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DAZ-Archiv vom 17. Juni 2017 • www.daz-augsburg.de

Modular im Park: Schluss damit!

Ein Festival mitten in der Stadt, das zirka 30.000 jugendliche Besucher anlockte und von einigen Medien als künstlerisch ansprechende Veranstaltung angekündigt und dargestellt wurde, war für die meisten Bewohner der Innenstadt eine Qual!

Kommentar von Siegfried Zagler

Die Zahl der Woche ist 23. Genauer: heute Abend 23 Uhr. Dann ist Feierabend beim Modularfestival. Dann endet ein Bass-Teppich, der drei Tage und drei Nächte durch die Straßen, Parks und geschlossenen Häuser der Innenstadt wummerte und jede Form der Entspannung draußen und sogar in den eigenen vier Wänden unterband. Dann sind im Bismarckviertel, im Antonsviertel, im Beethovenviertel und weit nach Göggingen, Lechhausen und in die Innenstadt hinein wieder gewöhnliche Großstadtgeräusche zu hören: Autos rauschen wieder, das Gerumpel der Straßenbahnen fällt wieder auf und man empfindet sogar das Gequatsche der Heerscharen von Angetrunkenen, die sich vom Wittelsbacher Park Richtung Maxstraße bewegen, als angenehme Regung menschlicher Unzulänglichkeit.

Nicht hinzunehmen sind dagegen die Basshämmer und die Beats, die in die Körper der unbeteiligten Bewohner der Stadt dringen und ihre Seelen vergiften. Es ist schwer zu verstehen, weshalb Proteste gegen den Geräuschterror aus dem Wittelsbacher Park dergestalt mild und moderat ausfallen. Grundrechte auf Ruhe und Schlaf von Tausenden von Bürgern wurden drei Tage und drei Nächte vom Stadtjugendring und der Stadt missachtet. Das ist skandalös und nicht akzeptabel.



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