochen verstehen sich dabei ausdrücklich als Einladung, Afrika nicht auf einzelne Bilder und Erzählungen zu reduzieren. Der Kontinent umfasst 54 Staaten mit einer enormen kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Vielfalt. „Mutgeschichten – Afrika begegnen“ möchte deshalb dazu ermutigen, Gewohntes zu hinterfragen, eigene Vorurteile loszulassen und unterschiedlichen Lebensrealitäten und Stimmen Raum zu geben.
Afrikanische Wochen 2026 – Motto „Mutgeschichten – Afrika begegnen“
Was: 14 Veranstaltungen – Literatur, Film, Musik, Gespräche, Kulinarik, persönliche Begegnungen, Mut, Frieden, Menschenrechte
Wann: 25. September bis 16. Oktober 2026 – Eröffnung: Nkabom-Fest Freitag 25.09. ab 18 Uhr, Augustanasaal, Eintritt frei, Spenden willkommen
Wo: Augsburg – Augustanasaal, Café Tür an Tür (27.09. Lesung Dr. Stella Nyanzi „Im Mundexil“), Zeughaus (08.10. Sudan, 09.10. Film „Where the waves took her“ mit Jana Stallein), Villa She*topia-Festival (10.10. mit Kaouther Tabai), weitere Orte: BookDate, Wine Tasting, Kochabende Kamerun/Madagaskar, Gesangsnachmittag
Wer: Werkstatt Solidarische Welt e.V. (seit 1989), Akuma for Africa e.V., Akuma Paa, Komazama, Naani Kiri, Alex & Friends (Südafrika, Guinea, Ghana, Senegal), Dr. Stella Nyanzi (Uganda), Martina Liedke (Amnesty), Jana Stallein, Kaouther Tabai
Programm: vollständig im Programmflyer und unter weltladen-augsburg.de/werkstatt/projekte/afrikanische-wochen/
Förderung: Mittel der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern und des Kulturamts der Stadt Augsburg, Oikocredit Förderkreis Bayern e.V.